Halleluja - Jesus ist zurück! Der gefallene Heilige namens Mel Gibson, auch bekannt als rassistischer Suff-Dödel, spielt in „Auftrag Rache“ seine erste Hauptrolle seit 2002 und räumt dabei erstmal mächtig auf. Warner wollte anscheinend unbedingt am „96 Hours“-Kuchen mitnaschen und verband deswegen die Amerikanisierung einer britischen Miniserie aus den achtziger Jahren mit einer Neuauflage der „Payback“-Agenda. Mel Gibson möchte Rache, und dabei sollte man ihm besser nicht in die Quere kommen!
Der Basisplot von „Auftrag Rache“ ist tatsächlich genau das, was der Titel sagt: Mel Gibson, hier anwesend als raubeiniger Cop, muss vor seinen Augen die grausame Ermordung der Tochter mitansehen und schwört daraufhin Vergeltung. Zunächst aber kommt noch etwas Trauer zum Zug, weil Mel Gibson ja ein guter Schauspieler und dieser Film kein gurkiges B-Brett à la „Death Wish 3“ ist, doch danach wird die Stirn gesenkt und nur noch mit gepresster Stimme gesprochen. Genauso wie im richtigen Leben ist der Mann am Boden, aber noch lange nicht raus!
Heile Welt: Zu Beginn schwelgt "Auftrag Rache" noch in sonnigen Familienbanden.Nach ein bisschen Ermittlungsarbeit stößt der selbsternannte Rächer schon bald auf eine großangelegte Verschwörung (gibt es so etwas überhaupt im Kleinformat?) und bekommt es im Folgenden mit einem nicht ganz koscheren Atomreaktor, einem dubiosen Senator, einem schleimigen Konzernchef, der den ganzen Tag aus seinem geilen Panoramafenster sieht, und einem schon wieder dubiosen „Cleaner“ zu tun. Rache trifft auf Paranoia und Thriller, und am Ende zieht sogar so etwas ähnliches wie „Ghost“ durch den Raum.
„Auftrag Rache“ wurde, wie die Internet-Presse bereits ausgiebig mitteilte, mit extensiven Nachdrehs abgestraft, was man dem Film leider auch deutlich anmerkt. Auf der einen Seite steht eine straighte Rache-Agenda, die auf halbem Wege zu satter Action gemächlich abbremst, und auf der anderen Seite breitet sich eine ganz schön seltsame Verschwörungsnummer aus, die zwar halbwegs zu der alten Miniserie passt, doch hier das Geschehen in zunehmend abstruse bis lahme Bahnen lenkt. Was am Anfang so einfach aussieht, gewinnt immer mehr an Tragweite und landet schließlich in oberen Politkreisen. Mit Verlaub: Gähn.
Dann dreht Mel auf - zarte Erinnerungen an alte "Lethal Weapon"-Zeiten inklusive.Dass Martin Campbell, vor allem bekannt als Regisseur von „Goldeneye“ und „Casino Royale“, diesen Film inszeniert, macht zunächst Sinn, weil er auch schon die Miniserie betreute, doch ein weiterer Actionflash sollte hier nicht erwartet werden. Mit etwas gutem Willen kommt man auf exakt eine Actionszene, der Rest hingegen besteht aus düsterer Dramatik mit besonderen Schwerpunkten bei hanebüchenen Dialogen, unrunden Klischee-Typen und ganz schön heftiger Gewalt. Besonders saftig fällt dabei die alles einsauende Ermordung der Tochter aus, doch auch danach fängt sich das R-Rating einige empfindsame Blut-Beulen ein.
Regie: Martin CampbellGenre:ThrillerFilmstart: Spieldauer: 117 minDarsteller:Danny Huston, Mel Gibson, Ray Winstone
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96 Hours? Unterhaltsam
radioaktive Milch? gekauft!
Ich mein, da muss man erstmal drauf kommen :)