StudioCanal hat „Cockneys vs. Zombies“ letztes Jahr in die Kinos gebracht, wenn auch nur in wenige. Am 31. März gibt es ihn auf DVD und Blu-ray zu kaufen, in den Verleih kommt er sogar schon am 28. Februar. Wer Zombies mag, kann sich den Termin im Kalender rot ankreiden, denn Michael Hoenes Film ist ein ganz großer Spaß.

„Cockneys vs. Zombies“ mag nicht der beste Film des Genres sein, aber amüsant ist er allemal. Und er bietet ein paar Einfälle, auf die bislang noch keiner im Genre gekommen ist, noch nicht mal „Shaun of the Dead“, auch wenn dieser nach wie vor die Speerspitze der modernen Zombie-Komödie ist.

Andy und Terry wuchsen bei ihrem Großvater auf, der nun in einem Altersheim ist, das in Kürze wegen monetärer Probleme geschlossen werden soll. Die Brüder wollen verhindern, dass ihr Großvater entwurzelt wird und das East End verlassen muss. Darum beschließen sie, zusammen mit drei anderen eine Bank zu überfallen. Der Bankraub geht gründlich schief, aber das ist dann auch schon egal. Denn die anrückende Polizei wird von Zombie-Horden massakriert.

Während die alten Herrschaften im Heim um ihr Leben kämpfen und sich verbarrikadieren, fliehen die Bankräuber mit Geiseln, haben aber noch ganz andere Probleme als nur blutrünstige Monster. Denn einer ihrer Kollegen ist ein echter Irrer, der nur zu gerne Leute kaltmacht.

Der olle Brick-Top

Eins muss man den Briten lassen: Sie verstehen es echt, den Witz im Zombie-Film zu entdecken. Mehr noch: Sie gewinnen dem häufig bemühten Genre tatsächlich neue Seiten ab. Die Idee, den klassischen britischen Gangsterfilm mit einer Zombie-Epidemie zu kreuzen, ist so offensichtlich wie genial. Erstaunlich, dass zuvor noch keiner darauf gekommen ist.

Cockneys vs. Zombies - Shaun of the Dead trifft Bube, Dame, König, Gras

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Mal wieder eine Zombie-Apokalypse - doch diesmal very british!
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Das Tüpfelchen auf dem I ist dabei, dass mit Alan Ford einer der großen Gangster-Darsteller im Altersheim sitzt. Man kennt ihn besonders aus Guy Ritchies „Bube, Dame, König, Gras“ und „Snatch“, unlängst war er aber auch in „The Crime“ zu sehen. Als Ray „Nennt mich nicht Opa“ Macguire hat er ein so dreckiges Mundwerk wie Alan in Ritchies erstem Film. Obwohl schon fast 80 offenbart Ford eine Energie, die mitreißend ist. Er ist – mit Abstand – das Beste am Film. Einfach, weil er die coolsten Dialogzeilen abbekommen hat.

Packshot zu Cockneys vs. ZombiesCockneys vs. Zombies

Ideen muss man haben

„Cockneys vs. Zombies“ ist flott erzählt und hat auch einiges an Action zu bieten. Was ihn aber aus dem Gros ähnlich gelagerter Filme hervorstechen lässt, sind die humorvollen kleinen Einfälle. Die können sogar lustig und spannend zugleich sein, etwa in der Szene, als ein alter Mann mit seiner Gehhilfe vor einem schlurfenden Zombie flieht. Beide haben in etwa dieselbe Geschwindigkeit – oder Langsamkeit, wenn man es genau nimmt. Das ist zugleich zum Schreien komisch und richtig spannend, da man mitfiebert, ob der alte Kerl nun entkommt oder nicht.

Andere Ideen sind auch nicht von schlechten Eltern. Wo hat man schließlich schon mal einen Zombie mit einer Stahlplatte im Kopf gesehen? Oder Hooligans, die selbst im Zombie-Stadium noch alten Reflexen folgen?

Überdrehter Humor und überzogene Gewalt gehen in dieser Gangster-Zombie-Horrorkomödie Hand in Hand.Fazit lesen

Wer überlebt?

Natürlich verraten wir nicht, wer von den Helden ins Gras beißt und wer das große Finale erlebt. Aber: Es ist auffällig, dass die Macher nur sehr wenige der Hauptfiguren überhaupt sterben lassen. Speziell im Finale nimmt das etwas die Dramatik aus der Geschichte heraus, da für die Brüder und ihre Begleiter kein emotionaler Verlust gegeben ist.

Cockneys vs. Zombies - Shaun of the Dead trifft Bube, Dame, König, Gras

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Zombies, Humor und... haben wir heiße Bräute erwähnt?
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Dabei wird eine Szene so gestaltet, dass man dies eben hätte bewerkstelligen können, aber der Verdacht drängt sich auf, dass die Macher sich zu sehr in ihre eigenen Figuren verliebt haben und darum im Finale keinen mehr wegsterben lassen wollten oder konnten.

Oder vielleicht hat man an ein mögliches Sequel gedacht, für das man sich gerade dieser Figur auf keinen Fall berauben wollte. Sei dem, wie dem sei, hier hätte etwas mehr Mut zur Konsequenz dem Film nicht geschadet.