Manchmal stimmen die Gerüchte auch einfach mal nicht: Bevor ich mir Centurion anschaute, munkelte man, der Film wäre grottenschlecht. Ich hingegen hatte eigentlich auf so etwas wie die erste halbe Stunde von Gladiator gehofft (die epische Schlacht im Wald), aufgepumpt auf Spielfilmlänge. Doch die Unkenrufe waren da, nahmen Überhand, und meine Vorfreude sackte in den Keller.
Dementsprechend negativ vorbelastet und lustlos schlurfte ich zu einer Pressevorführung von Centurion, und schaute mir den Sandalenfilm im Kreise von etwa drei Dutzend Journalisten-Kollegen an.
Nur ganz kurz schienen sich meine Befürchtungen zu bestätigen, als irgendein stumpfsinniger, pseudo-philosophischer aber eigentlich sinnfreier Off-Monolog zu bedeutungsschwangeren Worten wie „Dies ist weder der Anfang, noch das Ende meiner Geschichte!“ die Handlung einführte. Es geht irgendwie um Römer, die in Britannien stationiert sind, dort ganz schön frieren und von den Pikten immerzu auf die Mütze bekommen.
Wo bitte geht's hier zum Gemetzel? Da lang!Dann sieht man ein paar Szenen mit Lagerkoller-Romantik aus einem römischen Fort in Britannien. Und dann bekommt plötzlich einer der Legionäre beim unbedachten Schiffen über die Holzwand einen piktischen Speer von unten in die Weichteile gerammt. Einfach so. Was folgt ist ein paar Minuten lang ein blutiges Gemetzel, ohne großes Rumgeplänkel. Da werden reihenweise Köpfe abgehackt, Leiber durchbohrt und Gedärme freigelegt.
Und dann geht es erst richtig los: Wir verfolgen die neunte Legion und ihren beliebten General (Dominic West) dabei, wie sie in den Norden Britanniens geschickt werden, um ein für alle Mal mit dem Piktenpack aufzuräumen. Das geht natürlich schrecklich in die Tunika, die Legion rennt in einen Hinterhalt und ein blutiges Gemetzel später sind nur noch eine Handvoll verwegener Kämpfer übrig.
Bei Mel Gibson sah das mit der Braveheart-Bemalung aber schicker aus...Um die dreht es sich dann in der Folge, vor allem um den titelgebenden Protagonisten Quintus Dias (Michael Fassbender), einen Centurion, den einzigen Überlebender beider bislang im Film zelebrierter Schlachtorgien. Er und seine kleine, bunt zusammengewürfelte Soldatenschar, zu der ein Nubier, ein Grieche und ein Koch gehören, sind also abgeschnitten hinter den feindlichen Linien. Sie beschließen, ihren gefangenen General aus dem Lager der Pikten zu befreien; doch das geht schief, und stattdessen stirbt der Sohn des Oberpikten.
Besagter Cheffe schwört Blutrache, und schickt den Römern seine beste Fährtenleserin (Bond-Girl Olga Kurylenko) und ein paar verwegene Männer hinterher. Die Römer laufen, bluten, sterben, Quintus trifft noch ein Mädel, und am Ende gibt’s die große Entscheidungsschlacht, viel Blut und etwas Pathos inklusive.
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Der film scheint ne zusammenfassung von 13. Krieger, Gladiator und Braveheart zu sein. Naja, werd ihn nicht sehen.
war ziemlich enttäuschend