Während der Promotour zu seinem neuen Film, dem Spionagethriller Bridge of Spies mit Tom Hanks, sprach Regisseur Steven Spielberg auch über den derzeitigen Trend der Superheldenstreifen, der seiner Meinung nach genauso wieder verschwinden wird wie der Western.

Aktuelles - Steven Spielberg: Superheldenfilme werden genauso verschwinden wie Western

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Nein, Steven Spielberg hat den armen Triceratops nicht erlegt
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Dass Steven Spielberg nicht unbedingt ein Fan der aktuellen Hollywood-Blockbuster zu sein scheint, das hatte er in der Vergangenheit schon des Öfteren kommuniziert. Dabei ist es weniger der Inhalt dieser Filme, sondern mehr die Dominanz teurer Blockbuster sowie die immer größeren Budgets, die ihm Sorgen bereiten. Bereits 2013 warnte er vor einer Implosion der Filmindustrie Hollywoods. Es müssten nur einige dieser gigantisch teuren Blockbuster floppen, die mit ihren Einnahmen geradezu die Pfeiler der Studios darstellen und die Kosten für andere Filme auffangen und das gesamte System käme zum Einsturz. Schon heute würden viele kleinere Filme eher eine Fernsehpremiere bei Sendern wie HBO oder bei Streaming-Diensten wie Netflix feiern.

Und wo von gigantisch teuren Blockbustern die Rede ist, dürfen die Superheldenstreifen nicht fehlen, die in den letzten Jahren das Sommerkino dominierten. Doch wenn es nach Spielberg geht, dann nicht mehr lange. Auf die Frage, ob er noch immer dieselbe Meinung vertrete wie vor zwei Jahren, bejaht er diese und vergleicht dieses Subgenre mit den Western. Ein Genre, das zu Spielbergs Kindheit populär war und ironischerweise durch Filmemacher wie ihn verdrängt wurde.

"Ich bin noch immer dieser Meinung", so Spielberg. "Wir waren dabei als der Western starb und es wird eine Zeit kommen, in der die Superheldenfilme den Weg der Western gehen. Das bedeutet nicht, dass es keine Gelegenheit für den Western mehr geben wird, zurückzukehren und dass Superheldenfilme nicht irgendwann zurückkommen. Selbstverständlich ist der Superheldenfilm im Moment am blühen. Ich sage nur, dass diese Zyklen eine endliche Zeit in der Populärkultur haben. Es wird ein Tag folgen, wo diese mythischen Geschichten durch ein anderes Genre verdrängt werden, das irgendein junger Filmemacher gerade dabei ist, für uns alle zu entdecken."

So ganz unrecht hat Spielberg nicht, schließlich gibt es immer wieder Dekaden, in denen gewisse Genres oder Filmtypen besonders beliebt und erfolgreich sind, bevor sie durch einen neuen Trend verdrängt werden. Nicht nur die Western, auch die Mafiafilme, die Vietnamkriegsfilme, die Buddy-Movies und Ein-Man-Armee-Actionfilme hatten ihre Zeit. Vielleicht erleben wir bereits den Wandel weg von Superheldenfilmen hin zur reinen Science Fiction? Der Übergang wäre fließend.

Ob die ganzen Superheldenfilme von Marvel Studios mit ein Grund darstellen, dass Spielbergs DreamWorks Studios nach dem Ende des Deals mit Disney in 2016 zu Universal Studios zurückkehren, darf allerdings angezweifelt werden. Es heißt, es habe von Beginn an Spannungen zwischen DreamWorks und Disney gegeben. Disneys ehemaliger Vorsitzender Dick Cook lockte DreamWorks mit der Aussicht auf Kollaborationen. Leider wurde Cook alsbald durch Bob Iger ersetzt, der bei Disney alle Filme selbst finanzieren und produzieren lässt.

Vielleicht hat Spielberg bei Universal Studios mehr Glück. Die produzieren auch keine Superheldenstreifen.

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