Fast noch geheimnisvoller als die Xenomorph sind im Alien-Universum nur noch die Ingenieure, die Fans aber bislang kaum zu Gesicht bekamen. Das will Ridley Scott im Sequel zu Alien: Covenant ändern - wenn der Film realisiert wird.

Werden wir die Ingenieure jemals wiedersehen?

Alien: Covenant war kein Hit. Der ursprünglich als Start einer neuen Prequel-Trilogie geplante Film spielte weltweit bei Produktionskosten von 97 Millionen Dollar gerade mal 240 Millionen ein, weniger als noch Prometheus - Dunkle Zeichen. Vor allem kam man nicht umhin, zu glauben, dass Ridley Scott in einem vermeintlichen Anfall von Konkurrenzdenken seine ursprünglichen eher philosophisch angehauchten Ideen für Blut und Splatter eintauschte, um sich den Fans anzubiedern, die monierten, in Prometheus zu wenig beziehungsweise gar kein Alien gesehen zu haben. Das Ergebnis war ein unausgegorener Film, der weder Scotts Klassiker Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt noch James Camerons Aliens - Die Rückkehr Rechnung trägt. 20th Century Fox stellte daraufhin die geplanten Sequels auf Eis, obwohl sie bereits weit fortgeschritten waren. Alien: Awakening, wie das Sequel heißt, sollte das Szenario zurück auf LV-426 bringen. John Logans Drehbuch hätte die Rückkehr der Ingenieure aus Prometheus vorgesehen, die sich an Davids Fersen heften, um Rache zu nehmen.

"Weil die Ingenieure solch aggressive Drecksäcke sind, plante ich schon immer, dass das Gott-ähnliche Wesen, das Ihr sehen werdet, auch nicht so nett und vor allem nicht Gott ist. Ich bin gespannt herauszufinden, wohin es Dr. Shaw verschlägt und was sie tut, wenn sie dort ankommt. Sollte es das Paradies sein, wird es nicht das sein, was man sich davon erwartet. Paradies hat eine Nebenbedeutung, und die ist finster und ominös", sagte Scott damals in einem Interview, als das Sequel noch Prometheus 2 hieß. Eine frühe Idee Scotts war es, Jesus Christus zu einem Gesandten der Ingenieure zu machen, der die Menschheit, sprich das damalige römische Reich, davon abhalten sollte, andere und einander zu massakrieren. Das Ende von Jesus kennt man: er wurde gekreuzigt. Aber dann hielt Scott diese religiös angehauchte Idee für zu aufgesetzt und verwarf sie.

Statt also Prometheus 2 zu inszenieren, entstand mit Alien: Covenant ein Film, der den Horror, der Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt ausstrahlte, allzu plakativ darstellte. Plakativer noch als im vielgescholtenen Alien 4 - Die Rückkehr. Ob Scott überhaupt noch die Gelegenheit haben wird, einen weiteren Alien-Streifen zu drehen, ist fraglich. Als nächstes nimmt der Altmeister ohnehin erst einmal das Gladiator-Sequel und einen Merlin-Film in Angriff.