Man kann es nicht länger leugnen: "Avatar" ist DAS Kinoereignis des ausklingenden Jahres. Technische Revolution und packendes Blockbuster-Event zugleich. Auch unsere Filmkritiker sind begeistert: Die Höchstwertung nebst ausufernder Jubelarien spricht wohl Bände. Zum Start reden Regisseur James Cameron, Produzent Jon Landau und seine Darsteller (Sigourney Weaver, Sam Worthington, Zoe Saldana) über das langersehnte Mammutwerk.

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Von Na'vi-Nippeln und anderen Problemen

gamona: Sie sagten in einem früheren Interview, dass sie schon als Jugendlicher von weit entfernten Welten geträumt und ein paar Seiten für ein Skript geschrieben haben. Was davon sollte es unbedingt in den fertigen Film schaffen, als sie Jahre später „Avatar“ produzierten?

James Cameron: Nun, ich denke jedem von uns war von Anfang an bewusst, dass wir das Publikum verzaubern wollen. Ich wollte vor allem jenen Zauber der Welt reflektieren, der mir in meinem Leben begegnet ist. Sei es das Tauchen oder in einem Unterwasserfahrzeug zu sitzen - was einem wirklich das Gefühl verschafft Teil einer anderen phantastischen Welt zu sein, auch wenn du in Wirklichkeit in den Tiefen der Weltmeere unterwegs bist.

Avatar - Aufbruch nach Pandora - James Cameron und Co. über Na'vi-Nippel und andere Wunder

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James Cameron und sein Star Sam Worthington bei den Dreharbeiten.
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Aber das Wichtigste für diesen Film war es meiner Meinung nach den Zuschauern etwas zu zeigen, was sie vorher noch nie gesehen haben. Und vor allem die Begeisterung über den erdachten Planeten Pandora zu entfachen, der uns selbst hoffentlich dazu bringt, unserem eigenen Planeten mit etwas mehr Respekt zu begegnen.

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gamona: Eine Frage an James und Zoe - gab es eigentlich viele Diskussionen über die Na'Vi-Nippel?

James Cameron: Na'Vi-Nippel!? Hab ich mich verhört? Haben sie gerade das Wort Na'Vi-Nippel gesagt? Ja natürlich, wir reden den lieben langen Tag über Na'Vi-Nippel.

Zoe Saldana: Es gab auch Diskussionen über Na'Vi-Hintern, richtig?

James Cameron: Stimmt, Hintern sind mindestens genauso wichtig. Um eine eingeborene Rasse zu erschaffen, wussten wir eigentlich ganz genau, dass auf der Erde - gerade unter den eingeborenen Stämmen in tropischeren Regionen - unter den Menschen einfach eine ganz andere Sittsamkeit herrscht als in unserer westlichen Kultur. Wir haben uns also schon Mühe gegeben, die Bekleidung der einheimischen Na'Vi nicht wie Bikinis aussehen zu lassen. Man sollte ihnen nicht auf die Brüste starren können. Sie sollten einfach bedeckt sein.

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"Die leichte Bekleidung der Na'vi war kaum zu kontrollieren."
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Was ihr vielleicht nicht wisst, ist, den CG-Kram hat man leider nie ganz unter Kontrolle. Aber um Kleidung und Haare realistisch darzustellen, nutzen die Jungs eine Technik, die sich "Physic Based Simulation" nennt. Das bedeutet, dass sich tatsächlich alles realistisch bewegt - Nay'tiri leichtes Top eingeschlossen. Es kam durchaus vor, dass der ein oder andere Na'Vi-Nippel in der Hektik herausblitzte. Und wir hatten jeden Tag Spaß daran. Zoe, willst du denn gar nichts dazu sagen?

Zoe Saldana: Nein, nein, es ist genau, wie du sagst.

James Cameron: Zoe hatte damit gar nichts zu tun. Sie war mit ihrer Performance schon längst durch.

Zoe Saldana: Richtig. Und ich war von oben bis unten bedeckt mit Klettband.

James Cameron: Stimmt absolut, und so wurde uns diese Freude leider verwehrt.

"Wir erreichen die weibliche Zielgruppe nicht"

gamona: Es gibt Gerüchte, „Avatar“ wäre der teuerste Film aller Zeiten? Stimmt das? Und wie gehen sie damit in Zeiten der Weltwirtschaftskrise um?

James Cameron: Oh, die Frage beantwortest besser du, Jon.

