Peter OsteriedIm Grunde ist Scafarias Film so etwas wie die positive Version von Lars von Triers „Melancholia“. Wo dieser Film von einer immensen Traurigkeit geschwängert war, ist „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ eine sehr positive Geschichte. Sozusagen eine romantische Komödie, aber im Angesicht des Weltuntergangs. Bei einem Hollywood-Produkt hätte man durchaus erwarten können, dass das Ende ganz plötzlich doch noch happy wird und der Asteroid an der Erde vorbeizieht, aber Scafaria vermeidet diese feige Flucht in ein Feel-Good-Ende.
Nein, bei ihrem Film werden wirklich die letzten Tage der Menschheit gezeigt. Der interessante Ansatz ist dabei, dass es nicht um die Entscheider dieser Welt geht und wie sie auf diese Krise reagieren, sondern dass das nahende Ende aus Sicht ganz normaler Menschen erzählt wird.
Das ist auch die Stärke des Films, der es schafft, psychologisch ganz treffend die unterschiedlichsten Reaktionen einzufangen, selbst die, die objektiv betrachtet unsinnig sind – so etwa die Selbstmörder, die aus Angst vor dem Tod, oder besser: einem Feuertod, ein anderes Ende wählen und sich so einiger Zeit berauben.
Keira Knightley offenbart ihre komödiantische Seite.Angesichts eines Hauptdarstellers wie Steve Carrell könnte man erwarten, eine reinrassige Komödie vorgesetzt zu bekommen. Dem ist nicht so, denn Scafarias Film ist eine interessante Genre-Mixtur, die durchaus lustig ist, ihren Humor aber größtenteils aus der absurden Situation bezieht. Die Apokalypse ist nicht nur der große Gleichmacher, sondern auch der Startschuss zu tun und zu lassen, was man will. Das führt zu Exzessen, aber eben nicht nur.
Steve Carrell und Keira Knightley, die hier komödiantisches Talent offenbart, liefern starke Performances ab. Sie sind es, die das Ende der Welt für den Zuschauer wirklich erlebbar machen. Beide spielen gänzlich unterschiedliche Charaktere. Vielleicht hätten sie in einer nicht endenden Welt nie zusammengefunden, aber hier ist es so.
Es mag sein, dass Scafaria mit ihrer Betrachtung dessen, wie sehr der Instinkt des Menschen auf Partnerschaft ausgerichtet ist und wie wertvoll Zeit sein kann, wenn sie uns durch die Hände rinnt, diese Romanze begünstigt, aber sie fühlt sich überzeugend an.
Der Film findet Humor an Stellen, die man nicht erwartet hätte, aber zum Ende hin überwiegen die ernsthaften Noten – und in mancher Sequenz wird gar ein handfestes, emotional aufwühlendes Drama daraus (Stichwort: Telefonat).
Regie: Lorene ScafariaGenre: Romanze, KomödieFilmstart:
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