Der 23. animierte DC-Film, „Batman vs. Robin“, macht da weiter wo sein Vorgänger, „Son of Batman“, aufgehört hat – auch was die Qualität angeht. Im „live action“-Bereich hinkt DC ja Marvel um einiges hinterher, doch bei den gezeichneten „direct to video“-Projekten sind sie dafür klar vorne. Fanbedienung pur, selbstverständlich inklusive vereinzelter Stimmen, dass sich die Filme noch mehr an die Comics anlehnen sollten.

Vater vs. Sohn

Die hauptsächliche Grundlage für „Batman vs. Robin“ ist „Batman: Der Rat der Eulen“ von Scott Snyder, wobei aber Autor J.M. DeMatteis, der Batman bereits von seiner Arbeit für die Fernsehserie „Batman: The Brave and the Bold“ kennt, auch noch andere Einflüsse und -Schock!- eigenständige Ideen eingearbeitet hat. Der Rat der Eulen ist weniger eine allumfassende Bedrohung, sondern vielmehr eine starke Basis für den zentralen Vater-Sohn-Konflikt.

Robin alias Damian ist nämlich nach wie vor nicht gewillt, seine Superhelden-Aktivitäten ohne Morde durchzuführen, was Batman ganz und gar nicht gefällt. Bereits am Anfang von „Batman vs. Robin“ wird dieser Konflikt deutlich, als die beiden gegen den Puppenmacher vorgehen, einen gar üblen Finsterling im Jason-Vorhees-Look, der kleine Kinder in Käfigen hält und sie zu ferngesteuerten Killern „ausbildet“.

Batman vs. Robin - Der richtige Batman für Comic-Fans

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Der Blick deutet es an: Robin droht, seinen Vater zugunsten des Rats der Eulen fallen zu lassen.
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Obwohl Batman Robin sagt, er solle nicht ohne Verstärkung aktiv werden, legt Robin selbstverständlich auf eigene Faust los. Er kann die ferngesteuerten Kinder besiegen und schafft es auch, den Puppenmacher in die Knie zu zwingen, doch die finale Tötung seines Gegners misslingt – dank Batman, der einschreitet und seinen Sohn in die Schranken weist.

Der Rat der Eulen

Ein solches Vorgehen missfällt natürlich Robin, obwohl Batman doch nur um die Sicherheit seines Sohnes bangt. Der ungestüme Nachwuchs ist somit eine leichte Beute für Talon, den Killer des Rats der Eulen, der ihm die so lange gewünschte Freiheit verspricht. Es liegt nun an Batman, der den Rat der Eulen auch für die Ermordung seiner Eltern verantwortlich macht, seinen Sohn wieder auf die richtige Bahn zu führen.

Batman vs. Robin - Der richtige Batman für Comic-Fans

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Creeeepy: der Rat der Eulen.
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Das Gute an dem Rat der Eulen (neben den creepigen Masken à la „Eyes Wide Shut“) ist, dass diese Gefahr nicht einfach ausgeknockt werden kann. So richtig viel zu tun bekommen die Mitglieder zwar gar nicht, doch wie schon gesagt, als Antrieb der zentralen Familiengeschichte funktionieren sie prächtig. Für beinharte Comic-Fans mag das immer noch nicht das sein, was diese „direct to video“-Ableger leisten sollen, doch der gemeine DC-Fan freut sich dafür über ein gelungenes „Best Of“-Arrangement verschiedener Einflüsse.

Gelungene Fortsetzung zu „Son of Batman“, vor allem gedacht für Comic-Fans, denen die Kinofilme zu verwässert sind.Fazit lesen

Und als solches funktioniert „Batman vs. Robin“ ganz prächtig, immer natürlich unter der Prämisse, dass die Animation deutlich unter Kinostandard liegt. Wer sich damit anfreunden kann, bekommt ein überraschend harsches Superhelden-Abenteuer, das bereits mit dem Puppenmacher kindliche Albträume verursachen kann und bei den Actionszenen die Grenzen des PG-13-Ratings auskitzelt. Dass die Zielgruppe immer noch Kinder und Jugendliche sind, wird bei den erklärbärenden Dialogen deutlich, doch ansonsten wagt sich Regisseur Jay Oliva erstaunlich weit auf die dunkle Seite der Macht.