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Leona Lewis, Sängerin des Filmsongs "I see you" nebst Komponist James Horner und Cameron.
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Jon Landau: Zuallererst kann ich nichts darüber sagen, was andere Filme kosten. Aber jeder weiß, dass James und ich teure Filme machen. Und es gibt keine bessere Motivation als den Druck, den wir uns damit selbst auferlegen. Immerhin wollen wir ein Produkt erschaffen, das die Massen begeistert. Und das weltweit. Ob das nun 5 Millionen Dollar kostet oder 50 oder 100 Millionen Dollar macht keinen Unterschied. Das ist unsere Motivation und wir geben wirklich alles, was wir haben, unseren Ansprüchen gerecht zu werden.

James Cameron: Ich glaube, es ist wichtig, dass manche Leute das Filmgeschäft verstehen lernen. Man muss das nur mal mit der Autoindustrie vergleichen. Wenn ein Auto in der Produktion 35.000 Dollar kostet, verkaufen die es für 100.000 Dollar. Ob ein Film aber eine Million oder 100 Millionen Dollar kostet - das Kinoticket kostet trotzdem immer zwölf Dollar. Das ist doch das beste Geschäft der Welt und dieses Geschäft wird für euch besser, je teurer der Film war. Also, ich habe keine Schuldgefühle.

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"Avatar ist vergleichbar mit Terminator - manche mögen ihn, manche nicht.
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gamona: Als Regisseur des erfolgreichsten Films aller Zeiten, ist man da eigentlich noch nervös, angesichts der nahenden Weltpremiere in London?

James Cameron: Mich beschäftigt ehrlich gesagt wesentlich mehr, ob der Film den Zuschauern gefällt. Werden sie überhaupt ins Kino gehen? Ich denke, wir sind ziemlich glücklich, dass wir unser Ziel erreicht und exakt den Film gedreht haben, den wir machen wollten. Ich bin sehr stolz auf das Resultat und meine Darsteller. Ich bin stolz auf WETA Digital und all die anderen Special-Effects-Firmen, die uns mit diesen tollen Bildern beschenkt haben.

Ich hoffe, dass 20th Century Fox ihr Geld wieder einspielen. Ich bin ein wenig nervös angesichts der Frage, ob der Film finanziell ein Erfolg wird. Außerdem beschäftigt mich die Marketing-Kampagne ein wenig – momentan erreichen wir die wichtige Zielgruppe der Frauen nicht so, wie wir sollten. Der Film ist ja sehr emotional, bietet also etwas, dass sich Frauen gerne ansehen – wir müssen sie nur noch ins Kino bekommen.

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"Normalerweise schauen sich Frauen keine großen Blockbuster an."
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Was die Kritikerstimmen angeht, bin ich allerdings ziemlich gelassen. Die Kritiker werden sagen, was sie wollen. „Avatar“ ist nun mal nicht die Art Film, die von den Kritikern gemocht wird. Im Gegensatz zu „Titanic“: Ein historisches Drama findet bei der Presse meist wesentlich größere Akzeptanz. Ich denke „Avatar“ fällt eher in die Kategorie „Terminator“, „Terminator 2“ – Filme, die man entweder mag oder nicht.

gamona: Sigourney, Sie spielen im Film ja eine sehr starke Frauenrolle. Sehen Sie „Avatar“ auch als Film, den die Frauen sehen wollen?

Sigourney Weaver: Nun, ich denke schon. Es gibt im Film ja gleich drei starke Frauenrollen. Vor allem Zoe Saldana als Nay’tiri ist so etwas die Personifizierung von Würde, Kraft, Intelligenz und Ehre – damit dürfte sie zu einem Vorbild für viele Frauen jedweder Altersstufe werden. Frauen gehen normalerweise nicht ins Kino, um sich die großen Blockbuster anzusehen, denn die sind meist bis zum Rand mit riesigen Spielzeugen gefüllt, ohne echte Charaktere dazwischen zu stellen. Ich denke, bei „Avatar“ wird die Welt ziemlich überrascht sein, dass tatsächlich auch Anspruch zwischen all den Spezialeffekten steckt.

"Bald gibt es vielleicht keine Erde mehr"

gamona: Zwischen „Titanic“ und „Avatar“ liegen zwölf Jahre. In dieser Zeit haben Sie eine ganze Reihe Dokumentationen gedreht – war das wichtiger für Sie, als einen „echten“ Film zu drehen?

