In den letzten Jahren waren es vor allem die Realfilme, die Asterix und Obelix im Kino präsent gehalten haben. Die große Zeit der Zeichentrickfilme endete Mitte der 1990er Jahre, mit einer Nachklappe im Jahr 2006, als man die wackeren Gallier auf Wikinger treffen ließ. Mit „Asterix im Land der Götter“ kehrt die Schöpfung von Albert Uderzo und Rene Goscinny zurück zu den Wurzeln, das aber deutlich moderner. Klassischer Zeichentrick ist passé, an seine Stelle tritt plastische Computeranimation, die natürlich in 3-D dargeboten wird.

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Das dreidimensionale Gimmick ist hier aber auch nicht mehr als das. Schade, denn gerade bei den tolldreisten Prügeleien wäre es doch ideal gewesen, Römer in Richtung des Publikums fliegen zu lassen. Immerhin haut Obelix die nicht ungespitzt in den Boden, sondern direkt in die luftigen Höhen.

Der neue Film basiert auf dem Album „Die Trabantenstadt“. Der Titel scheint dem deutschen Verleih nicht aussagekräftig genug gewesen zu sein, orientiert man sich doch am Original.

Asterix im Land der Götter - Die spinnen, die Gallier

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Der Film läuft am 26.02.2015 in den Kinos an.
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Eine neue Stadt

Caesar hadert damit, dass er das Dorf der widerständigen Gallier noch immer nicht dem Römischen Reich einverleiben konnte. Aber nun hat er eine neue Idee: Wenn sich die Gallier nicht mit Gewalt bekehren lassen, dann muss man sie einlullen. Er lässt eine Stadt um das Dorf herum bauen, in die römische Zivilisten mehr oder minder freiwillig einziehen.

Die Römer kaufen im gallischen Dorf ein, was einerseits die Fischpreise stark steigen, andererseits zahllose neue Antiquariatsläden entstehen lässt. Die Gier der Gallier ist geweckt, während Asterix und Obelix sich davon nicht vereinnahmen lassen.

Sie ziehen in die Trabantenstadt, in die auch bald alle anderen Gallier nachfolgen. Caesars Plan scheint aufzugehen, aus den Galliern werden Römer. Aber Asterix hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden…

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Caesar hat wieder einen teuflischen Plan.
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Nahe an der Vorlage

Der Film nimmt sich ein paar Freiheiten, bleibt aber im Großen und Ganzen sehr nahe am Comic. Details sind verändert worden, nicht immer zum Vorteil des Ganzen. So gibt es im Comic ein römisches Ehepaar, das im Wald immer wieder auf Obelix trifft, der sich wie ein Berserker benimmt und den beiden Höllenangst einjagt. Im Film ist das Paar, das auch noch einen kleinen Jungen hat, schnell mit Asterix und Obelix befreundet.

Das funktioniert im Film, man opfert damit aber auch einen Running Gag, der im Comic für viele vergnügliche Momente sorgt. Ersetzt werden diese durch eine gewisse Rührseligkeit, auf die man auch hätte verzichten können.

Obschon die Vorlage sich nicht unbedingt für eine Verfilmung anbietet, holt man das Maximale aus ihr heraus.Fazit lesen

In anderen Details unterscheiden sich Comic und Film. So gibt es eine klare Verstrickung der Ereignisse im Comic, durch die die Trabantenstadt schließlich von römischen Legionären besiedelt wird. Im Film geschieht das eher en passant, hat aber immerhin den Vorteil, die kleinbürgerlich miefigen und aufmüpfigen Legionäre etwas stärker in den Vordergrund zu rücken.

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Einige Gags mussten Gefühlsduselei weichen. Schade, aber erträglich.
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Gerade die Szenen mit den Legionären, die ihren Zenturio in Diskussionen verwickeln, weil sie nicht kämpfen wollen, gehören zu den Highlights des Films.

Keine Gegner

Ein Problem der Geschichte ist, dass es keine echten Gegner gibt. Sicherlich, Caesar ist der Antagonist, aber er weilt mehrheitlich in Rom. Bleiben der Baumeister Quadratus, der schnell in den Hintergrund tritt, und die Legionäre, die ohnehin nicht kämpfen wollen. Der eigentliche Gegner der Gallier sind die Gallier selbst, was im Comic deutlich prägnanter als im Film herausgearbeitet wird.