Ein Horrorfilm darf vieles sein, sofern er sich denn selber wenigstens noch ernst nimmt. Er soll gruseln. Er darf gerne schocken. Er muss bestenfalls überraschen. Wendungen aus der Hölle und Blutfontänen oder leichtes Kribbeln auf der Haut und den Hauch von Panik im Nacken? Ein Horrorfilm darf sich viel erlauben und bekommt noch viel mehr verziehen. Hauptsache es stockt der Atem und das Wohnzimmerlicht wird zur letzten Quelle der Sicherheit... Was ein Horrorfilm aber ganz sicher nicht sollte, ist Ursprung von beinah schmerzhaften Lachanfällen sein.

„Cinderella - Playing with Dolls“ ist natürlich ein Titel, den ihr getrost vergessen könnt. Niemand spielt in dem Film mit Puppen und ob die Protagonistin Cinderella heißt, darf getrost in Frage gestellt werden. Ihr habt hier einen guten, alten „Hütte im Wald“-Horrorfilm. Wobei von „gut“ jedoch nicht die Rede sein kann.

Sterben im Wald

Die Hintergrundgeschichte ist schnell erklärt. Eine junge Frau, die so verboten gut aussieht, dass sie dadurch glatt ihren letzten Job verloren hat, kommt nach Hause und stellt entsetzt fest, dass ihre Mitbewohnerin mal eben alle Möbel geklaut hat. Starke Arme, Mädchen. Aber damit nicht genug. Fehlt Cindy doch nun das Geld für den Vermieter. Damit sie mit dem hässlichen, widerlichen Mann nicht Sex haben muss, nimmt sie den erst besten Job an, den ihr eine wildfremde Frau urplötzlich am Telefon anbietet.

Cinderella - Playing with Dolls - Die Legende, wie ein Killer einen Ast in den Hintern einer Frau schieben wollte

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Der Film erscheint bei uns am 06.03.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Danach fährt Cindy zum Sterben in den Wald, damit ein perverses Millionär über hunderte Kameras dabei zugucken kann, wie ein Leatherface-Fanboy durch den Wald gurkt, sich strutzenblöd an das Mädchen heranschleicht und dabei grunzt wie Ganondorf als Wildschwein... Immer noch besser als die Kotzeinlagen die er darbietet, wenn er zu viel an Leichenteilen geschnüffelt hat...

Der Killer ist blind, das Opfer dämlich

In „Cinderella - Playing with Dolls“ muss man mindestens acht Augen zum zudrücken haben und noch mehr Eier in der Hose, um bis zum Schluss am Ball zu bleiben. Wackelige Kamerafahrten sind erträglich. Miserable Schauspieler in diesem Genre nun wirklich keine Seltenheit (Auch wenn Hauptdarstellerinnen, die behaupten von einem Geist vergewaltigt worden zu sein, schon schwerer zu finden sind: Natasha Blasick, meine Damen und Herren). Schreckliche Dialoge kann man überhören und selbst diese ausgelutschte Grundidee kann theoretisch Basis für lustiges oder sogar gruseliges Blutvergießen sein.

Cinderella - Playing with Dolls - Die Legende, wie ein Killer einen Ast in den Hintern einer Frau schieben wollte

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Diese junge Dame ist nur dafür da, um in den ersten fünf Minuten ihre Brüste zu zeigen. Hilft aber auch nichts, der Film ist trotzdem großer Mist.
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Aber was dieser Film abliefert ist eine große Komposition aus allen Dingen gleichzeitig und noch viel mehr. Nichts, aber auch wirklich gar nichts, will mehr als absoluter Unterdurchschnitt sein. Die meiste Zeit beobachten wir die Protagonistin dabei, wie sie nichts tut und warten vergeblich darauf, dass die Geschichte mehr zu bieten hat als das, was bereits nach zwei Minuten glasklar war. Aber Pustekuchen...

Dieser Film ist maximal für den einen oder auch anderen Lacher gut. Aber das ist es einfach nicht wert.Fazit lesen

Die Dialoge sind schlecht, die Schauspieler maßlos überfordert und die Geschichte ein einziges Trauma. Der Versuch dem Killer tiefere, psychologische Facetten zu verpassen, endet mit Tränen in den Augen des Zuschauers. Mal vor Lachen und mal sind es die Nerven.

So zieht sich der Film scheinbar endlos in die Länge und es passiert … wieder nichts. Eine kleine Anspielung hier, ein scheinbar erblindeter Killer torkelt durchs Bild und verschwindet wieder, streckt die Hände nach Cindy aus und kommt nicht ran, klaut ihre Weinflasche und wirft eine Puppe auf den Boden.

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Dann das große Finale. Schreie. Gerenne. „Argh“ und „Uh“. Der Killer lernt plötzlich, dass er auch rennen kann, die Hauptdarstellerin zeigt endlich ihre Brüste und das Ende bemüht sich so dumm und einfallslos wie nur irgendwie möglich zu sein. Bei aller Liebe, aber ein Killer, der Blut seiner Opfer hortet und Leichen zerschnippelt, sollte nicht so fixiert darauf sein, einer Frau einen großen, spitzen Ast in den Hintern zu stecken...

Nach dem Abspann hatten wir eine gute Zeit. Das ganze Büro konnte herzhaft lachen, schüttelte fassungslos den Kopf und rannte weinend in Kreissägen. Nicht der Typ mit der Ledermaske ist der Killer. Der Film ist es. Und wir alle sind seine Opfer. Macht nicht den gleichen Fehler wie wir. Rennt! Rennt, ihr Narren!