James Cameron: Für eine gewisse Zeit schon, ja. Ich war ja nicht untätig während dieser Zeit – ich habe nebenbei an neuen Technologien gearbeitet, u.a. an der Performance Capture-Technik, die in „Avatar“ Verwendung findet. Wie sie sicherlich an meiner Affinität zum Science-Fiction-Kino erkannt haben, liebe ich die Erforschung unbekannter Lebensräume. Und hier konnte ich dies für mich verwirklichen. Es gab Dinge, die wir dort unten in unseren kleinen U-Booten sahen, die sich in Hollywood niemand vorstellen kann. So eine Erfahrung kann man nicht mit Computertricks ersetzen. Es war eine wichtige Entscheidung, für mich, für mein Leben. Aber jetzt will ich wieder Filme machen.

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Sam Worthington und Zoe Saldana feiern in Berlin.
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gamona: Auf ihren nächsten Film müssen wir also keine weiteren 12 Jahre warten?

James Cameron: Vielleicht, wer weiß.

gamona: Eine Frage an Sigourney, Zoe und Sam. Wie genau dürfen wir uns eigentlich die Dreharbeiten vorstellen. Musstet ihr einzig und allein eure Vorstellung vor einer riesigen Green-Screen bemühen oder hat James Cameron euch die ganze Zeit mit Sprengladungen beworfen?

Sam Worthington: Ja, Jim warf eine ganze Menge Sprengstoff... Nein ernsthaft, Jim ist echt clever, er weiß, dass Schauspielerei viel mit Reaktionen zu tun hat. Er hat für uns richtige Spielplätze gebaut. Wenn wir durch einen Urwald laufen sollten, hat er Pflanzen hinstellen lassen, wenn wir einer Explosion knapp entgehen sollten, trieb er ein paar Leute auf, die uns Schaumstoff ins Gesicht warfen. So konnten wir stets auf etwas reagieren. Wenn wir im Film über eine rutschige Fläche liefen, wurde der Boden eben auch präpariert und das Terrain stets der jeweiligen Situation angepasst. Und gerade das hat den Spaß bei den Dreharbeiten ausgemacht. Aus dem Nichts etwas zu erschaffen und es absolut echt wirken zu lassen, war Jims Hauptziel.

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"Wenn wir so weiter machen, gibt es bald keine Natur mehr, die wir zerstören könnten."
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gamona: In „Avatar“ geht es im Kern um die Unterdrückung eines Volkes. Eine zivilisierte Macht dringt in ihr Territorium ein und nimmt sich, was sie will. Kann man das als eine Parallele auf unsere Gesellschaft verstehen? Oder Amerika?

James Cameron: Man muss sich dieses Thema unbedingt aus einem breiteren Blickwinkel ansehen. Die Spanier etwa haben ganz Südamerika erobert, die Franzosen sind in Kanada eingefallen, die Engländer sind in Australien und Indien einmarschiert und haben die Einwohner versklavt. Wir haben diese lange Kultur, in der überlegene Mächte andere, schwächere Völker zerstören und ausbeuten. Das gab es in unserer Vergangenheit, das gibt es jetzt in der Gegenwart. Ich denke, was das beweist, ist, dass es ein Schema in unserer Zivilisation gibt. Diese Eroberungsfeldzüge gehen vor allem auf die Kosten unserer Natur. Wenn wir nicht aufpassen, gibt es bald nichts mehr, worum wir uns streiten könnten.

"OMG - ich drehe mit Ellen Ripley"

gamona: Zoe, wir haben gehört, dass du von Kindheit an ein riesiger Science-Fiction-Fan bist. Wie war es, an der Seite von "Ellen Ripley" zu spielen, also mit DER Sci-Fi-Ikone? Hast du aufgeschrien, als du erfahren hast, dass Sigourney Weaver dabei ist?

