Harter Tobak, was Fan-Favorite Simon Pegg da von sich gab. In einem Interview mit dem Radio Times Magazine sprach er über das Nerdtum und das breite Science Fiction-Genre, das die heutige Konsumgesellschaft geradezu verdummt habe. Kurz darauf bemühte er sich auf seiner eigenen Seite um Schadensbegrenzung.

Aktuelles - Simon Pegg: Science Fiction und Superheldenfilme verdummen die Gesellschaft

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In Paul - Ein Alien auf der Flucht umarmte Simon Pegg das Nerd-Dasein noch mit offenen Armen
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Eigentlich ist Simon Pegg jemand, der sich mit dem Nerdtum identifzieren kann. Viele seiner Erfolge hängen stark mit der Nerd-Kultur zusammen und siedeln sich selbst im Science Fiction-Genre an. Zudem spielte Pegg oft einen nerdigen Charakter, etwa in Shaun of the Dead und in Paul - Ein Alien auf der Flucht. Auch privat ist er laut eigener Aussage ein echter Nerd und Fan von Comics und Star Wars. Doch damit ist nun wohl Schluß. Laut eigener Aussage wolle er sich vom Nerd-Dasein verabschieden, um ein ernstznehmender Schauspieler zu werden.

"Wie man unschwer erkennen kann, bin ich selbst ein Fan von Science Fiction und dem Genrekino, aber ein Teil von mir blickt auf die Gesellschaft von heute und denkt sich, dass wir durch unseren eigenen Geschmack verkindlicht wurden. Heutzutage konsumieren wir im Grunde allerhand Kindliches - Comicbücher, Superhelden. Erwachsene schauen sich dieses Zeug an und nehmen es auch noch ernst", so Pegg. "Es ist eine Art Verdummung, wenn man so will, weil es unseren Fokus von echten Problemen der Welt ablenkt. Filme handelten einst von herausfordernden, emotionalen Wegen oder drehten sich um moralische Fragen, die einen vielleicht dazu brachten, das eigene Denkmuster infrage zu stellen."

Was Pegg mit den einst herausfordernden Filmen meinte, damit rückte er gleich selbst heraus. "Vor Star Wars waren es Filme wie Der Pate, Taxi Driver, Bonnie und Clyde und Brennpunkt Brooklyn, die an den Kassen punkteten - harte, amoralische Kunstfilme. Und auf einmal hat sich die ganze Sache in Richtung Spektakel gedreht und alles hat sich verändert... Ich weiß nicht, ob das so eine gute Sache ist. Heute gehen wir aus dem Kino und denken an nichts anderes als an die Tatsache, dass der Hulk gerade gegen einen Roboter gekämpft hat."

Aktuelles - Simon Pegg: Science Fiction und Superheldenfilme verdummen die Gesellschaft

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Wird Star Trek 3 etwa ein sehr untypischer Star Trek-Film?
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Etwas Verbitterung schwingt auch in seinen Aussagen mit, wonach er manchmal erwachsene Themen vermisse, weswegen er mit dem Gedanken spiele, sich vom Nerdtum zurückzuziehen, um ernsthafte Rollen anzustreben. Etwas von dieser Denkweise habe er wohl auch schon in das neue Drehbuch von Star Trek 3 mit einfließen lassen, denn seine Vorgehensweise, einen Star Trek-Film zu schreiben, sei es, "einen Western oder einen Thriller oder einen Heist-Streifen zu schreiben, diesen dann mit Star Trek-Charakteren zu füllen, um auf diese Weise auch ein Publikum miteinzubeziehen, das sich ansonsten etwas sträubt."

Verständlich, dass sich die Fans, aber vor allem Nerds und Geeks und generell Fans von Comicverfilmungen und Science Fiction auf den Schlips getreten fühlen, hatte Pegg in diesem Interview doch quasi ausgesagt, sie seien dumme Kinder getarnt als Erwachsene. Natürlich bemühte sich Pegg persönlich auf seiner Seite um Schadensbegrenzung.

"Vielleicht habe ich ein wenig zuviel getrollt. Ich gebe in Interviews gern Gegenteiliges von mir. Tut man das allzu oft, wird man seiner eigenen Meinung überdrüssig und unterstützt die Meinung anderer. Abgesehen davon ist die Vorstellung einer verlängerten Jugend etwas, an dem ich schon länger interessiert bin. Im Grunde ging es darum in Spaced [eine britische Sitcom von 1999 bis 2001, in der Pegg einen Cartoonist spielt], zumindest ein wenig."

Pegg führt daraufhin den Gedanken weiter, dass die Kinder der 70er und 80er Jahre die erste Generation an Bürgern waren, der es nicht primär darum ging, "erwachsen zu werden". Nicht "Hochzeit, Haus und Kinder" definiere den Menschen von heute, sondern Hobbies und Interessen. Von daher seien seine Aussagen lediglich falsch interpretiert worden und es sei in keinster Weise seine Intention gewesen, Science Fiction- und Fantasy-Fans als dumm darzustellen. Aber er habe tatsächlich mit dem Trinken aufgehört und ziehe sich bewusst nicht mehr wie ein Teenager an. Seinen wirklich interessanten Beitrag beendete er mit dem Satz: "PS: Timothy Dalton und Pierce Brosnan sind ebenfalls Stormtroopers." Ob man diesen Satz allerdings ernst nehmen sollte, sei mal dahingestellt.

Was ist mit euch? Stimmt ihr seinen "falsch interpretieren" Aussagen zu oder seid ihr eher auf der Seite des Peggs, der seine Aussagen korrigiert hat?