Es ist gute, alte deutsche Tradition, mit irreführendem Cover-Design und ähnlich klingenden Titeln sich an größere Erfolge heranzuhängen. Im goldenen Videothekenzeitalter konnte man fast wöchentlich neue, beeindruckende Covers bestaunen, die mit den Inhalten der angepriesenen Filme so gut wie nichts zu tun hatten. Im Fahrwasser von „Rambo“ wurden auf den Cover alle möglichen Spargel-Tarzans zu muskelstrotzenden Hünen. Sunfilm frönt nun alter Tradition, indem der Film „State of Emergency“ mit entsprechendem Cover und dem ursprünglichen Titel „The Walking Death“ an die Serie „The Walking Dead“ angedockt wird.

Attack of the Undead - Official Trailer #1

Das mag den einen oder anderen Impulskäufer bescheren, die negative Mundpropaganda dürfte aber stehenden Fußes folgen. Nicht, weil der Film himmelschreiend schlecht wäre, sondern weil er nur peripher eine Geschichte erzählt, die mit Zombies zu tun hat.

The Walking Death - Schnell, wild, schlau – nein, „The Walking Dead”-Zombies sind das hier nicht!

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Mit "The Walking Dead" hat dieser Film zwar nichts zu tun, Blut gibt es aber trotzdem. Und Zombies.
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Eine Chemiefabrik, die in der Nähe einer amerikanischen Kleinstadt liegt, fliegt in die Luft. Die Kampfstoffe, die dort gelagert wurden, verbreiten sich in der umliegenden Gegend und verwandeln die ahnungslosen Bürger in rasende Killer, die sich so blutrünstig gebärden, als wären sie tollwütig.

Jim flieht mit seiner Frau, die schon bald ums Leben kommt. Er findet Zuflucht in einem Gebäude, als das Telefon klingelt. Im Lagerhaus nebenan sind ein paar Überlebende, die Jim zu sich einladen. Die Armee hat das Gebiet unter Quarantäne gestellt. Gemeinsam versuchen die Überlebenden, den Monstern und den Soldaten aus dem Weg zu gehen …

Kein klassischer Zombiestoff

Wer sich „Attack of the Undead“ besorgt und einen typischen Zombiefilm erwartet, der wird herbe enttäuscht werden. Denn der Film setzt nicht auf die mit dem Subgenre einhergehenden Gore-Orgien, sondern müht sich vor allem, mit Atmosphäre zu punkten. Das gelingt auch ganz gut, schon in den ersten Minuten baut sich eine Spannung auf, die über den gesamten Film Bestand hat.

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Der Film erscheint am 08.05.2014 auf DVD und Blu-ray.
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Die Zombie-Attacken sind dabei wohl dosiert. Die Kreaturen tauchen nur selten auf, wenn sie es aber tun, dann zeigt das Wirkung. Sie kommen jedoch nie in Horden – und die mit ihnen einhergehende Gewalt hält sich in Grenzen.

Nach George Romeros langsamen und Zack Snyders schnellen Zombies gibt es hier eine Weiterentwicklung. Schnell sind diese Kreaturen auch, aber sie können noch weit mehr: Sie haben so viel Verstand, dass sie Überlebende narren können – zumindest dann, wenn es dunkel ist und man sie nicht genau sehen kann.

Gute Charakterentwicklung

Die durchwegs unbekannten Schauspieler sind gut und füllen ihre Rollen adäquat aus. Ihre Hintergründe sind plausibel und nachvollziehbar, ebenso wie die Emotionen, mit denen sie sich angesichts dieser Situation auseinandersetzen müssen.

Grauenhafter Titel, schlimmes Cover-Artwork, aber ein erstaunlich guter Film!Fazit lesen

Die Konflikte zwischen den Handlungsträgern sind glaubwürdig gestaltet und tragen dazu bei, dass man als Zuschauer direkter in die Handlung hineingezogen wird, weil es leichter ist, sich vorzustellen, wie man selbst in einer solchen Situation handeln würde. Interessant ist auch, dass eine Figur mit Diabetes gezeigt wird, was in einer Situation wie dieser zu einem echten Problem wird. Normalerweise sind die Figuren in solchen Filmen immer kerngesund, damit die Erzählung stärker auf den Action-Aspekt ausgerichtet werden kann. Hier wählt man einen anderen, realistischeren Ansatz.

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Kluge und schnelle Zombies? Und gute Nacht.
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Der geht auch mit den Zombies einher. Hier ist es im Grunde immer nur einer, der angreift, aber einer ist hier gefährlicher, als es ein Dutzend in anderen Filmen. Weil diese Wesen schnell, wild und auch nicht gänzlich dumm sind.

Eher Crazies als Zombies

Die Möglichkeiten, mit diesen Kreaturen zu spielen, sind in diesem Film stärker gegeben, denn rein technisch betrachtet sind die Angreifer in diesem Film natürlich keine Zombies. Sie stehen eher in der Tradition von „28 Days Later“ und „The Crazies“, wobei letzterer mit dem Militäreinsatz die klarere Inspiration für „Attack of the Undead“ ist.

Anders als dort hat sich Autor und Regisseur Turner Clay aber entschieden, seinen Film auf einer etwas positiveren Note enden zu lassen. Das ist tatsächlich auch einer der wenigen Kritikpunkte an diesem Film, da der bis dato recht realistisch anmutende Film hier etwas entgleist.