Klar, wenn selbst Actionfiguren aus Plastik und eine Freizeitparkattraktion zwei der einträglichsten Kino-Franchises der jüngeren Filmgeschichte garantierten, dann geht das auch mit einem simplen Strategiespiel. „Battleship“ ist Schiffe versenken auf Leinwandgröße, eine vorsorglich gleich schon mal auf mehrere Teile angelegte Filmversion des Hasbro-Spiels. Um knifflige Spielzüge aber geht’s hier allerhöchstens in den Chefetagen des Firmensitzes, der Rest ist schlicht Macke Bumm Bumm.

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Spielzeugkino

Mit den „G.I. Joe“- und „Transformers“-Filmen glückte Hasbro der Sprung vom Kinderzimmer auf die Kinoleinwand zumindest finanziell bereits vor Jahren. Die ja sogar ganz wörtlich zu überlangen Werbeclips hochgezogenen Adaptionen der Spielzeuge demonstrierten nicht nur die unerschöpflichen Möglichkeiten filmischer Übertragungswege, sondern kurbelten auch noch einmal kräftig den Verkauf der Figürchen und sonstiger Merchandising-Artikel an.

Battleship - Wenn das Brettspiel spannender ist als der Film...

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Große Alienschiffe und viel Bumm Bumm. Das war es dann auch schon...
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Bevor uns über kurz oder lang die schon angekündigten Spielfilmversionen von Monopoly und – bereits zum zweiten Mal – Cluedo drohen, dürfen in „Battleship“ erst einmal Schiffe im ganz großen Stil versenkt werden. 200.000.000 US-Dollar soll das gekostet haben, eine Investition mit Blick auf mögliche Fortsetzungen, deren erste sich hier natürlich bereits nach dem Abspann ankündigt. Teasing, Cross-Promo, Multivertrieb – so strategisch wie der Vermarktungsbetrieb eines Milliardenkonzerns kann keine Spielvorlage sein.

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„Battleship“ erzählt die Geschichte von Klatsch, Peng, Rumms, Boom, Kawumm, Zoing und Boing. 85% des Films ergeben sich aus einer – mal wieder – beispiellosen Materialschlacht, der Rest geht für saudämliche Dialogzeilen drauf. Mindestens 5% darf noch ein blondes Dummchen für sich beanspruchen, das aber zu wiederum 100% damit beschäftigt ist, den glorreichen Helden des Films sinnlos anzuschmachten. Dieser wird von Taylor Kitsch gespielt, dem rätselhaftesten aller momentanen Hollywood-Newcomer, der seine „John Carter“-Mähne hier nun gegen Army-Kurzhaarschnitt eintauschen muss.

Militär. Kitsch.

Army ist dann auch gleich das Stichwort: gegen das in dieser geballten Form selten gesehene Navy-Pathos von „Battleship“ nimmt sich selbst noch der Militär-Trash eines „Top Gun“ zurückhaltend aus. Gleichzeitig aber präsentiert der Film sich und seine Rekrutierungsfantasie so derart absurd, dass man sie sowieso nur schwerlich ernst nehmen kann. Um sie aber geht es tatsächlich: Kitsch (was würde man für diesen Namen geben) spielt einen draufgängerischen Taugenichts, der erst als Offizier der US-Marine zu sich findet. Es gibt schließlich nichts Besseres als Krieg.

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E7... Klasse. Du hast die Logik des Films versenkt.
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Als cyberkinetische Alien-Streitkräfte den Pazifik attackieren (es ist exakt so wie es auch klingt), bekommt Kitschs Figur endlich Gelegenheit, sich, die Flotte und natürlich auch das hübsche Blondchen von seiner wahren Manneskraft zu überzeugen. In einer nicht enden wollenden Haudrauf-Zerstörungsorgie zwischen Army- und Alien-Schiffchen, ballert sich der kühne Recke zur Selbstbestimmung. Nur Blondchens Papa, dargestellt von Kinoallzweckwaffe Liam Neeson, muss er noch überzeugen, der ist als oberster Admiral nämlich päpstlicher als der Papst (außer wenn es um Krawall geht, versteht sich).

Schiffe versenken auf Transformers-Art: nervtötender Quatsch ohnegleichen, der sich von einer Peinlichkeit zur nächsten bombt.Fazit lesen

„Battleship“ ist so doof, dass es leider nicht schon wieder gut ist. Wie dauerhaftes Gehämmer gegen die Schädeldecke, bei dem man nicht einmal gepflegt im Kinosessel eindösen kann. Peter Berg, der sich erst als Schauspieler und später dann als Regisseur mit Filmen wie „Operation: Kingdom“ (k)einen Namen machte, hat den Radau nicht eine Sekunde im Griff. Unter lärmendem Soundgetöse und einem penetranten Frontalscore transformieren (!) sich hier alle naselang gigantische Schiffe zu röhrenden Geschossen. Ein selten infantiler Dauerbeschall, den nicht mal teilnahmslos anzuglotzen irgendwie Freude bereitet.