„Big Game“ ist wieder einer dieser Filme, von denen man einfach nicht weiß, was man von ihnen halten soll. Auf der einen Seite gehen sie mutig neue Wege und präsentieren uns Szenen und Gegebenheiten, wie wir sie selten zu sehen bekommen; neue Ansätze und Denkmuster im Aufbau, die einfach Spaß machen. Doch auf der anderen Seite sind sie so plump und dämlich, dass man lieber lachend gegen eine rote Ziegelwand läuft, als sich den Schinken ein zweites Mal zu geben...

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Und natürlich ist nicht alles neu, was es in „Big Game“ zu sehen gibt. Es ist halt einer von denen, die ein paar – eine Hand voll – gute Ideen haben. Nicht genug, um einen ganzen Film damit zu füllen, aber ausreichend, für ein Fundament, welches nicht sofort beim ersten Windstoß in sich zusammenfällt. Das der gesamte Rest aus Blech und Zuckerwatte besteht, stört keinen … Bis zum Regenguss; und dann steht man da wie ein Eimer Wasser ohne Boden.

Big Game - Samuel L. Jackson ist der Präsident der fuck*** U.S.A.

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Der Film läuft bei uns am 18.06.2015 in den Kinos an.
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Mister fucki** President

Der erfahrenste Agent des Secret Service hat viel für seinen Präsidenten gegeben. Und was hat er dafür bekommen? Sein geliebtes Land wird von Samuel L. Jackson regiert. Aber nicht die coole Version, die Ärsche tritt und Welten rettet. Auch nicht die richtige Version, die reichlich Humor besitzt und ebenso clever ist. Nein. Die stinkige Langweiler-Version. Und die ist nicht mal ein guter Politiker.

Also tut man sich schnurstracks mit ein paar Terroristen zusammen, bringt die Air Force One zum Absturz und lässt die Welt sehen, dass sie einen starken Anführer braucht; und nicht so einen halben Sam mit geringem Selbstwertgefühl.

Zum Glück für den Präsidenten kann er seinen Peinigern entkommen, bevor diese ihn zum Märtyrer machen. In den Wäldern, wo der Flieger eine Bruchlandung hingelegt hat, begegnet er nämlich dem Jungen Oskari, der im Rahmen eines Mannbarkeitsrituals – nur mit einem Bogen bewaffnet – auf Hirschjagd geschickt wurde. Die beiden verbünden sich, immer den Feind im Nacken und den eigenen Mut direkt vor Augen.

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Eine der besagten beknackten Szenen. Es werden noch ein paar davon folgen...
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Überraschend – positiv wie negativ

Der Film sticht durch einige Ideen hervor, die ihn von anderen Filmen dieses Genre unterscheiden. Er hat keinen coolen Jackson, der im Anzug um sich ballert und die bösen Jungs durch den Wald jagt. Sondern einen verängstigten Politiker, der nur deswegen mehr Mut als der kleine Junge hat, weil ihm alles andere peinlich wäre. Viele Szenen sind recht einfallsreich und die Action wird nicht überbohrend nervig in den Vordergrund gestellt. Außerdem spielt „Big Game“ mit dem Zuschauer und präsentiert ihm eine Schurkenfigur, die nicht das ist, was sie zu sein scheint und ein Ende, wie es sich nur wenige zu schustern trauen.

Kann man sich geben... Kann man aber auch getrost sein lassen.Fazit lesen

Der ganze Rest... Zuckerwatte und Dosenbier. Zähe Erklärungen und der müde Versuch, Charakteren Tiefe zu verleihen, die sie schon nach zwei/drei Sätzen verschenkt haben. Albernste Action, die mit Logikfehlern um sich wirft, wie Eleanor Abernathy mit Katzen. Ein Szene bekloppter als die nächste.

Aber nicht das „gute“ Bekloppt. So wie ein Kung Fu kämpfender Kung Führer, Chromfarben auf den Zähnen (Zeuge!) oder meinetwegen auch fliegende Haie mit Laserstrahlen. Nein, einfach nur doofe Ideen, die einigermaßen okay umgesetzt wurden und sich fürchterlich mit dem Aufbau des Films beißen, der eigentlich impliziert, dass dieser Streifen ernst genommen werden möchte.

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Wenigstens wurde der Film relativ hochwertig produziert. So hat zumindest das Auge etwas davon.
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Als würde ein Stück Obst lautstark damit prahlen (nicht visualisieren!), dass es ohne chemischen Dünger und fiese Insektenvernichter auskam und im Gegensatz zu der Konkurrenz ehrliches, vertrauenswürdiges Obst darstellt. Aber kaum beißt man herzhaft in die Banane, schmeckt sie nach Popel und schlechten Jelly-Belly-Beans-Witzen.

Das Herz mag am rechten Fleck sitzen, doch sollte sich jeder geneigte Kinogänger fragen, ob er wirklich 90 Minuten damit verbringen will, sich zwei/drei gute Szenen aus der Keksschachtel zu stibitzen, nur um davor, danach und währenddessen gezwungen zu werden, sich die restliche Pampe ebenfalls reinzuziehen.

Das Schauspiel der einzelnen Charaktere mag ganz vernünftig sein und im Großen und Ganzen hat man auch bei weitem schlechteren Mist gesehen... Um ganz genau zu sein, ist dieser Film auch alles andere als Mist. Er ist nur leider austauschbar, unnötig und stellenweise einfach nur albern. Nein. Nicht lustig/albern. Einfach nur albern/albern. Auf eine traurige Art, die irgendwie versucht ernst genommen zu werden. Aber dann schießen Junge und Präsident mit einem Schleudersitz gen Himmel, während direkt unter ihnen so etwas wie eine kleine Atombombe explodiert... Keine Sorge, den beiden geht es gut. Aber sie werden sich von diesem Film wohl genauso erholen müssen wie wir.

Big Game - Screenshots zum Actionfilm mit Samuel L. Jackson

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