Tim Burtons Batman feiert sein 25. Jubiläum. Bevor der Film 1989 die Leinwände der Welt eroberte, musste Warner Bros. mit einem 20-minütigen Video geradezu Überzeugungsarbeit leisten. Heute zählt der Klassiker als wichtiger Meilenstein für Comicverfilmungen.

Aktuelles - Tim Burtons Batman feiert 25. Jubiläum und zeigt, warum er so wichtig für die Reihe ist

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Michael Keaton als Batman in Tim Burtons Batman Returns
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Heute mag man es kaum glauben, aber es gab tatsächlich mal eine Zeit, in der die Kinocharts nicht von Superheldenstreifen unzähliger Comicverfilmungen dominiert wurden. Eine Zeit, in der sich die Studios nicht um Comic-Lizenzen stritten und eigene Filmuniversen planten, um die Kinokassen dieser Welt noch weiter zu schröpfen. Wenn ein Actionfilm im Kino lief, dann bedeutete das nicht sofort auch, dass die Protagonisten Mutanten oder Superhelden zu sein hatten, sondern ganz normale Cops, deren Spezialität das schnelle Abdrücken war.

Comicverfilmungen waren bei weitem keine Garantie auf Kinohits. Vor allem haftete ihnen ein trashiger Ruf an. Tim Burtons Batman aus dem Jahre 1989 markierte in vielerlei Hinsicht einen Wechsel. Burtons Vision von Batman sollte das Subgenre der Comicverfilmungen auf eine ganz neue, wesentlich düstere Ebene hieven und salonfähig machen. Damals glaubte aber niemand an diesen Erfolg.

Vor Burtons Batman gab es im Grunde nur die Batman-TV-Serie aus den 60er Jahren, die 1966 mit Batman hält die Welt in Atem noch einen Kinofilm nach sich zog. Adam Wests Batman war eine nahezu parodistische Variante von Sherlock Holmes und Dr. Watson, die den Zeitgeist der Flower Power Ära verkörperte. Bunt, trashig und absolut nicht ernst zu nehmen.

1979 erwarben die Produzenten Michael E. Uslan und Benjamin Melniker die Filmrechte an Batman. Uslan schwebte ein völlig neuer Batman vor Augen. Er wollte ihn so düster und ernst anlegen, wie ihn sich bereits Schöpfer Bob Kane vorstellte. Doch alle Studios, denen er seine Vision vorlegte, waren an einem Batman interessiert, der sich an die TV-Serie mit Adam West anlehnte. So sollte es noch ganze 10 Jahre dauern, bis Uslans Plan aufging. Denn nach Namen wie Joe Dante und Ivan Reitman als mögliche Regisseure und Darsteller wie Bill Murray als Batman oder Eddie Murphy als Robin, kam ein heute bedeutender Regisseur an Bord - Tim Burton.

Burton, der besonders von Frank Millers The Dark Knight Returns angetan war, setzte durch, dass man Michael Keaton, mit dem er zuvor schon Beetlejuice gedreht hatte, in der Rolle des Dunklen Ritters besetzte, obwohl Warner Bros. eigentlich auf zugkräftige Darsteller wie Mel Gibson oder Kevin Costner setzen wollte. Selbst Adam West beanspruchte die Rolle für sich, da er befand, dass er der einzig wahre Batman sei. Natürlich führte dies bereits zum ersten Publicity-Stunt, denn die Nachricht, dass der eher schmächtige Komiker Keaton den muskulösen Batman spielen sollte, sorgte allerorts für Aufruhr unter Fans, die verlangten, dass man Keaton feuern solle. 50.000 Protestbriefe wurden an Warner Bros. versendet, die dieser Forderung Nachdruck verliehen. Doch Burton wollte mit Keaton zeigen, dass praktisch jeder hinter der Maske des Batman stecken könnte. Batman war in seinen Augen das fast schon schizophrene Spiegelbild eines Durchschnittsbürgers, der sich auf dem schmalen Grat zwischen Gesetz und Verbrechen befindet. Daher musste auch Robin weichen. Sein Batman hatte keinen Gehilfen.

Auch das Set Design von Batman zeigte bereits frühe Formen von Burtons expressionistischem Stil. Die aufwendigen Sets und ein Streik des Writer's Guild of America trieben das Budget von anfangs 30 Millionen Dollar auf 48 Millionen Dollar in die Höhe. Warner Bros. befand sich auf ziemlich dünnem Boden. Ein Flop konnte sich das Studio nicht leisten. Man fertigte sogar extra ein 20-minütiges Promo-Video an, um Batman dem Publikum schmackhaft zu machen.

Doch die Mühen sollten sich lohnen: 411 Millionen Dollar spielte Batman weltweit ein, ein gigantischer Hit. Jack Nicholson verdiente dank Gewinnbeteiligung satte 60 Millionen Dollar, ein bis heute ungebrochener Gagenrekord. Danny Elfmans Batman-Soundtrack sollte ebenso unsterblich werden wie Princes Songs Batdance und Partyman die Charts erklommen. Batman war überall, das Merchandising-Geschäft brummte. Burtons Film wurde zudem mit einem Oscar für das Beste Szenenbild ausgezeichnet.

Burton drehte mit Batman Returns noch ein Sequel, bevor Joel Schumacher die Reihe fast beerdigte. Erst nahezu zehn Jahre später konnte Christopher Nolan die Reihe phänomenal wiederbeleben. Batmans nächster Auftritt wird in Zack Snyders Batman v Superman: Dawn of Justice sein, in dem er von Ben Affleck verkörpert wird - wieder eine Kontroverse.

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