In einem Interview sprach Regisseur James Cameron darüber, wie es war, drei Drehbücher gleichzeitig zu schreiben, und wie ihm das Experiment geglückt ist.

Avatar 2 - Regisseur James Cameron spricht über das simultane Schreiben aller Drehbücher

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/30Bild 1/301/30
Cameron schrieb die Drehbücher zur Trilogie gleichzeitig statt wie üblich hintereinander
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Mit Avatar - Aufbruch nach Pandora gelang Regisseur James Cameron das, was bislang keinem anderen Regisseur gelang: Er brach den Einnahmenrekord seines eigenen Welthits Titanic. Die 2,78 Milliarden Dollar an weltweiten Einnahmen des Streifens, der 3D wieder in den Mittelpunkt rückte, sind bis heute unerreicht. Da kommen nicht einmal die 2,18 Milliarden von Titanic heran.

Im Gegensatz zu Titanic war bei Avatar ein Sequel natürlich vorprogrammiert. Doch Cameron legte die Fortsetzung gleich als Trilogie an, was natürlich auch bedeutete, dass gleich drei Drehbücher geschrieben werden müssen. Cameron, der gern die Kontrolle behält, hat sie sodann auch nicht von drei einzelnen Drehbuchautoren schreiben lassen, sondern setzte sich zusammen mit Co-Autoren an alle drei Drehbücher gleichzeitig.

"Wir haben ein Experiment gewagt", so Cameron. "Wir stellten uns der Herausforderung, drei Filme zur selben Zeit zu schreiben. Und ich könnte sicherlich jedes der Drehbücher selbst schreiben, aber nicht drei in einem akzeptablen Zeitrahmen verfassen - Wir wollten sie alle zusammen drehen, daher konnten wir nicht mit einem anfangen, bis nicht alle drei Drehbücher beendet und abgenickt wurden."

Da kam nur die parallele Arbeit an allen Drehbüchern gleichzeitig in Frage, die er gemeinsam mit Co-Autoren verfassen musste. Cameron erwähnte dabei, dass seine beste Erfahrung mit anderen Schreibern die war, bei der er an seiner TV-Serie Dark Angel arbeitete. Daher habe er drei Teams mit je einem Drehbuch betraut, wobei ein Team aus ihm und einem weiteren Co-Autoren bestand. Doch die Teams schrieben nicht unabhängig voneinander. Ganz im Gegenteil, Cameron und seine Teams saßen für rund fünf Monate in einem Raum, und schrieben acht Stunden am Tag gemeinsam an den jeweiligen Stories. Cameron teilte jedem Co-Autoren erst am letzten Tag der Session mit, an welchem Drehbuch er schreiben werde, so dass die eigentlich Storyline der Trilogie von allen Autoren getragen wurde.

Dadurch wisse nun der Autor, der den zweiten Teil der Trilogie schreibt, was vorher geschah und was danach geschehen wird. "Ich weiß nicht, ob das nun auch notwendigerweise großartige Drehbücher produziert, aber es hat mit Sicherheit für uns als Prozess funktioniert, unsere Gedanken auf dieses Epos mit all den neuen Kreaturen, Umgebungen und Charakteren und so weiter zu konzentrieren", so Cameron.

Dafür habe Cameron aber bereits im Vorfeld gesorgt, denn er hat sich zuvor bereits ein Jahr daran gesetzt und einen 1500 Seiten langen Wälzer über die Welt, die Kulturen und die unterschiedlichen Clans und Tiere und Biome verfasst.