„Cirque du Soleil – Traumwelten“ wurde von James Cameron produziert. Ihn reizten wohl die Möglichkeiten, die sich mit der Akrobatik und der 3-D-Technik ergaben. Inszenieren wollte er das Spektakel aber nicht. Dafür verpflichtete man Andrew Adamson („Die Chroniken von Narnia“), der auch das Skript geschrieben hat – wenn man es denn so nennen will. Denn hier werden nur wenige Sätze gesprochen und die Attraktionen gab es schon, bevor Adamson zu dem Projekt stieß. Man kann sie in den verschiedenen Cirque-du-Soleil-Shows in Las Vegas sehen.

Eine junge Frau namens Mia besucht den Zirkus. Ein trauriger Clown drückt ihr ein Flugblatt in die Hand, das die Darbietung des Aerialist, einem wagemutigen Trapezkünstler, ankündigt. Mia geht in die Manege und sieht dem Aerialist bei seinen kühnen Kunststücken zu. Der Artist wird dabei auf sie aufmerksam. Er ist von Mia verzaubert und greift neben das Trapez. Sekundenbruchteile später stürzt er in die Tiefe – und wird vom Sand in der Manege verschlungen. Mia eilt ihm hinterher.

Beide werden getrennt voneinander in eine fremde Welt gerissen. Während der Aeralist gefangen genommen wird und entkommen muss, sucht Mia in diesem Wunderland der Akrobatik nach dem Mann, den sie liebt.

Eine Bühnenshow auf der Leinwand

„Cirque du Soleil – Traumwelten“ ergeht sich in einer Narrative, die eigentlich kaum existent ist. Die Geschichte dieser Liebenden, die sich in verschiedenen Traumwelten suchen, ist ein extrem loses Verbindungsstück, das die einzelnen Performances kaum tangiert. Bei Bühnenshows, die vornehmlich aus Tanz bestehen, gibt es solche „Geschichten“ auch häufig zu sehen. Im Grunde könnte man aber auch gänzlich darauf verzichten, da sie keinerlei Nährwert besitzen.

Geschichten leben von den Figuren und der emotionalen Wechselwirkung mit dem Zuschauer. Da dies hier nicht gegeben ist, bleiben nur die Performances und die mitreißende Musik übrig. Aber die wiederum haben es in sich.

Cirque du Soleil - Traumwelten - James Cameron ist der größte Zampano

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Die Geschichte ist nur Vorwand für fantastische Bilderwelten.
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Es ist erstaunlich, was sich alles live auf der Bühne gestalten lässt. Dabei werden die Möglichkeiten dessen, was der menschliche Körper leisten kann, ausgelotet. Die Kreativität, die in die Kostüme und die Ausstattung, aber auch die Settings geflossen ist, ist phänomenal.

Packshot zu Cirque du Soleil - TraumweltenCirque du Soleil - Traumwelten

Ein Bilderrausch

„Cirque du Soleil – Traumwelten“ könnte man wohl so beschreiben: Gäben Filmemacher wie Tim Burton, Terry Gilliam oder Tarsem Singh nichts auf die Geschichte, sondern würden sich ganz und gar auf die Kraft der Bilder konzentrieren, dann würde wohl ein Film wie dieser herauskommen.

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"Avatar"-Regisseur James Cameron produzierte den Film.
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Auch wenn man sich bei einem Film sicherlich eine echte Handlung gewünscht hätte, ist es doch auch mehr als nur eine abgefilmte Bühnenshow. Hier wird mit einer Reihe von Kameras gearbeitet, die das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven zeigen. Zudem sorgt der Schnitt dafür, dass immer Abwechslung geboten ist. Das ist aber bisweilen auch ein zweischneidiges Schwert, da einige der Darbietungen sich aufgrund der Schnitttechnik nicht gänzlich entfalten können – einfach, weil man nicht lange genug „draufhält“.

Drehbuch von…?

Dass Adamson sich auch noch als Urheber des Drehbuchs nennen lässt, ist einigermaßen peinlich. Immerhin hat er nur eine halbgare Rahmenhandlung ersonnen, die die Show-Acts, welche in verschiedenen Casinos von Las Vegas zu sehen sind, mehr schlecht als recht verbindet. Im Einzelnen sind das „O“, „Mystère“, „Kà“, „Love“, „Zumanity“, „Viva Elvis“ und „Criss Angel Believe“.