Eigentlich sollte „Batman: Assault on Arkham“ eine Adaption des ersten Arkham-Games werden, das wiederum lose auf der Graphic Novel von Grant Morrison und Dave McKean basiert, aber dann entschied man sich, doch etwas originärer zu sein. Dennoch ist der Zeichentrickfilm in der Welt der Arkham-Spiele angesiedelt, er spielt kurz nach dem dritten Game, das wiederum ein Prequel war.

Batman: Assault on Arkham - Official Trailer

Ja, das klingt kompliziert, ist aber eigentlich nicht weiter von Belang, da man den Film auch problemlos ohne jedwede Vorkenntnisse sehen und genießen kann. Und das umso mehr, da „Batman: Assault on Arkham“ wohl einer der reifsten und erwachsensten Zeichentrickfilme ist, die aus dem DC-Universum je hervorgegangen sind.

Der Film ist deutlich experimenteller als man das bei Warner-Produkten erwartet, schon allein deswegen, weil man den Mumm hatte, Batman in seinem eigenen Film zur Nebenfigur zu machen. Die eigentlichen Hauptfiguren sind die Mitglieder der Suicide Squad.

Batman: Assault on Arkham - Gewalttätig, makaber, sexy – der ungewöhnlichste Batman-Zeichentrickfilm aller Zeiten!

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Der Film spielt vor dem ersten Game, aber nach "Arkham Origins".
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Todgeweihte unter sich

Edward Nigma alias der Riddler stiehlt etwas von Amanda Waller, die mit ihrer streng geheimen Organisation das Suicide-Squad-Programm leitet, bei dem Superschurken zum Wohle der Allgemeinheit eingesetzt werden – auch wenn es immer wieder mal zu Kollateralschäden kommt.

Da der Riddler in Arkham einsitzt, stellt Waller ein Team zusammen, das aus Deadshot, Harley Quinn, King Shark, Black Spider, Captain Boomerang und Killer Frost besteht. Ihnen allen wurde eine Bombe in den Nacken eingesetzt. Wenn sie nicht sputen, geht das Ding hoch.

Der Plan sieht vor, dass die Suicide Squad in Arkham zurückholen soll, was der Riddler gestohlen hat, doch verfolgt Waller eigentlich eine ganz andere Agenda. Sie muss zugleich jedoch dafür sorgen, dass Batman beschäftigt ist, der der Suicide Squad nicht in die Quere kommen darf, aber gerade ermittelt, da er erfahren hat, dass der Joker, der momentan noch in der Irrenanstalt einsitzt, einen Anschlag plant, der vielen Menschen das Leben kosten wird.

Packshot zu Batman: Assault on ArkhamBatman: Assault on Arkham

Over the Top

Was die Gewalt in diesem Film betrifft, so werden hier keine Kompromisse gemacht. Die Schurken metzeln und meucheln sich durch Arkham, als gäbe es kein Morgen. Man sieht den Unterschied: Sie sind halt keine Helden.

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Der Joker spielt natürlich wieder eine sehr wichtige Schlüsselrolle.
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Darüber hinaus bezieht der Film seinen Reiz daraus, dass die Dynamik zwischen den Schurken immer wieder für Überraschungen sorgt. Und das in mehr als einer Hinsicht. Wer hätte schließlich schon erwartet, Harley Quinn und Deadshot beim Schäferstündchen zu sehen. Sicher, mehr als Harleys nackten Rücken gibt es nicht zu bestaunen, aber im Zusammenhang mit den schlüpfrigen Dialogen ist dies schon eine Szene, wie man sie bei einem DC-Animationsfilm nicht erwartet.

Zugleich gibt der Film aber auch einen Vorgeschmack darauf, wie die Live-Action-Version der Suicide Squad, an der David Ayer arbeitet, aussehen könnte. Wenn er die Essenz dieses Animationsfilms in den Realfilm retten kann, dann könnte er – unbekanntere Schurken hin oder her – einen echten Gewinner an der Hand haben.

Das einzige, was besser wäre als dieser Zeichentrickfilm? Wenn er ein Realfilm wäre!Fazit lesen

Denn „Batman: Assault on Arkham“ punktet auch gerade dadurch, dass er sich den üblichen Regeln verweigert, sondern weit kühner, damit aber auch origineller mit seinen Figuren umgeht. Es ist schlichtweg erfrischend, ein paar Mörder bei ihrer mehr oder weniger guten Arbeit zu sehen.

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In Arkham lauern einige der schlimmsten Verbrecher aller Zeiten.
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Hommagen

Auch die technische Umsetzung kann sich sehen lassen. Bei den Kämpfen wird immer wieder eine Game-Optik eingenommen, die für einen Zeichentrickfilm ungewöhnlich ist, aber „Batman: Assault on Arkham“ stärker in das Arkham-Universum eingliedert und durchaus coole Momente besitzt.

Sehr schön ist aber auch die Einführung der Schurken, die für die Suicide Squad „rekrutiert“ werden. Das erinnert an klassische Fernsehserien der 1970er Jahre wie „Drei Engel für Charlie“

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Darf Zeichentrick, was Film nicht darf?

Das Faszinierende an „Batman: Assault on Arkham“ ist der Umstand, dass hier überbordende Gewalt mit schwarzem Humor und allerhand sexuellen Anspielungen Hand in Hand geht. So kühn das in diesem Film ist, kann man sich fast nicht vorstellen, dass Warner dies bei einem Multi-Millionen-Dollar-Projekt für die Kinos wirklich wagen würde. Umso besser, dass man mit dieser Zeichentrickproduktion einen Film hat, der aus den engen Grenzen, die Superhelden, aber auch Animation ausmachen, ausbrechen kann.