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Zoe Saldana als Lt: Uhura in "Star Strek" - ebenfalls aus diesem Jahr.
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Zoe Saldana: Ja, aber nicht in ihrer Gegenwart. Ich habe es zumindest versucht zu verheimlichen, jetzt hast du meine Tarnung auffliegen lassen, vielen Dank! (lacht) Und ich dachte bis jetzt, sie hält mich für cool. Und in Hinsicht auf Jim ging es mir ähnlich. Die außerkörperlichen Erfahrungen waren da und obwohl ich nicht an Schicksal glaube – ich bezeichne mich als Realistin, was auch immer das heißen mag – wollte ich doch, schon seit ich diesen Film mit Sarah Connor gesehen hatte, so wie sie sein und nicht wie Pocahontas oder Cinderella. Und als ich dann "Aliens" sah, dachte ich bei mir "Oh mein Gott, ich kann mich kaum für eine Lieblingsheldin entscheiden", nur um später zu erfahren, dass die beiden eines gemeinsam hatten, nämlich James Cameron als Regisseur. Mit ihm zu arbeiten war also "ziemlich cool".

gamona: Sam und Stephen, ihr habt einen der spannendsten Zweikämpfe, die ich je gesehen habe, am Ende des Films zusammen mit Zoe, die auch noch irgendwie zwischen all den Kreaturen dabei ist... bei den ganzen Effekten, inwieweit wart ihr selbst an diesem Kampf beteiligt, wie viel Spaß hattet ihr selbst dabei?

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"Sehen sie mich an - ich bin ein echter Schrank."
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Sam Worthington: Schaut mich doch an, ich bin ein echter Schrank, natürlich mag ich das Raufen. Aber im Ernst, das ist in Wirklichkeit eine ziemlich komplizierte Geschichte. Wir haben Live-Action-Sequenzen, Schauspielszenen und natürlich die Effekte. Und all das trifft aufeinander. In manchen Szenen springen eigentlich noch zwanzig Stuntmen um uns herum. Es wäre sicherlich großartig, irgendwann einmal "Avatar" auf einem geteilten Bildschirm anzuschauen, wobei ein Seite nur das reale Setmaterial zeigt. Das würde das Genie dieses Mannes [James Cameron, Anm.d. Red.] aufzeigen.

gamona: Mr. Cameron, Sie scheinen ein Experte für starke weibliche Persönlichkeiten zu sein. Wieso finden wir solche Charaktere gerade in Ihren Filmen?

James Cameron: Wissen Sie, ich werde das oft gefragt und habe nicht wirklich eine gute Antwort darauf. Ich vermute, dass meine Mutter da als starkes Vorbild einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Ich respektiere Frauen und ihre Fähigkeiten schon mein ganzes Leben lang und habe schon früh ein Defizit in Hollywood entdeckt. Da wird in Mainstream-Filmen die Hälfte des zahlenden Publikums einfach nicht angesprochen. Und das ist doch dumm, oder?

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"Das Kino wird es immer geben - trotz Wirtschaftskrisen.
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Aber es war generell nie eine Vorgabe an mich selbst. Ich habe mir nie gesagt "ich mache jetzt Filme mit starken Frauenrollen". Ich reflektiere einfach, wie ich die Welt sehe. Außerdem ist es für mich als Mann beim Schreiben eine interessante Herausforderung, sich in eine Frau hinein zu versetzen. Jeder Kerl könnte die Rolle eines Mannes schreiben, aber bei Frauenrollen wird es schon schwieriger.

Sigourney Weaver: Wie Zoe bereits gestern sagte, James lebt sowohl seine männliche, als auch seine weibliche Seite aus.

James Cameron: Ich habe keine feminine Seite!

Sigourney Weaver: Okay, er sitzt nicht gerade mit einer Nagelfeile im Hotelzimmer. Aber ich denke Heldentum dreht sich mehr um die Persönlichkeit als um das Geschlecht.

gamona: Menschen behaupten mindestens schon seit 20 Jahren, dass das Kino aussterben wird. Nachdem ich Avatar gesehen habe, muss ich sagen: keine Chance. Wie sehen Sie die Zukunft des Kinos?

James Cameron: Ich habe Mitte der Achtziger angefangen, Filme zu machen. Schon da gab es einen Rückgang. Jeder hat VHS-Rekorder gekauft und ging nicht mehr ins Kino. Das Kino würde sterben, hieß es. Das kommt und geht. Als der Fernseher erfunden wurde, sollte das auch schon der Tod des Kinos sein. Und das war wann? Vor 50 Jahren? Wenn ihr mich fragt, passiert nichts mit dem Kino. Vor allem nicht die Kino-Erfahrung. Wir sitzen schon wieder in einer ökonomisch schwierigen Zeit, aber die Kartenverkäufe sind immer noch genauso gut wie vor ein paar Jahren. Wir mögen zwar einen kleinen Seitenhieb von Raubkopierern bekommen, aber das verkraften wir. Auf der anderen Seite erschließen wir ja auch neue Märkte, wie Russland, China und Indien.