Im Januar werden normalerweise die filmischen Leichen vergraben. Die Filme, von denen sich die Studios nichts versprechen, die im Sommer gnadenlos untergehen würden. Die einfach nicht gut genug sind. Aber „Blackhat“ ist immerhin von Michael Mann. Das muss auch was gelten. Nur leider befinden wir uns halt nicht Ende der 1990er, sondern heute. Da hat sich Manns Name abgenutzt. „Blackhat“ stellt dann auch beeindruckend dar, warum das so ist.

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In China gibt es einen Hackerangriff auf ein Atomkraftwerk. Der Kern überhitzt, es kommt zur Katastrophe. Der chinesische Captain Chen Dawai (Leehom Wang) ist ein Experte für Computerangriffe. Aber den Code aufzuspüren, ist fast unmöglich. Da trifft es sich gut, dass ähnliche Angriffe auch auf amerikanische Einrichtungen gemacht wurden. Es bietet sich also eine Zusammenarbeit an.

Blackhat - Sieht der gewöhnliche Hacker wirklich wie Chris Hemsworth aus?

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Der Film wird bei uns am 05.02.2015 veröffentlicht.
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Chen fliegt mit seiner Schwester Lien (Wei Tang) in die USA, wo man sich mit FBI-Agentin Barrett (Viola Davis) trifft. Aber es wird ein Experte benötigt: Nicholas Hathaway (Chris Hemsworth). Der sitzt seit einiger Zeit wegen Computerdelikten im Knast, ist aber ein alter Kumpel von Chen. Zudem haben beide die Urversion des Codes geschrieben, mit dem die Firewall des Atomkraftwerks überwunden wurde. Natürlich bietet man Hathaway Straferlasse, wenn er hilft, den Terroristen zu schnappen.

Gemeinsam arbeitet man nun daran, den Hacker, der bestens weiß, wie er seine Spuren verwischen kann, aufzuspüren. Die Spur führt zurück nach China…

Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?

In die Einzelheiten des großen Plans des Hackers dringen wir hier nicht vor, nur so viel: Er funktioniert in verschiedenen Stufen. Nach der zweiten fragt man sich: Warum all der Aufwand, warum die Toten, warum der ganze Stress, wenn es so einfach ist, Börsenkurse zu manipulieren und groß abzusahnen? Aber nein, dann wäre der Film nicht nur vorbei, er hätte gar nicht erst begonnen.

Blackhat - Sieht der gewöhnliche Hacker wirklich wie Chris Hemsworth aus?

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Nicht unbedingt Michael Manns bester Film...
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Denn der Angriff auf das Atomkraftwerk ist essenziell, um die Geschichte in Gang zu bringen. Dass es auch Angriffe gegen amerikanische Unternehmen gab, wird am Anfang erwähnt, dann aber still und heimlich fallengelassen, weil es innerhalb des großen Plans keinerlei Sinn mehr ergibt.

Das wiederum ist das größte Problem dieses Films: Er ist unsinnig. Was hier passiert, ist an den Haaren herbeigezogen. Aber es wird noch schlimmer.

Der Action-Nerd

Wie kam man wohl auf die Idee, Chris Hemsworth als Computer-Genie und Meiser-Hacker zu besetzen? Sicher, der Nerd, der im Keller der Mutter lebt, ist ein Klischee, aber mal ehrlich: Wie viele Computergenies sehen bitte wie Sunnyboy Hemsworth aus? Und mehr noch: Wie viele sind exzellente Kämpfer, die sich in Bars problemlos gegen vier Angreifer ihrer Haut erwehren können, die mitten in Feuergefechten vollkommen cool bleiben und zurückschießen, die keine drei Minuten brauchen, um die Leading Lady des Films ins Bett zu kriegen?

Die Antwort bleibt der Film schuldig, stattdessen gibt es eine der keuschesten Sexszenen aller Zeiten. Man denkt fast, man sähe einen Film aus der Goldenen Zeit Hollywoods.

Blackhat - Sieht der gewöhnliche Hacker wirklich wie Chris Hemsworth aus?

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Chris Hemsworth, der durchschnittliche Hacker?
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Computer sind nicht gut für Action

Dass ein Plot mit Hackern nicht unbedingt gut ist, wenn man eigentlich einen Actionfilm inszenieren will, versteht sich fast von selbst. Immer dann, wenn Hemsworth am Rechner sitzt und man – ganz spannend – riesige Zahlenkolonnen mit Codes zu sehen bekommt, dann erlahmt der Film total.