Im letzten Jahr musste man die „Shark Night“ über sich ergehen lassen. Wir erinnern uns: dümmliche Geschichte, dämliche Figuren, strunzdoofe Dialoge und handzahme Haiangriffe. Das alles in 3-D. Nun gibt es den australischen Hai-Film „Bait“, der fast über dieselben Ingredienzien verfügt, aber es dennoch schafft, schwer unterhaltsam zu sein – und das, obwohl die CGI-Haie nun alles andere als gut getrickst sind.

Josh ist Lebensretter, aber er kann für seinen besten Kumpel nichts tun und muss zusehen, wie dieser das Opfer eines Hais wird. Ein Jahr vergeht und Josh trifft in dem Supermarkt, in dem er arbeitet, wieder auf seine alte Freundin Tina, der Schwester seines toten Kumpels, die er schon lange nicht mehr gesehen hat, weil er sich die Schuld am Tod des Freundes gibt.

Der Supermarkt wird überfallen, eine Tote hat es auch schon gegeben, doch bevor die Situation weiter eskaliert, schlägt Mutter Natur zu. Ein gewaltiger Tsunami dringt mit einer riesigen Welle meilenweit ins Stadtgebiet ein. Der Supermarkt wird überschwemmt, zahlreiche Menschen sterben.

Die Überlebenden retten sich auf die Verkaufsregale. Josh überlegt, wie sie alle gerettet werden können. Ihm ist ebenso wie Tina klar, dass sie sich beeilen müssen, denn derart viele Leichen und Blut bedeutet eines ganz gewiss: Haie werden angelockt.

Die CGI-Effekte sind nicht gerade berauschend, doch der Film punktet mit guter Spannungskurve und ansprechenden Figuren. Ein schwer unterhaltsamer Tierhorror-Film.Fazit lesen

Und tatsächlich hat die Flutwelle auch Haie mitgerissen, die nun im Supermarkt und im Garagenbereich unterwegs sind …

Öfter mal was Neues

Man muss zugeben, dass die Idee von Haien in einem Supermarkt mal was Neues ist. Ansonsten spielen die Haifischabenteuer doch immer auf hoher See – oder zumindest auf normalen Seen. Bei „Bait“ wird der Hai-Terror mit Survival-Horror vermengt, da nach dem Tsunami – übrigens einer der besseren Spezialeffekte des Films – natürlich auch noch andere Gefahren drohen, so etwa ein gerissenes Stromkabel, das droht, allen einen richtigen Schock zu verpassen.

Bait 3D - Haie im Supermarkt - Haie beim Einkaufen

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Trash-Fest: Haie im Supermarkt. Ja nee, is' klar...
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Sieht man von der Location ab (sozusagen die Wasservariante eines ähnlichen Szenarios wie in „Im Land der Raketenwürmer“), dann funktioniert „Bait“ nach gängigen Mustern. Man kann frühzeitig erahnen, wer überlebt und wer stirbt. Und natürlich ist es für den findigen Zuschauer auch keine Überraschung, wer sich als Schurke entpuppt.

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Aber Regisseur Kimble Rendall inszenierte mit Enthusiasmus. Zudem hat er ein Ensemble, das sich gar nicht vormacht, in großer Kunst mitzuwirken, aber dafür entschlossen ist, den größtmöglichen Spaß mitzunehmen. Das zeigt sich dann auch im Film, wo selbst hanebüchenste Dialoge – im Speziellen gilt dies für das Pärchen, das in der Garage unter Wasser im Auto sitzt – zwar nicht gerade spritzig, aber mit Elan vorgetragen werden und zur Erheiterung des Publikums beitragen.

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Und was ist mit den Leichen?

Bei Horrorfilmen sollte man nie zu sehr die Logikkeule schwingen. Andernfalls müsste man sich doch damit beschäftigen, warum der Hai alles Lebende jagt, sich aber längst nicht an den zahlreich herumschwimmenden Leichen gütlich tut.

Der Grund ist einfach: Der Spannung wäre das abträglich. Obschon „Bait“ in keiner Weise das Zeug zum Klassiker hat und auch deutlich hinter dem ebenfalls aus Australien stammenden „The Reef“ anzusiedeln ist, ist dies zweifelsohne einer der amüsantesten Genre-Filme, die es seit langer Zeit gab. Mit ein Grund hierfür ist sicherlich, dass weder das Skript, noch die Regie noch die Schauspieler den Film als Gag ansehen.

Speziell bei den billigen Tierhorror-Filmen ist es häufig der Fall, dass Defizite durch postmoderne Herangehensweise überspielt werden sollen. In vielen Filmen hat man schlichtweg das Gefühl, dass die Protagonisten auch wissen, dass sie nur in einem Film agieren. Bei „Bait“ wird die Geschichte jedoch mit dem gebotenen Ernst erzählt.

Aussies in der Heimat

Es gibt einige bekannte Gesichter in „Bait“. Die meisten sind Mimen, die längst in den USA tätig sind, sich aber als potenzielles Fischfutter in die Heimat locken ließen. Xavier Samuel („The Loved Ones“, „Eclipse“) spielt die Heldenfigur, inklusiv eigenem Prolog, der schon zu „Cliffhanger“-Zeiten nicht mehr neu wahr. Aber was ein echter Lebensretter ist, der muss eben auch mal eine Krise erleben.

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Die australische Produktion kann mit einigen bekannten Gesichtern aufwarten.
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Weiterhin mit dabei sind Julian McMahon („Nip/Tuck“) als Räuber, Phoebe Tonkin („Tomorrow When the War Began“, „The Secret Circle“) als Kleptomanin und Damien Garvey („Terra Nova“) als Sicherheitsmann.

Sie führen ein generell gutes Ensemble an. Die schauspielerischen Leistungen sind auf jeden Fall besser als die der Spezialeffektabteilung. Die CGI-Haie lassen doch sehr zu wünschen übrig. Darum hat man nach den ersten Minuten auch keine großen Erwartungen an „Bait“, da der springende Hai ausgesprochen mau getrickst ist. Umso überraschender, dass der Ozploitation-Streifen dann doch zu unterhalten weiß.