Sieht man den Titel, dann muss man unweigerlich an „Staplerfahrer Klaus“ denken, aber „Bob der Baggerführer“ ist ein ganz anderes Kaliber. Nicht pointiert, nicht wirklich lustig, schon gar nicht gut gemacht. Er hat das Flair einer Amateurproduktion, was insofern nicht überrascht, weil Jochen Taubert, den man getrost den Trash-König des Landes nennen kann, in knapp 20 Jahren und ebenso vielen Filmen kaum Entwicklung offenbart. Seine Filme sind immer noch Wald-und-Wiesen-Splatterheuler ohne Esprit.

„Bob der Baggerführer“ beginnt 1944 mit Kämpfen zwischen deutschen und alliierten Soldaten. Das sieht aus, als ob man einer Wehrsporttruppe beim Kriegsspielen zusehen würde. Der Panzer ist das aufwendigste, die Schüsse knallen hingegen wie Silvesterkracher – und zwar nicht gerade die imposantesten.

Aber weiter im Text: Der Krieg geht dem Ende entgegen, ein Weibchen will sich eigentlich schon eine Kugel in den Kopf jagen, aber dann ergibt sich doch noch die Gelegenheit zur Nazi-Party, bei der eine Frau ein geradezu modernes Ständchen singt, so dass man meinen könnte, einem Treffen von Altnazis und halbjungen Bewunderern zuzusehen – inklusive schlecht sitzender Uniformen, die dem Ganzen das Flair einer Faschingsveranstaltung verleihen.

Bob - Der Baggerführer - Der minderbemittelte Bruder von Staplerfahrer Klaus: Humor ist, wenn man trotzdem lacht

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Den Film gibt es nur auf DVD und Blu-ray. Warum es wohl nicht fürs Kino gereicht hat?
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Hier wird dann auch der Titel eingeblendet. „Baggerführer Bob“ steht da. Kurios. Wirklich kurios, schreit einem das Cover doch „Bob der Baggerführer“ entgegen. Aber egal, so pingelig sollte man gerade bei dem Film auch nicht mehr sein.

Was sonst noch passiert

Eine Bombe mit experimentellem Kampfstoff wird entwendet und im Fluss versenkt. Dann kommt erst mal der Zeitsprung in die Gegenwart. Endlich ist Bob da, das dümmliche Klischee eines Bauarbeiters, der die Arbeit wahrlich nicht erfunden hat und tagtäglich eigentlich nur an Nutten und Schnaps denkt. Der alte Bob stößt bei der Arbeit auf die Bombe, die seit Jahrzehnten schlummert. Als er das Ding bergen will, kommt es zur Explosion. Aber Bob geht nicht drauf, er findet sich plötzlich zu Zeiten des Dritten Reichs wieder, wo er allerhand Abenteuer überstehen muss, während er doch eigentlich nur nach Hause will.

Einfalllose Inszenierung

Es ist im Grunde erstaunlich, dass jemand fast zwei Jahrzehnte Filme macht und immer noch Anfängerfehler baut. Der Aufbau der Kamera, die Art der Inszenierung, das schreit alles „Amateur“. Es fehlt jedwedes Flair. Stattdessen merkt man dem Trauerspiel an, dass hier einfach keinerlei Vision vorhanden ist. Man will einen Film machen, also macht man auch einen Film. Er soll ein bisschen lustig sein, also hat man halt solch tolle Ideen wie jene, dass ein Bauarbeiter sich Ketchup auf die Banane raufhaut. Ist halt lecker.

Bob - Der Baggerführer - Der minderbemittelte Bruder von Staplerfahrer Klaus: Humor ist, wenn man trotzdem lacht

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Wir lassen das mal einfach unkommentiert hier stehen.
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Dass „Bob der Baggerführer“ 2014 entstanden und kein Relikt der 1990er Jahre ist, merkt man echt nicht. Dieser Film strahlt den nicht vorhandenen Charme der deutschen C-Grütze jener Ära aus, was sicherlich auch dadurch noch verstärkt wird, dass „Szenegrößen“ wie Thomas Kercmar, Olaf und Tanja Ittenbach und Oliver Krekel auftauchen. Ittenbach hat auch noch die handgemachten Effekte geleistet. Das ist das übliche Gekröse, das man auch aus seinen Filmen kennt.

Darüber hinaus gibt es hundsmiserable CGI-Effekte, für die man sich sogar vor 20 Jahren geschämt hätte. Jeder Billig-Schrott aus USA hat da in der Regel mehr zu bieten.

Mit dabei ist auch Ralf Richter, der vielleicht einzig echte Schauspieler in diesem Machwerk. Wie er sich hierhin verirren konnte? Keine Ahnung, aber es ist echt peinlich.