„Big Ass Spider“ – was für ein Titel, was für ein Film. Immerhin: Er hält, was der Titel verspricht. Was anmutet wie die neueste Kreation des Schwachsinns aus dem Hause Asylum, ist in Wahrheit ein liebevoll gemachter Monsterfilm, der an die coolen Creature Features der 50er Jahre erinnert, das Ganze mit einer Portion Buddy-Komödie abschmeckt und bessere Effekte auffährt, als die Billigheimer von Asylum und Co. es könnten. „Big Ass Spider“ ist herrlicher Monsterquatsch.

Alex Mathis (Greg Grunberg) ist Kammerjäger. Mit einem Spinnenbiss kommt er ins Krankenhaus und wird dort behandelt. Er ist just zur Stelle, als ein Pathologe von einer riesigen Spinne angegriffen und gebissen wird. Also schlägt er dem Krankenhausdirektor vor, sich um das Biest zu kümmern, wenn dieser sich im Gegenzug um seine Rechnung kümmert.

Big Ass Spider! - Riesenspinne = Riesenspaß!

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Der Moneyshot: Die Spinne als King Kong.
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Mit Hilfe des Sicherheitsmanns Jose jagt Alex das Biest, hat aber keine Ahnung, mit was er es eigentlich zu tun hat. Das wird erst klar, als das Militär das Krankenhaus abriegelt. Bei der Spinne handelt es sich um ein fehlgeschlagenes Experiment, das nun eine Gefahr für die ganze Welt darstellt. Denn das Biest wächst immer weiter und macht schon bald ganz Los Angeles unsicher.

Keine Frage, dass Kammerjäger Alex nicht einfach beiseitetritt, wenn das Militär das anordnet. Er ist ein Profi, der nach dem Motto „Ich lebe, um zu töten“ seinen Job ausführt. Es wäre doch gelacht, wenn er einer Big Ass Spider nicht auch den Garaus machen könnte…

Nach wie vor obskur

Vier Filme in 17 Jahren sind nicht gerade viel. Das ist das bisherige Gesamtwerk von Mike Mendez, der 1996 mit „Killers“ in Festivalkreisen auf sich aufmerksam machte. Zwischen „Gravedancers“ und „Big Ass Spider“ lagen alleine schon sieben Jahre. Aber das Warten hat sich gelohnt. Wie schon bei seinen vorherigen Filmen zeigt Mendez auch hier seinen ganz eigenen Stil und hat ein Werk abgeliefert, das sich wohltuend vom Gros ähnlich gelagerter Stoffe abhebt. Mit „Big Ass Spider“ zeigt er, wie Riesenmonster-Movies aussehen müssen, um gut unterhalten zu können. Man sollte nicht über sie, sondern mit ihnen lachen.

Packshot zu Big Ass Spider!Big Ass Spider!

Gruselig ist „Big Ass Spider“ natürlich nicht. Lediglich am Anfang, als die Spinne noch überschaubar groß ist, profitiert der Film von der weit verbreiteten Angst vor Insekten. Sowohl in der Pathologie als auch in dem Patientenzimmer spielt der Film hier seine volle Wirkung aus. Als das Vieh jedoch größer wird, setzt man ganz und gar auf Action – und natürlich Humor.

Überraschend guter Riesenspinnenfilm, der eine Hommage an die Klassiker ist, aber auch Elemente der Buddy-Action-Komödie aufgreift und auf ganzer Linie zu gefallen weiß.Fazit lesen

Denn wie die Riesenspinne in einem Park wütet (und u.a. Troma-Gründer Lloyd Kaufman frisst) ist vor allem amüsant. „Big Ass Spider“ will wie die Monsterfilme der guten alten Zeit hauptsächlich Spaß machen, einen bösartigen Knochen haben weder die Spinne noch der Film im Leib.

Das dynamische Duo

Für den Humor ist das Duo des Kammerjägers und seines freiwilligen Helfers, gespielt von Greg Grunberg („Heroes“) und Lombardo Boyar („Over There“), gut. Mit augenzwinkernden Dialogen spielen sie sich in die Herzen der Zuschauer. Erstaunlich ist, dass bei einem Film wie diesem sogar ein klein bisschen Charakterentwicklung vorhanden ist. Das gilt für die beiden Hauptdarsteller, in geringerem Maße aber auch für den von Ray Wise („Twin Peaks“) dargestellten Major und die von Clare Kramer (Glory aus „Buffy“) gespielte Karly.

Das Klischee wäre gewesen, das Militär so handeln zu lassen, dass Außenstehende unter keinen Umständen involviert werden, der Major erkennt jedoch, dass ihm all seine Waffen bei dieser Mission nichts bringen, wenn das Know-How fehlt.

Das sind natürlich nur kurze Momente im Film, sie bereichern ihn aber ungemein, da sie auch illustrieren, dass sich Autor Gregory Gieras Gedanken gemacht hat und nicht nur auf die Schnelle einen 08/15-Monsterfilm herauswürgen wollte.

Big Ass Spider! - Riesenspinne = Riesenspaß!

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Die spinnen doch, diese Trashfilmer!
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Auf dem Hochhaus

Der Moneyshot des Films ist natürlich die Riesenspinne auf dem Hochhaus. Generell sind die CGI-Effekte ziemlich gut, auch wenn man sie natürlich nicht mit Multimillionendollarproduktionen vergleichen kann. Sie sind jedoch besser als bei vielen anderen günstigen Monsterfilmen und profitieren davon, dass Mike Mendez weiß, wie man sie gelungen in Szene setzt.

Nur bei der Park-Sequenz merkt man, dass manchmal etwas aus dem Ruder lief. Ein paar der fliehenden Menschen laufen in die falsche Richtung – hier hat man beim Dreh wohl versagt, ihnen auch mitzuteilen, wo das Monster später im Film zu sehen sein wird.