Bei den Realfilmen steht Warner/DC der Konkurrenz von Marvel nach, im Bereich der animierten Filme ist man aber schon seit langer Zeit der Platzhirsch. Mittlerweile hat man auch begonnen, Comic-Klassiker zu verfilmen. Nach „Das erste Jahr“ trifft es nun Frank Millers „The Dark Knight Returns“.

Einen ärgerlichen Wermutstropfen gibt es dabei: Die Geschichte wird in zwei Teile zerlegt. Angesichts der ohnehin eher kürzeren Laufzeit der Zeichentrickfilme eine nicht wirklich nachvollziehbare Entscheidung – wenn man außen vor lässt, dass sich mit zwei Filmen auch zweimal abkassieren lässt. Die DVD und die Blu-ray von Volume 1 erscheinen am 21. September, der zweite Teil wird 2013 folgen.

Batman: The Dark Knight Returns, Teil 1 - Superhelden gehen nicht in Rente… sie kämpfen immer weiter

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Bruce Wayne ist auch als alter Mann kaum weniger "schlagfertig".
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Zehn Jahre sind vergangen, seit Batman verschwunden ist. Commissioner Gordon steht kurz vor dem Ruhestand und in Gotham sorgen die Mutanten für eine nie dagewesene Welle der Gewalt. Bruce Wayne wird klar, dass er zurückkehren muss. So schlüpft er erneut in das Kostüm und stellt einige Bankräuber.

Seine Rückkehr zeigt Wirkung. Einerseits geht das Verbrechen zurück, andererseits melden sich auch alte Feinde wieder – so wie Two-Face, der als geheilt aus der Psychiatrie entlassen wurde und dank plastischer Chirurgie wieder ganz normal aussieht. Batman inspiriert aber auch ein junges Mädchen, das Kostüm von Robin anzuziehen. Sie ist es auch, die ihm dann hilft, als er sich dem Anführer der Mutanten stellt.

Packshot zu Batman: The Dark Knight Returns, Teil 1Batman: The Dark Knight Returns, Teil 1 kaufen: ab 4,99€

Doch seine Rückkehr spaltet die Gesellschaft. Die einen sind froh über seine Taten, die anderen halten ihn für einen Faschisten. Und der Bürgermeister weist an, Batman in Gewahrsam zu nehmen.

Etwas zu glatt erscheinende, deutlich weniger komplexe Verfilmung der wegweisenden Graphic Novel von Frank Miller. Nicht überragend, aber unterhaltsam.Fazit lesen

Wie Miller – und dann auch wieder nicht

Die Zeichnungen erscheinen etwas zu glattgebügelt. Dass man Frank Millers Stil nicht wirklich imitieren kann, ist eine Sache, die Welt seines Comics ist aber „grim’n’gritty“, was sich auch im Zeichentrickfilm widerspiegeln sollte.

In ein paar Momenten hält sich die Adaption aber auch sehr nahe an die Vorlage und imitiert diese sogar soweit, dass einige ikonische Bilder eins zu eins übernommen werden.

Weniger komplex

Im Grunde ist es sicherlich auch der kurzen Laufzeit geschuldet, aber „Batman: The Dark Knight Returns 1“ ist bei weitem nicht so komplex wie die Comic-Vorlage. Das fängt schon mit der Rückkehr Batmans an. Im Comic hat sich die Welt soweit verändert, dass es keine Kostümierten mehr gibt, wenn sie nicht in Diensten der Regierung stehen.

Batman: The Dark Knight Returns, Teil 1 - Superhelden gehen nicht in Rente… sie kämpfen immer weiter

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Den Stil von Frank Millers Comicvorlage trifft der Film nicht exakt.
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Als Batman zurückkehrt, ist dementsprechend sofort die ganze Polizei hinter ihm her. Das wird im Film nur minimal angedeutet und dann auch gleich wieder abgeblasen. Im Großen und Ganzen hat man eher das Gefühl, die Rückkehr des Vigilanten wird akzeptiert.

Im Film versucht man zwar auch, herauszuarbeiten, wie die Öffentlichkeit auf Batmans Rückkehr reagiert und welche Debatten darum geführt werden, im Comic ist dafür aber deutlich mehr Platz vorhanden. So wirkt dieses Element im Film eher aufgesetzt und alles andere als natürlich.

Stärken und Schwächen

Eine der Stärken des Comics war, dass Batmans interner Monolog geboten wurde. Das hätte man eigentlich in Form eines Voice-Overs auch in den Film integrieren können, aber man verzichtet darauf. Das nimmt der Geschichte einiges an Wirkung, da man deutlich schwerer nachvollziehen kann, warum Bruce Wayne ausgerechnet jetzt entscheidet, wieder das Kostüm anzulegen.

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Batman to the Rescue...
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Das hätte auch geholfen, dem Zuschauer wirklich das Gefühl zu vermitteln, es hier mit einem Batman im Alter von 50+ zu tun zu haben. In den wenigsten Szenen stellt sich dieses jedoch ein. Obwohl alt, weniger stark und unter Schmerzen leidend, ist dieser Batman seinem jüngeren Ich ebenbürtig. Im Grunde sogar überlegen, schlägt er doch mit bloßer Faust durch Autodächer und Steinwände.

Im Original kann wenigstens der Synchronsprecher einen Hauch von Altersweisheit einbringen. Immerhin verpflichtete man hier Peter Weller („Robocop“). Unterstützt wird er von Michael Emerson („Lost“) als Joker, der hier noch nicht viel zu tun hat, und Ariel Winter („Modern Family“) als Robin.