Auf Asylum kann man sich verlassen. Wenn ein großer Film kommt, gibt es zügig – zumeist auch schon vorab – die Billigversion. In diesem Fall hängt man sich an „50 Shades of Grey“ heran. Der Roman wird gerne als Mommy-Porn bezeichnet, das muss auch den Asylum-Leuten zu Ohren gekommen sein, denn man kam auf die glorreiche Idee, auch gleich eine Frau reiferen Alters in der Hauptrolle zu besetzen: Charisma Carpenter.

Bound - Gefangen im Netz der Begierde - Official Trailer #1

Mit 44 Jahren ist sie immer noch ziemlich attraktiv, wirkt auch jünger, als sie ist, sieht aber doch deutlich älter aus als ihr Meister Ryan, dargestellt von Bryce Draper. Damit nicht genug, spielt sie die Tochter von Daniel Baldwin, der im wahren Leben gerade mal zehn Jahre älter als Carpenter ist. Ja, man kann es nicht anders sagen: Die Besetzung ist erstaunlich kurios.

Bound - Gefangen im Netz der Begierde - 50 Shades of Grey im Asylum-Stil – mit Charisma Carpenter

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Charisma Carpenter zieht blank und begräbt gleich noch den Rest ihrer Karriere.
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Michelle (Charisma Carpenter) arbeitet in der Firma ihres Vaters. Sie versucht, sich einen Namen zu machen, was jedoch nicht so leicht ist. Zumal ihre Gedanken schon bald von ganz anderen Dingen in Beschlag genommen werden. Sie lernt in einem Restaurant Ryan kennen, der sofort Interesse an ihr zeigt. Er verführt sie. Mehr noch, er zeigt ihr, was sie eigentlich begehrt. Ryan und Michelle beginnen eine S/M-Beziehung, bei der sie sich ihm immer mehr ausliefern muss. Das geht soweit, dass sogar schon ihre Arbeit darunter leidet, da sie bei wichtigen Terminen entweder nicht dabei ist oder aber von Ryan so sehr abgelenkt wird, dass alles zu entgleisen droht.

Wie die Erotik-Thriller der 1990er

Im Fahrwasser von „Basic Instinct“ gab es in den 1990er Jahren eine ganze Reihe von Erotik-Thrillern, die allesamt nach ähnlichem Muster abliefern. „Bound“ erinnert in mehr als einer Hinsicht an diese Filme, da es hier nicht nur um eine S/M-Beziehung geht. Schließlich erweist sich Ryan doch eher als Psychopath – ein Umstand, der dem Film von Seiten der BDSM-Gemeinde einige Unkenrufe eingebracht hat.

Bound - Gefangen im Netz der Begierde - 50 Shades of Grey im Asylum-Stil – mit Charisma Carpenter

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Ein bisschen SM, ein bisschen Spannung. Und ganz viel Fremdschämen.
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Aber gut, „Bound“ soll ja spannend sein. Dumm nur, dass er es nicht ist. Stellt sich die Frage: ist er denn wenigstens sexy? Die glasklare Antwort kann nur lauten: Naja.

Sicher, Charisma Carpenter sieht immer noch gut aus, aber mehr als ihre Brüste zeigt sie nicht. Das limitiert natürlich auch die S/M-Szenen, die hier möglich sind. Zwar hat Ryan – er ist wohl ein großer Fan von „50 Shades of Grey“ – seinen eigenen Red Room, was darin jedoch vorgeht, lässt sich auch problemlos im Fernsehen zeigen. „Bound“ ist ein sehr zahmer Softcore-Streifen, der noch nicht mal im prüden Amerika besondere Aufregung hervorrufen dürfte.

Halbgar, lahm, langweilig, nur bedingt sexy. Bound ist vor allem eins: ein Sargnagel in Charisma Carpenters Karriere.Fazit lesen

Mageres Schauspiel

Problematisch ist übrigens auch, dass Charisma Carpenter hier weniger zeigefreudig ist als bei ihrem „Playboy“-Portfolio. Aber schlimmer als das ist, dass sie schauspielerisch Arbeitsverweigerung betreibt. Tatsächlich hat sie nur zwei Gesichtsausdrücke parat: verärgert und erregt. Die werden regelmäßig abgewechselt, in den Szenen, in denen sie nicht passen, kommt dann einfach nur Teilnahmslosigkeit.

Aber immerhin ist sie damit nicht allein, denn Daniel Baldwin agiert so staubtrocken und hölzern, dass man nur vermuten kann, dass er seinen Text von ein paar Cue Cards abgelesen hat. Klar, in einen Film wie „Bound“ möchte man keine Mühe investieren, aber dennoch, da keiner der Beteiligten für lau arbeitet, darf man auch ruhig ein wenig Einsatz erwarten.