Kaum ist die eine Filmserie nach einem Jugendbuch beendet, steht auch schon die nächste vor der Tür. „Beautiful Creatures“ ist die Verfilmung des ersten Romans einer Reihe von Kami Garcia und Margaret Stohl, der hierzulande den Titel „Sixteen Moons“ trägt. In erster Linie richtet sich der Fantasy-Stoff an ein junges, weibliches Publikum, denn natürlich gibt es in dieser handzahmen Romeo-und-Julia-Geschichte viel zum Schmachten und Mitfiebern – wenn man auf diese Art Unterhaltung steht.

Lena Duchannes ist neu in Gatlin. Sie lebt im Anwesen ihres Onkels Macon Ravenwood, der die Stadt meidet. So haben auch Gerüchte ihren Lauf genommen, dass Macon den Teufel anbeten würde. Seine Nichte hat es darum in der Schule nicht leicht, aber Ethan Wate, der sich nichts sehnlicher wünscht, als das Kaff zu verlassen, verliebt sich in sie – und sie in ihn.

Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Liebe - Neues Futter für Twilight-Fans und -Hasser

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Farblos wie Schnee: die schmachtenden Hauptdarsteller.
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Doch Lena hat ein Geheimnis: Sie ist ein Caster, so wie alle in ihrer Familie. Die Caster haben übernatürliche Fähigkeiten, was an sich noch nicht weiter tragisch ist. Doch an ihrem 16. Geburtstag wird sich für Lena entscheiden, wer sie sein wird. Denn jeder weibliche Caster muss sich an diesem Tag dem Claiming unterziehen. Dann zeigt sich, ob man für das Licht oder die Dunkelheit geboren wurde, denn das, was einen Caster ausmacht, kommt zum Vorschein. Ethan will Lena helfen, den Tag des Claimings zu überstehen, aber ihre Mutter hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Sie will Lena auf die dunkle Seite ziehen…

Farblose Helden

„Beautiful Creatures“ leidet an vielem, vor allem aber an zwei Hauptdarstellern, die einerseits sehr farblos sind, andererseits überhaupt keine Chemie miteinander haben. Dass Lena und Ethan Seelenverwandte sind, die schon immer voneinander träumten, wird zwar behauptet. Emotional nachfühlbar ist es im Film aber nicht.

Das Schauspiel von Alice Englert und Alden Ehrenreich trägt da sicherlich auch dazu bei. In der Synchronisation wird hier allerdings ein Makel beseitigt, der im Original irritierend wirkt. Die beiden Mimen mühen sich ab, einen Louisiana-Akzent zu imitieren, sind dabei jedoch überfordert. Speziell für Englert als Neuseeländerin dürfte dies noch die größte Herausforderung gewesen sein.

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Blass wie ein Vampir: die übernatürliche Lena.
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Jeremy Irons und Emma Thompson haben dabei weniger Schwierigkeiten, blicken aber auch schon auf einige Jahre Erfahrung zurück. Sie sind es auch, die diesem Film nach dem Baukastenprinzip ein klein wenig Glanz verleihen, auch wenn ihre Rollen nicht nennenswert ausgearbeitet sind.

Das Fräulein in Not

Wenn „Beautiful Creatures“ überhaupt etwas hat, das auch nur halbwegs an Originalität heranreicht, dann ist es der Rollentausch, der hier vollzogen wird. Denn es ist zur Abwechslung mal nicht das Mädchen, das unscheinbar, sterblich und ganz toll in den großen, mysteriösen Typen verliebt ist. Nein, Ehrenreich hat als Ethan die undankbare Aufgabe, einen Typen zu porträtieren, der das Anforderungsprofil des typischen Fräuleins-in-Not erfüllt.

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Trotz Sonnenbrille ein Lichtblick: Jeremy Irons.
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Lang und… langweilig

Knapp zwei Stunden zieht sich „Beautiful Creatures“, der wie ein Amalgam eines gefühlten Dutzend ähnlich gelagerter Filme und Fernsehserien aussieht. Bis die Handlung in Gang kommt, vergeht einige Zeit. Als es dann losgeht, ist der Film völlig konfliktfrei – und damit auch frei von jeder Art von Drama.

Wer mit dem Twilight-Hassen fertig ist, kann sich jetzt auf Beautiful Creatures stürzen.Fazit lesen

Zwar sollen sich Lena und Ethan nicht mehr sehen, aber die Widerstände sind so lächerlich gering, dass es keine fünf Minuten dauert, bis die Liebenden sich wieder tief in die Augen blicken können. Der Film vernachlässigt sträflich jedwedes Potenzial, aus dem sich dramatische Situationen gestalten ließen. Hängen bleiben im Grunde nur zwei Szenen, der Rest plätschert gemächlich dahin.

In der einen Szene liefert sich Lena mit ihrer von Emmy Rossum dargestellten Cousine ein Duell, bei dem sich ein Esstisch mitsamt der Familie wild dreht, in der anderen hat man den Showdown zwischen Lena und ihrer Mutter – und der wiederum ist extrem kurz geraten.