In einem Interview mit dem New York Magazine äußerte sich nun auch Autorenfilmer Quentin Tarantino zur Comicverfilmungswelle, die nun schon seit Jahren anhält und demnächst ihren Höhepunkt erreichen wird. Was ist die Meinung des exzentrischen Filmemachers?

Aktuelles - Was Quentin Tarantino über Comicverfilmungen zu sagen hat

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Quentin Tarantino am Set von Django Unchained
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Es gab eine Zeit, da waren Comicverfilmungen noch ein Ding der Unmöglichkeit. Und wenn es doch jemand versucht hat, dann war das Budget zu klein oder die Verantwortlichen haben den Film derart abgeändert, dass es kaum mehr Verbindungen zum Original gab. Nur sehr wenigen Filmen wie Richard Donners Superman und Tim Burtons Batman gelang es, der Comicvorlage gerecht zu werden und sowohl Kritiker wie auch das Publikum zu begeistern. Mittlerweile könnte man meinen, dass jeder zweite große Hollywood-Blockbuster einen Comic zum Ursprung hat, soviele Filme werden angekündigt oder sind bereits im Kino gelaufen. Demnächst werden selbst Superhelden wie Matter-Eater Lad verfilmt, möchte man dabei meinen.

So einige Filmemacher Hollywoods haben sich bereits zum Superhelden-Craze geäußert, meist eher negativ. Ist der Zenit bereits überschritten? Droht Hollywood das Aus, wenn die nächsten Super-Big-Budget-Comicverfilmungen floppen, so wie es Steven Spielberg vorausgesagt hat? Einer, der es nicht ganz so düster sieht, ist Autorenfilmer Quentin Tarantino, der sich trotz seiner über zwei Dekaden laufenden Karriere noch immer als Filmfan betrachtet und Filme wie Kingsman: The Secret Service genießen kann, während er selbst hochgelobte Filme wie Django Unchained inszeniert.

"Ich lese Comics seit meiner Kindheit", so Tarantino, "und ich hatte für Jahre meine eigene Obsession für das Marvel-Universum. Also habe ich nicht wirklich ein Problem mit all dieser Superhelden-Sache, die momentan abgeht. Außer, dass ich wünschte, dass ich nicht bis in meine Fünfziger hätte warten müssen, bis es das dominierende Genre wurde. Damals in den 80ern, als Filme scheiße waren, habe ich mehr Filme geschaut als in meinem gesamten Leben und die schlechtesten Filme Hollywoods waren schlimmer als in den 50ern - da wären sie super gewesen."

Tarantino hätte zwar selbst keinen solchen Film gedreht, er arbeitete zu der Zeit noch in einer Videothek, aber er wäre sicherlich wie die heutigen Fans ins Kino gerannt, um sie sich anzusehen. Aber nun, da er Mitte 50 ist, sei das nicht mehr so ganz seine Materie.

Und was sagt er zu all den jungen Filmemachern, die nach einem Indie-Hit gleich angeboten bekommen, große Hollywood-Blockbuster zu drehen? Zu Filmemacher wie Colin Trevorrow oder Gareth Edwards? Schließlich erhielt Tarantino selbst nach Pulp Fiction das Angebot, Filme wie Men in Black zu inszenieren.

"Meine Karriere wäre sehr gut verlaufen. Ich denke, es geht weniger um den Erfolg von etwas wie Men in Black oder Speed oder den Erfolg von Pulp Fiction und mehr um die Art und Weise, wie man sich in der Industrie präsentiert. Ich habe mich sofort als Regisseur präsentiert, den man nicht anheuern kann. Ich werde nicht zuhause sitzen und all diese Drehbücher lesen, die ihr mir sendet. Ich schreibe meine eigenen. Ich bin auch nicht für Neufassungen zu haben."

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