Es gibt Filme, die sind wie dafür gemacht, auf dem Fantasy Film Fest zu laufen. Horrorkomödien mit attraktiven Hauptdarstellerinnen haben da immer gute Karten, besonders beim männlichen Publikum, aber bei „All Cheerleaders Die“ könnte gut das Lachen im Halse stecken bleiben. Denn so sehr er mitunter auch in genretypische Fallen tritt, so sehr nimmt er doch Genre-Topoi aufs Korn. Er begehrt gegen die Darstellung der Frau als Objekt auf, und bedient das Klischee zugleich.

All Cheerleaders Die - Official Trailer #2Ein weiteres Video

Maddy musste mitansehen, wie ihre Freundin Alexis bei einem missglückten Cheerleader-Sprung ums Leben kam. Sie will sich an Terry rächen, dem sie dafür die Verantwortung gibt. Darum schließt sie sich den Cheerleaders an. Bei einer abendlichen Party mitten im Nirgendwo eskaliert die Situation jedoch. Terry schlägt die Cheerleaderin Tracy, die Mädchen stürzen ins Auto und versuchen zu entkommen. Es kommt zum Unfall, den keines der Mädchen überlebt. Aber Maddys beste Freundin Leena ist eine Hexe und findet einen Weg, die Mädchen wieder zum Leben zu erwecken.

All Cheerleaders Die - ...aber zumindest sehen sie gut dabei aus!

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Der Film ist das Remake von Lucky McKees und Chris Sivertsons Erstlingswerk aus dem Jahre 2001.
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Solcher Art Magie kommt jedoch immer mit Konsequenzen daher. Die Wiedergeborenen sind nicht mehr ganz sie selbst, um ihre Körperfunktionen aufrechtzuerhalten, muss der eine oder andere sterben. Immerhin trifft es sich da ganz gut, dass Terry und seine Kumpel ohnehin zum Abschuss freigegeben sind.

Ein kleines bisschen Historie

„All Cheerleaders Die“ ist der neueste Film von Lucky McKee und Chris Sivertson. Er ist das Remake eines eigenen Films, denn beide haben im Jahr 2001 ihre Karriere mit der gleichnamigen Low-Budget-Produktion begonnen. Die Horrorkomödie wurde jedoch nie offiziell veröffentlicht, McKee erst 2002 mit „May – Schneiderin des Todes“ einem interessierten Publikum bekannt. Seitdem hat er mit „The Woods“, „Red“ und „The Woman“ eher ernsthafte, teils auch derbe Stoffe inszeniert.

Mit „All Cheerleaders Die“ kommt nun ein etwas leichtherzigerer Stoff, eine Horrorkomödie, die aber mit den gängigen Klischees spielt. Hier sind sie alle vertreten, die arroganten Cheerleader, die sportlichen Jocks, die nerdigen Typen, alles, was die Klischeekiste hergibt, aber McKee und Sivertson mühen sich, die Konventionen aufzubrechen. Das gilt für die Geschichte an sich, aber auch für die Figuren, allen voran Maddy, die gar kein Interesse an den Jocks hat, sondern aus Liebe handelt. Sie steht nämlich auf Mädchen.

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So schön können tote Mädchen sein.
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Die wechselnde Tonalität

„All Cheerleaders Die“ fängt mit Schmackes an. Da sehen wir, wie Hobby-Filmemacherin Maddy eine kleine Dokumentation über Alexis dreht. Die ist Cheerleader der Marke laut, schrill, unangenehm. Was ihr dann passiert, sollte man zwar auch solchen Gestalten nicht gönnen, aber wir befinden uns auf dem Terrain einer Horrorkomödie. Da darf man schon mal lachen, wenn ein Kopf geknackt wird.

Humor ist hier Trumpf, in der darauffolgenden halben Stunde passiert jedoch nicht viel, auch der übernatürliche Aspekt lässt auf sich warten. Stattdessen gibt es so etwas wie Charakterentwicklung, die jedoch mehrheitlich im Nichts verendet. Man benötigt sie aber auch nicht, ein paar Attribute (hauptsächlich: attraktiv), mehr ist auch nicht vonnöten. Der Film spielt hier, zumindest lässt sich das so interpretieren, auch mit der Wahrnehmung, wie Figuren in kleinen, billigen Horrorfilmen zumeist sind. Es ist ein Metaebene, die sich hier eröffnet, die aber nicht immer bedient wird.

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Oder eben weniger schön. Je nachdem, wie viel Gemetzel bereits stattgefunden hat.
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Denn manchmal ergeht sich der Film auch nur in ein paar überzogenen Sequenzen, die mal mehr, mal weniger witzig sind. Dazwischen finden sich aber auch Szenen, die ernsthaftere Töne anschlagen, was sich etwas beißt. Gut möglich, dass dies auch ein Ergebnis von zwei Regisseuren ist, die an einem Projekt arbeiten.

Nicht smart, aber spaßig

Gut möglich, dass der Film in der Phantasie der Macher deutlich satirischer dahergekommen ist, das Ergebnis kann sich aber auch sehen lassen. Es dauert zwar ein bisschen, bis er in Fahrt kommt, der mörderische Reigen der zurückgekehrten Cheerleader überzeugt dann jedoch mit flotter, manchmal halsbrecherischer Inszenierung und sauberen Effekten, die im Finale ein wenig an das Ende von „Jäger des verlorenen Schatzes“ erinnern, auch wenn es eher die musikalische Untermalung ist, die Anleihen bei John Williams nimmt.