In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti sagte Hideaki Anno, seines Zeichens Schöpfer des enorm bedeutenden Neon Genesis Evangelion, voraus, dass die Anime-Industrie, wie wir sie heute kennen, ihren Zenit längst überschritten habe und in weniger als 20 Jahren verschwunden sein wird.

Anime - Neon Genesis Evangelion-Schöpfer: Das Ende der Animes ist unausweichlich

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Und wieder eine kontroverse Aussage. Zwar gehören sie nicht unbedingt zum selben Zweig, doch wie auch Simon Pegg hat Neon Genesis Evangelion-Schöpfer Hideaki Anno in einem Interview eine Sache angesprochen, mit der die Fans seines Lagers ganz sicher nicht konform sind. Denn laut Anno wird die Anime-Industrie in den nächsten fünf bis zwanzig Jahren in ihrer heutigen Form aussterben. Dies sei nur noch eine Frage der Zeit.

"Japanische Animation befindet sich im Rückgang", so Anno. "Sie hat ihren Zenit bereits überschritten... Nach dem Zusammenbruch wird es wahrscheinlich einen Neuaufbau geben. Ich denke nicht, dass Animes verschwinden werden, aber die Umstände, die zur Schaffung all dieser interessanten Filme führten, werden nicht mehr so sein wie heutzutage."

Tatsächlich befinden sich die japanische Animestudios im harten Konkurrenzkampf mit Studios aus ganz Asien, die bis heute zwar hauptsächlich als Zulieferstudios fungieren, aber es sei laut Anno unausweichlich, dass diese Studios die Dominanz Japans im Bereich Animation in naher Zukunft brechen werden. Hinzu kommt, dass japanische Studios nur noch mithalten können, wenn die Mitarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten und dabei kaum was verdienen.

"Japan wird nicht mehr länger das Zentrum der Welt in Sachen Animation sein. Taiwan wird es vielleicht in fünf Jahren sein." So habe er das Land besucht und die leidenschaftliche Energie der dortigen Animatoren mit eigenen Augen gesehen. Die Anime-Industrie in Japan hingegen sei groß und träge geworden. Man könnte die Situation mit den damaligen Tiger-Staaten Asiens Südkorea, Taiwan und Singapur und der damaligen britischen Kronkolonie vergleichen Hong Kong vergleichen, deren Wirtschaft in den 80ern enorm schnell wuchs. Auch in der Anime-Industrie sei das zu beobachten. Immer mehr produzieren diese Länder Animes für das eigene Publikum. In Japan schrumpfe das Budget dagegen immer weiter ein. Das führe wohl auch zu immer kleineren Produktionen mit immer weniger beschäftigten Animatoren.

Die einzige Möglichkeit, zu überleben, sehe er für die japanische Anime-Industrie darin, sich zu verändern, neue Techniken anzunehmen, wozu er auch Computer-Animation zähle und sich schlußendlich anzupassen. Aber vor allem müssten sich die Arbeitsbedingungen ändern. Ansonsten blicke die Industrie dem unausweichlichen Tod entgegen.

Was ist eure Meinung dazu? Konform? Nicht konform?

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