Anlässlich seiner Auszeichnung mit einem Ehren Oscar für sein Lebenswerk sprach Studio-Ghibli-Gründer Hayao Miyazaki über seinen nicht ganz so ruhigen Ruhestand, und die Zukunft Studio Ghiblis.

Anime - Hayao Miyazaki sieht keine Hoffnung für Studio Ghibli

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Anime-Genie Hayao Miyazaki (Bild von theguardian.com)
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Anime-Pionier Hayao Miyazaki, der sich 2013 von der Produktion abendfüllender Animes zurückgezogen hat, ist trotz seiner Quasi-Rente noch immer ein beschäftigter Mann. Wie er vor kurzem mitteilte, arbeite er noch weiterhin an Kurzfilm-Projekten bzw. an Manga, denn er liebe es einfach, zu zeichnen, und Geschichten zu erzählen.So arbeite er derzeit an einem Manga über einen Samurai im Japan des 16. Jahrhunderts. Er sei einfach unzufrieden, wie diese Zeit in allen Medien dargestellt würden. Selbst der große japanische Regisseur Akira Kurosawa habe sie falsch dargestellt.

"Der große Regisseur Akira Kurosawa filmte seine Filme auf weitläufigem, offenen Feld, wie auf Golfkursen, und es gab keine solche großen, weitläufigen Flächen in Japan."

Aich gehe er noch immer jeden Tag in sein Atelier, um zu arbeiten. Ein Freund von ihm, der den Kindern in der Gegend um Fukushima [wo 2011 eine Nuklearkatastrophe beim Kernkraftwerk Fukushima Daiichi infolge des Tōhoku-Erdbebens geschah] ein Spielbereich einrichten will, bat ihn auch, diesen Bereich zu designen. Miyazaki arbeite auch noch regelmässig an neuen Bildern für das Studio Ghibli Museum.

Natürlich kam auch die Frage auf, wie es um die Zukunft Stuio Ghiblis bestellt ist. Es heißt schließlich, man wolle unter Umständen die Produktion von Animes gänzlich einstellen, und nur noch als Rechteverwalter auftreten. "Momentan machen wir keinen neuen Film", so Miyazaki. "Ich denke, wir werden keine Filme (mehr) machen, die man in den Kinos zeigt. Das war jedoch nicht meine Absicht. Alles was ich tat, war es, mitzuteilen, dass ich in den Ruhestand gehe, und keine Animes mehr machen werde."

Ob es überhaupt eine neue, eine nächste Generation geben werde, die Miyazaki und Isao Takahatas Arbeit fortsetzen könnten, das komme ganz darauf an, ob sie das Glück und das nötige Engagement aufbringen werden, um dazu in der Lage zu sein. Manche Kritiker haben den handgezeichneten Film aber bereits zu Grabe getragen. Selbst Disney konzentriert sich im Kinobereich mittlerweile nur noch auf Animationsfilme, die seit Toy Story dem Zeichentrickfilm allmählich das Wasser abgetragen haben. Dennoch sehe Miyazaki wohl auch gerade in Japan durchaus noch eine Chance für dieses Medium. Allerdings sehe er dabei das große Problem der Finanzierung.

"Ich selbst denke, dass die Ära von Bleistift, Papier und Film sich dem Ende zuneigt", ist Miyazaki überzeugt.

Hier die wunderschöne Rede von Regisseur und Pixar-Koryphäe John Lasseter bei der Vergabe des Ehren Oscars an Anime-Wunderkind Hayao Miyazaki:

Und hier Miyazakis Dankesrede: