Jüngst gab es den neuen Trailer zu „Batman v. Superman“ zu sehen. Obwohl er über die Geschichte des Films nicht allzu viel verrät, ist er in anderer Hinsicht ausgesprochen aufschlussreich. Man kann an ihm schon erkennen, dass DC sich wohltuend von Marvel abheben wird. Das ist auch notwendig: Würde man die inhaltliche Formel nämlich nur eins zu eins kopieren, kämen zu Recht die Vorwürfe, DC würde Marvel nur kopieren.

Beide setzen auf das Errichten eines großen, gemeinsamen Universums mit zahlreichen unterschiedlichen Filmen. Bislang hat im Grunde Marvel das Feld dominiert. Zwar gab es Christopher Nolans Batman-Trilogie, sie ist aber nicht Teil des neuen DC-Universums. Sie könnte aber eine Art Blaupause sein: Der düstere Look der Trilogie verbindet sich mit dem großen Spektakel moderner Superheldenfilme.

DC-Universum - Wieso sich DC von Marvel unterscheiden muss

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 61/641/64
DC geht einen anderen Weg als Marvel ... Gut so!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

So wie es jetzt aussieht, werden sich Marvel und DC jedoch tonal deutlich unterscheiden. Wo ersterer auf Spaß setzt und Fun-Blockbuster präsentiert, scheint man bei DC deutlich grimmiger und sehr viel bodenständiger daherkommen zu wollen.

Falsche Götter

Das zeigt schon der Trailer zu „Batman v. Superman“. In einer sehr schönen Einstellung fährt die Kamera auf eine überlebensgroße Statue von Superman zu. Als sie um die Figur kreist, sieht man jedoch, dass auf dem S-Symbol auf der Brust des Stählernen etwas geschmiert wurde: „False God – falscher Gott“.

In einer anderen Szene des Trailers sieht man, wie Soldaten sich vor Superman hinknien. Das sind kurze, elektrisierende Momente, die gespannt machen auf das, was DC in den nächsten Jahren bieten wird.

Anders als bei Marvel scheint man sich dazu entschieden zu haben, die soziokulturelle Komponente der Existenz von Superwesen nicht einfach außen vor zu lassen. Bei Marvel weiß man im Grunde gar nicht, wie die Öffentlichkeit darauf reagiert, dass Götter, Außerirdische und Eisenmänner unter ihnen sind. Bei DC bekommt man schon in den wenigen Sekunden des Trailers einen Eindruck davon.

Batman V Superman: Dawn Of Justice - Deutscher Teaser Trailer8 weitere Videos

Wie weit man die normale Bevölkerung zu sehen bekommen wird, bleibt abzuwarten, aber das Gefühl, das wird zumindest die ersten Filme durchdringen. Denn Menschen bleiben nun mal immer Menschen. Und wenn Superwesen auftauchen, Wesen, die göttergleiche Macht haben, dann herrscht eine gewisse Angst vor, selbst wenn diese Wesen sich in den Dienst des Guten stellen.

Schon in „Man of Steel“ gab es das Misstrauen des Militärs gegenüber Superman. Was dort noch nicht gar so stark ausgespielt wurde, wird mit „Batman v. Superman“ jedoch stärker in den Fokus gerückt. Hier erlebt man eine Welt mit, in der die Ära des Supermenschen beginnt, womit sich der Mensch automatisch die Frage stellen wird und muss: Wo ist mein Platz in einer solchen Welt?

Packshot zu Batman V Superman: Dawn Of JusticeBatman V Superman: Dawn Of Justice

Grim’n’gritty

In den 1980er Jahren wurde das Superhelden-Genre dekonstruiert, indem man es „grim’n’gritty“ – grimmig und düster – machte. Der Ausgangspunkt war Frank Millers „Der dunkle Ritter kehrt zurück“, der in „Batman v. Superman“ sogar zitiert wird. Da ist es nur passend, dass dies auch die Blaupause für das DC-Universum ist, das inmitten all der phantastischen Figuren einen realistischen Nährboden haben will.

DC-Universum - Wieso sich DC von Marvel unterscheiden muss

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden3 Bilder
"The Dark Knight Returns" als Vorlage für "Batman v Superman".
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Bei Marvel verweigert man sich dem recht konsequent. Es ist jedoch bezeichnend, dass es der bislang beste Film des Studios ist, der sich auch mit Themen der echten Welt befasst. „The Return of the First Avenger“ ist das Highlight des bisherigen Marvel-Programms, weil er sich sogar recht subversiv damit befasst, dass Bürgerrechte und Freiheiten im Namen der Sicherheit eingeschränkt werden. Damit hält der Film der Welt den Spiegel vor. Er zeigt, wohin man schlittern kann, wenn man Sicherheit über Freiheit stellt. Am Ende droht man, beides zu verlieren.

Bei Marvel war dies bislang jedoch nur ein Strohfeuer, ein einmaliges Aufblitzen, das im Effektgewitter von „Avengers: Age of Ultron“ gleich wieder untergegangen ist. Vielleicht kann „Captain America: Civil War“ jedoch die Türe wieder aufstoßen.

DC-Universum - Wieso sich DC von Marvel unterscheiden muss

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 61/641/64
Die düsteren Versionen der Superheldenwelten gefallen dem breiten Publikum einfach besser.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wenn nicht, wird sich DC sich dieses Bereichs praktisch allein und gänzlich ungestört annehmen. Aufgrund dessen, dass man erst so viele Jahre nach Marvel wirklich in die Gänge kommt, ist man ins Hintertreffen geraten. Die Figuren sind aber nicht weniger ikonisch als die Marvel-Helden. Und sie können, wenn man es richtig ausspielt, den Zuschauer weit direkter treffen, nicht weil er es zwangsläufig „grim’n’gritty“ mag, sondern weil er in den Grundfesten des DC-Universums auch die eigene (Erlebnis-)Welt erkennt.

DC hat die Chance, in seinem filmischen Universum das zu sein, was Marvel in den Comics immer war: ehrlicher, authentischer, lebensechter.

DC Extended Universe

- Sagt uns eure Meinung! Wer ist der beliebteste Charakter im DC-Universum?!
Voting startenKlicken, um Voting zu starten (119 Bilder)