Wer Fan der Dark-Souls-, beziehungsweise Demon's-Souls-Reihe ist, sollte jetzt mit mehr als einem Auge Aufmerksamkeit zeigen und die Ohren spitzen. Denn es gibt eine Welt, die maßgeblich als Vorlage für die bekannten Videospiele diente. Düster. Ohne Aussicht auf ein Happy-End. Mit monströsem Grauen in menschlicher Gestalt und höchst menschlichen Dämonen von deformierter Schauderhaftigkeit. „Berserk“ ist ein Anime, der der Gewalt, dem Blut und dem Horror aus tausend und einem Schrecken seinen Tribut zollt. Und dabei auf höchst melancholische Art und Weise eine Geschichte mit beträchtlicher Tiefe erzählt...

Berserk - Das goldene Zeitalter - Deutscher Trailer zum dritten Teil

„Berserk“ berichtet von dem Leiden und Wirken eines Söldners, der in pechschwarzer Rüstung durch die Lande streift und sich gefährlichen Dämonen und gar den Göttern selbst in den Weg stellt. Er lebt in einer Welt, in der das Grauen und der Horror alltäglich sind. Untote Armeen, missgestaltete Legionen, gigantische Monster und monströse Giganten. Die Welt von „Berserk“ ist dreckig, dunkel, boshaft und definitiv tödlich.

Berserk - Das goldene Zeitalter - Der dunklen Seelen Heimatleid

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Alle drei Boxen dieser Trilogie sind bereits erhältlich.
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Harry-Potter-Fans möchten nach Hogwarts, Star-Wars-Fans im Rasenden Falken mitfliegen und Narnia-Fanatiker öffnen fast täglich ihren Kleiderschrank und suchen nach dem verstecken Durchgang in ein zauberhaftes Reich... Berserk-Fans hingegen sind zufrieden. Zufrieden mit der schlichten, langweiligen und grauen Welt der Realität. Denn im Berserk-Universum ist dein Leben keinen Pfifferling wert und viel älter wird man hier wahrscheinlich eh nicht. Es hat den H.P.-Lovecraft-Effekt: entweder endest du tot oder verrückt; manchmal sogar beides.

Die Trilogie „Das Goldene Zeitalter“ beschränkt sich auf einen Handlungsstrang, der erst später in der Mangavorlage thematisiert wird und erklärt, wie der große Antagonist der Reihe geboren wurde, warum Guts – der „Held“ dieses Epos – zu dem wurde, was er nun mal ist (ein grimmiger, pessimistischer und sehr düsterer Zeitgenosse) und mit welchen Mächten man es hier eigentlich zu tun bekommt.

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Berserk war eine Inspirationsquelle für die Demon's-/Dark-Souls-Reihe.
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Wer den Manga kennt, weiß auch, warum er für die Dark-Souls-Reihe eine so wichtige Vorlage darstellt. Die Parallelen sind nicht eindeutig, aber doch vorhanden. Wie ein Schleier. Eine Art Zwillingswelt. Gehören sie auch nicht zusammen, so ähneln sie sich sowohl in ihrem Kern, als auch in ihrem Äußeren auf erschreckende Art. Beide sind von einer subtilen Schönheit durchzogen, schwelgen in der Düsternis und brutales Gemetzel und melancholisches Märchen reichen sich hier die Hand.

Die Gegner sind übermächtig, quasi unbezwingbar. Die Strippenzieher wie Götter, denen man nicht mehr Schaden zufügen kann, als einem Gedanken. Der Held: ein Mensch. Ein ausgebildeter, tödlicher Mensch. Aber eben nur ein Mensch. Immer nur einen Zentimeter neben Gevatter Tod und so weit davon entfernt, ein Happy-End zu bekommen, wie diese Geschichte überhaupt überleben zu können.

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Die Anfangsgeschichte von "Berserk"; knallhart erzählt.
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Der Manga zeichnet sich dadurch aus, dass er enorm brutal, sehr düster und zeitweise sogar verstörend ist. Doch erzählt er eine tiefgreifende Geschichte von Leid, Hoffnung, Liebe und Verzweiflung. Die Figuren entwickeln sich nachvollziehbar und immer wieder auch äußerst unkonventionell und überraschend. Und auch, wenn sich „Das Goldene Zeitalter“ nur mit einem kleinen Teil der Geschichte befasst, so bringt er diesen Kern äußerst gut zu Geltung und untermalt ihn mit fantastischen Grafiken, einem subtilen/feinfühligen Soundtrack und durchgehend talentierten Synchronsprechern.

Seit Kurzem ist die Trilogie abgeschlossen und ihr könnt euch quasi an einem Stück davon überzeugen, wie die Welt aus Dark-/Demo's-Souls wohl mal ausgesehen haben könnte. Eure Interessen sollten aus einer Mischung aus der bekannten Videospiel-Reihe, der Serie „Game of Thrones“ und Anime bestehen. Das sind die besten Voraussetzungen, um „Berserk“ wirklich genießen zu können. Obwohl von „Genuss“ nur bedingt die Rede sein kann, ist der Anime doch eine Reise ins Land der Schrecken.

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Im Grunde dreht sich alles um Protagonist Guts und sein großes Vorbild Griffith.
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Natürlich gibt es ruhige Szenen. Und schöne Landschaften, etwas Liebe und Ablenkung von der Hölle auf Erden. Gerade die Vorgeschichte zu „Berserk“ erzählt von einer Zeit, wo die Dinge noch nicht so schlimm standen. Das macht die Trilogie vor allem für Einsteiger der Geschichte äußerst schmackhaft, da sie nicht direkt in den Schlund der tausend Qualen geschmissen werden und sich verängstigt fragen müssen, wessen krankem Hirn dieser Alptraum eigentlich entstiegen ist.

Melancholisch. Düster. Hart erzählt. Diese Trilogie ist Anime-Gold für Hartgesottene.Fazit lesen

Aber so krank ist dieser Verstand gar nicht. Denn wie gesagt: die Geschichte hat eine Tiefe, einen Mehrwert und eine Leidenschaft in sich, die man nur selten zu sehen bekommt. Es ist nur schade, dass der Rest der Mär, also alles, was in der „Neuzeit“ angesiedelt ist, nicht die gleiche, detailverliebte Umsetzung bekommen hat wie „Das Goldene Zeitalter“.

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Im Gegensatz zu dem Manga gibt es im Anime sehr viel mehr ruhigere Momente.
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Gleichzeitig darf man mit erhobenem Zeigefinger darauf hinweisen, dass Mangakenner nun genervt mit den Augen rollen und nervös mit dem Fuß zu tippern beginnen, da sie endlich auf das Ende meines Wort-Wasserfalls warten und etwas einbringen möchten. Denn im Vergleich zur Vorlage wurde die Geschichte doch arg zerstückelt und viele, mehr oder weniger wichtige Dinge, wurden ausgelassen, abgeändert oder in falscher Reihenfolge umgesetzt.

Das tut weh, ich weiß. Ich spüre euren Schmerz. Und ich gebe euch Recht. Ist die Vorlage doch meist so viel besser als „was immer da noch kommen mag“. Doch ich muss auch mal neutral bleiben. Sachlich. Subjektiv. Ja, dass mag kaum möglich sein, doch reicht der angestrengte Versuch, um zu erkennen, dass der Anime immer noch verdammt gut ist. Man sollte halt nur offen für Änderungen sein, auch wenn man das Original mehr wertschätzt. Man muss erkennen, dass Neulinge des Epos eine verdammt gute Geschichte, in beeindruckenden Bilder bekommen. Und das ist doch alles, worauf es am Ende ankommt.