Wie immer heiß erwartet lief das Fantasyfilmfest 2009 am 18. August in der Bundeshauptstadt Berlin an. Und dann wartete das cineastische Vergnügen auch gleich noch mit einem echten Knaller auf, der sich als ein Eröffnungsfilm erster Güte präsentierte. „Carriers“ bot weder unterhaltsamen Trash noch eine splatterige Horror-Achterbahnfahrt. Es ist ein verstörender, psychologisch mitreißender Schlag in die Magengrube, eine Parabel um Menschlichkeit im Angesicht größter Bedrohung.
Irgendwo in Amerika, eine leere Landstraße, abseits der Highways. Zwei junge Pärchen in einem Mercedes. Auf dem Dach Surfbretter und reichlich Bier im Gepäck. Was wie eine ausgelassene Gesellschaft auf der Fahrt in den Urlaub aussieht, ist vielleicht das letzte Aufgebot einer sterbenden Menschheit. Eine grausig entstellende und absolut tödliche Seuche hat die Welt in ihrem eisernen Griff und rafft jeden binnen weniger Tage dahin, wenn er nicht eine äußerste Quarantänedisziplin einhält. Wer überleben will, muss dieser die eigene Ethik und anerzogene Moral unterordnen.
Der Film lässt dem Betrachter kaum Zeit, an der ausgelassenen Fröhlichkeit in der kargen und trockenen Einöde texanischer Hügellandschaft teilzuhaben. Kaum ist man mit den Protagonisten im Auto bekannt gemacht worden, zieht der Film mächtig die Spannungsschraube an. Die Gruppe hält vor einem quer auf der Fahrbahn stehenden Auto an, darin ein Vater und seine Tochter.
Der Tod lauert überall - wer sich nicht schützt, stirbt.Die Tochter ist infiziert und wie sich herausstellt ist das eingeschworene Grüppchen nur zu vertraut im Umgang mit den Infizierten. Ein kurzer Blick auf den blutdurchtränkten Mundschutz des Kindes und der Fahrer gibt Gas. Gerade noch können sie sich vor dem verzweifelten Vater retten, der sich mit gezücktem Schraubenschlüssel auf ihr Vehikel stürzt. So beginnt die postapokalyptische Tour de Force der spanischen Brüder Álex und David Pastor, der die vier Protagonisten auf ihrer Fahrt durch ein Land begleitet, in dem Jeder um sein Überleben kämpft und Mitleid oder Hilfsbereitschaft tödlich sein können.
Wer den Infizierten hilft, läuft Gefahr, sich selbst anzustecken. Wer einem anderen mit Benzin aushilft, könnte selbst bald in der Ödnis feststecken. Und wer glaubt, dass er ohne brutale Gewalt und Skrupellosigkeit mit den restlichen Verzweifelten dieses wahr gewordenen Alptraums verhandeln kann, der ist gänzlich schief gewickelt.
Genre:HorrorFilmstart: Darsteller:Emily VanCamp, Lou Taylor Pucci, Piper Perabo, Chris Pine
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Gruß, Moritz.
Ein ernster, düsterer Zombiefilm mit PG-13 = die fabulierenden Schreiber des FFF-Programmhefts müssen Überstunden machen.
Nein, ich hatte bisher nicht den Eindruck, daß hier die Wertungen ausgewürfelt werden. Manchmal kann ich Argumentationen nicht teilen, das liegt dann meistens am unterschiedlichen Filmgeschmack... aber das ist was Anderes.
Was mich hier stört: Ich lese diese Rezension und alles scheint an diesem Film perfekt zu sein. Wo sind dann die 3 Punkte hin? Ich hab den Film logischerweise noch nicht gesehen, bin kein Fanboi o.Ä. und will auch NICHT daß dieser Film 10/10 bekommt.
Ich würde nur gern wissen, wo - aus der Sicht des Autors - die Schwächen liegen, daß dieser Film NICHT 10/10 bekommen hat. Das geht nämlich aus dem Artikel in keinster Weise hervor.
@Martin: Danke, das hilft schon weiter. Wobei ich die Aussage mit PG13 angesichts der teilweise schwachsinnigen Einstufungskriterien eher fragwürdig finde.
Hätte einer der Zombies einen Nippel, wäre der Film sowieso X-rated (oder wie auch immer das heute heißt)
Ich bin seit fast dem ersten FFF anwesend und habe noch NIE so einen flachen Eröffnungsfilm gesehen. Ein bisschen Herumgefahre, ein bisschen Huch und Hach und am Ende dann wird die Sonnencreme ausgepackt. Pfffff...