Ach, was haben wir gelacht. Über die beknackten Rabbits in „Rayman“. Über die durchgeknallten Minions in „ICH – Einfach unverbesserlich“. Über den zuckersüßen Ohnezahn in „Drachenzähmen leicht gemacht“. Und was werden wir erneut über den knuddeligen Baymax lachen. Über den Rest des Films leider nicht so sehr. Denn der ist der berühmte erste Teil. Der eine, dem andere folgen sollen. Und für die muss ja auch noch Story übrig bleiben...

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Disney ist in der Lage, zwei Arten von Filmen zu realisieren. Jene, die mit allem auffahren, was das Filmstudio zu bieten hat und keine Kompromisse eingehen. Ein Film, bei dem jeder Lacher geplant, jedes Detail beachtet wurde. Und das, was an Story und Möglichkeiten übrig bleibt, packt man dann in einen Direct-to-DVD-Nachfolger, um noch ein bisschen reicher zu werden.

Baymax - Riesiges Robowabohu - Disney + Marvel = Awesome?

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Der Film läuft bei uns am 22.01.2015 in den Kinos an.
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Und auf der anderen Seite, die Filme, die erst einmal antesten sollen. Was geht? Was will das Publikum? Sind sie für diese Art der Unterhaltung bereit? Fahren wir lieber auf der sicheren Schiene und kombinieren daher erprobte Gags, eine altbekannte Story und Lacher aus der Konserve mit einem einzigen Inhalt, der einen zweiten Teil rechtfertigen wird. In diesem Fall der goldige Roboter Baymax.

In seltenen Fällen wird der erste Teil trotzdem ein Hit und der Nachfolger wird davon nur noch um so mehr profitieren. Doch manchmal ist das Ergebnis einfach nur okay.

Ein Junge und sein Roboter

Die Geschichte von „Baymax - Riesiges Robowabohu“ (Was für ein herrlich bekloppter Name) ist schnell erzählt und Fans der Marvel-Comics sowieso schon ein Begriff. Ein hochintelligenter Junge, Hiro Hamada (in den Comics ursprünglich Hiro Takachiho), verliert seinen besten Freund in einer Feuersbrunst: seinen Bruder. Übrig bleibt ihm nur das Mitleid seiner Freunde und der Roboter, den sein Bruder erfunden hat, um gegen die Krankheiten und Gebrechen dieser Welt zu Felde zu ziehen.

Baymax - Riesiges Robowabohu - Disney + Marvel = Awesome?

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Schick sieht der Film ja aus. Spaß macht er auch. Nur sonderlich einfallsreich ist er leider nicht.
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Anfangs noch genervt von dem fürsorglichen Dickerchen, werden die beiden schnell zu Freunden. Obwohl – und gerade hier beweist sich der Film als Konsequent – Baymax eigentlich „nur“ ein Roboter ist. Und daher gar nicht in der Lage, mehr zu sein, als sein kleiner Besitzer in ihm sieht. Er befolgt Befehle und seiner Programmierung. Schützt seine Hauptroutinen vor Sabotage und versucht, so gut es geht, seiner Bestimmung zu folgen.

Roboter Baymax begeistert die Massen. Der Rest ist eher okay.Fazit lesen

Und als ein fieser, maskierter Bösewicht die Stadt mit mikroskopisch kleinen Robotern angreift, hilft er Hiro Hamada auch nicht, weil es seine Pflicht ist oder sich die beiden so gut verstehen. Sondern weil er dafür da ist, dass sich seine „Patienten“ besser fühlen. Und der Kampf gegen einen Superschurken lässt den kleinen Kerl den tragischen Tod seines Bruder vergessen...

Alles schon gesehen

Dieses Verhalten von Baymax ist ein großer Pluspunkt und lässt den Film sehr solide wirken. Leider kann man das von dem Rest der Geschichte und den Gags nicht sagen.

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Der knuddelige Roboter erobert die Herzen der Kinozuschauer im Sturm.
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Jeder Witz, der beim Publikum wirklich einschlägt, kommt von Baymax oder betrifft ihn persönlich. Und selbst hier hat man oft das Gefühl, dass die Idee dahinter bei den Entwicklern des Films für eine Menge Lacher gesorgt hat. Man aber nicht wusste, wie man die Situation logisch in den Film einbauen soll. Aber man hat es trotzdem getan.

Die gesamte Story ist natürlich absolut durchschaubar. Aber leider auch ein Inbegriff von 08/15. Man hat alles schon gesehen, fast alles schon gehört und erwartet eigentlich in jeder Minute nur das Erwartbare. „Baymax“ trumpft nicht mit eigenen Ideen auf und wäre der namengebende Roboter nicht, der Film wäre wohl schnell wieder in Vergessenheit geraten.

Disney

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Das macht diese Marvel/Disney-Produktion leider etwas enttäuschend, wenn auch nicht schlecht. Der Film sieht äußerst schick aus und malt seine Bilder in fantasievollen Farben. Es macht Spaß, das Hirn auszuschalten, zu entspannen und zu lachen.

Aber auch für Trauer ist Platz in diesem Film und bei den tragischen Ereignissen, die erzählt werden, ist dieser Aspekt des Films unabdingbar. Zwar gefällt es, dass Humor und Tragik hier Hand in Hand gehen, doch kommt der Schnitt, in welchem sich diese beiden Extreme ablösen, leider oft viel zu hart. Aus dem Lacher heraus, in eine deprimierende Szene geworfen zu werden und auf dem Höhepunkt der Trauer wieder mit Gags bombardiert zu werden, haut nur in den seltensten Fällen hin. Hier leider nicht.