Black Death – Filmkritik

Pestbeulen made in Sachsen

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von Martin Beck, 13. September 2010 09:40 Uhr

Mal wieder ein Film von Christopher Smith, der sich inzwischen als versierter Genre-Fan behauptet und zumindest bisher mit jeder Produktion eine Leistungssteigerung verbuchen konnte. Nach „Creep“, einem mittelprächtigen U-Bahn-Thriller mit „uns“ Franka Potente, folgte „Severance“, eine drollige Mischung aus „Stromberg“ und „Wrong Turn“, und schließlich der verflucht spannende und clevere Zeitschleifen-Thriller „Triangle“. Ein europäischer Genre-Regisseur, der innerhalb kürzester Zeit einen soliden Fuß in die überschaubare „Mid Budget“-Tür bekommen hat. Als Belohnung winkt eine nicht klimatisierte Abenteuerreise ins verpestete Sachsen.

Deutsche Zombies

„Black Death“ mag nicht unbedingt der alles erschlagende Megaknaller sein, doch für einen Dankesseufzer an die Gnade der späten Geburt reicht es allemal.Fazit„Black Death“, die Überschrift dieser Belohnung, ist ein im Mittelalter angesiedelter Horrorfilm, der komplett mit deutschen Geldern finanziert und zu einem guten Teil in den Wäldern Sachsens und Sachen-Anhalts gedreht wurde. Die Geschichte handelt von Ritter Ulric (Sean Bean), der mit seinen Mannen ein bisher von der Pest verschontes Dorf aufsuchen soll. Hatten die Bewohner dort einfach nur verdammtes Glück...oder sind etwa dunkle Mächte und Zombies am Werk?

Screenshot zu: Pestbeulen made in SachsenRaue Sitten: Im Mittelalter wird nicht gerade zimperlich "verarztet". Black Death hält die Kamera volldrauf.

Das mit dem Horrorfilm mag auf die komplette Distanz des Films zutreffen, doch zumindest am Anfang wird der Zuschauer im Unklaren gelassen, welche Fährte die Ritter-Truppe einschlägt. Eigentlich wäre es ja schön blöd, einem Zombie-Tease die Erkenntnis hinterherzuschicken, dass es diesmal leider keine Matschereien gibt, doch trotzdem ist „Black Death“ auch ein Mystery-Thriller. Als ambitionierte Vergleiche fallen dem halbwegs bewanderten Genre-Fan umgehend „Der Hexenjäger“ und „The Wicker Man“ (nein, NICHT der Nicholas Cage-Heuler) ein.

Analog zu den in der Schwebe gelassenen Genre-Verhältnissen sind auch die Figuren des Films nicht eindeutig in Gut und Böse einzuordnen. Man könnte sogar sagen, dass Christopher Smith ganz bewusst die Erwartungen der Zuschauer übers Knie legt und der anfänglichen Einteilung wiederholt böse Brüche folgen lässt. Im siffigen Mittelalter von „Black Death“ geben selbst rauhbeinige Ritter nur bis zu dem Augenblick noble Gesellen ab, als sie eine Frau vor dem Scheiterhaufen retten und sie danach eiskalt abstechen.

Screenshot zu: Pestbeulen made in Sachsen"Herr der Ringe"-Star Sean Bean als frommer Ritter Ulric.

Es darf als erfrischende Brise gewertet werden, dass Christopher Smith auf Ambivalenz statt müder Klarheit setzt, und dazu auch noch unverbrauchte Bilder sächsischer Wälder auftischt. In „Black Death“ kommt man sich vor wie im „richtigen“ Mittelalter, wozu dann auch dreckiger Gestank, verdorbene Charaktere und haarsträubend ruppige Gewalt gehören. Wo z.B. bei „Robin Hood“ die Darsteller nach einem adrett hingeföhnten Feriencamp riechen, regieren hier zertrümmerte Schädel, fettige Backen und feige von hinten durchgestoßene Schwerter.

Kommentare 13
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sexy05.02.2011 08:54
black death hab ich gesehen
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VoodjinVoodjin21.09.2010 01:47
@JayDee: Nicht nur die Zeit an sich, sondern auch, zu was für Taten die Religion ihre Anhänger oft bringt. Und noch viel schlimmer finde ich, dass man seit damals kaum dazu gelernt hat...
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JayDeeJayDee21.09.2010 01:14
Das einzig Gute war, dass man gesehen hat wie grausam das Mittelalter war .. .egal auf welcher "Seite" oder zu welchem Stand man gehört.
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VoodjinVoodjin20.09.2010 16:43
Habs mir auch vor ein paar Tagen angeguckt. Also abgesehen von der recht simplen Story fand ich ihn schon ganz gut. Aber recht eklig an manchen Stellen, wie bei der Szene mit den Pferden am Ende. :D
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R0bs0N20.09.2010 13:13
Hab ihn gestern gesehen..... naja....also das Mittelalter wurde mit seiner ganzen Widerlichkeit perfekt zum Ausdruck gebracht....aber die Story .... naja....
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JayDeeJayDee20.09.2010 11:42
Am Anfang ziemlich öde und 0815, andauerndes gewackel der Handkamera auch bei ruhigen Szenen ging mir schon auf die nerven.
Dann gegen Ende kam ein wenig Spannung auf, reicht vermutlich auf DVD zu gucken
4/10
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CalvertCalvert20.09.2010 10:59
Ich fand den Film echt nicht gut.
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PierrePierre13.09.2010 12:04
Ich find Sean Bean einfach nur Klasse.. das Setting interessiert mich auch.. aber das ich es ins Kino schaffe glaub ich auch nicht.. Homekino in jedem Falll :)
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Holla13.09.2010 11:38
ich geh davon aus die Überschrift der 2. Seite
lautet nicht umsonst "Flesh and Blood", immerhin
einer der besten Mittelalterfilme aller Zeiten
von Paul Verhoeven und mit Rudgar Hauer ;)
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chucky72chucky7213.09.2010 11:04
Klingt auf jedenfall spannender als der andere(komme jetzt drauf wie der heißt) demnächst im Kino erscheinende deutsche Zombiefilm.Aber ins Kino lockt mich der Film trotzdem nicht.Für einen Videoabend zu Hause ok.
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SchnupsiSchnupsi13.09.2010 10:29
hmmm...liest sich ja schon mal nicht schlecht. ich glaube ehr nicht, dass ich mir den film im kino ansehen werde. dafür brauche ich bestimmt meine decke, die ich mir über den kopf ziehen kann, wenn es zu blutig für mich wird. :D
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Ranker13.09.2010 10:13
Vom Trailer her hätte ich ja gesagt muss man net gesehen haben obwohl mich Mittelalter Setting immer anspricht und mit Horro anbei schon interessant ist (immerhin war das wirklich ne dunkles Zeitalter^^).
Doch nach dem Filmreview werd ich doch mal nen Auge (oder auch 2;) ) drauf werfen.
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VoodjinVoodjin30.08.2010 18:41
Liest sich intersesant. Den werde ich mir vormerken. Danke für den netten Artikel!
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Black Death
Black Death FilmplakatRegie: Christopher SmithGenre:ThrillerFilmstart: Spieldauer: 102 minDarsteller:Sean Bean
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