In einem Podcast sprach Regisseur Quentin Tarantino darüber, dass er einmal fast einen Superheldenstreifen inszeniert hätte - Luke Cage. Warum kam es doch nicht dazu?

Aktuelles - Quentin Tarantino erklärt, warum es mit seinem Luke Cage-Projekt nicht geklappt hat

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Quentin Tarantino hätte fast selbst mal einen Superheldenfilm gedreht
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Kultregisseur Quentin Tarantino ist bekannt für geschliffene Dialoge, eine einzigartige Inszenierung und Filmzitate ohne Ende, die ein Otto-Normalkinogänger nicht im Ansatz erkennen würde.

Der Autorenfilmer hat bislang nur eigene Stoffe inszeniert. Umso überraschender kam seine Aussage in einem Podcast, dass er einmal kurz davor stand, eine Comicverfilmung basierend auf Marvel Comics' Luke Cage zu inszenieren.

Tarantino wollte Luke Cage noch vor Pulp Fiction inszenieren

Dass Tarantino ein Fan von geerdeten und realistischeren Comics ist, daraus hat er nie einen Hehl gemacht. Auch kein Geheimnis ist sein Faible für schwarze Charaktere und die afroamerikanische Kultur. Da dürfte es in diesem Zusammenhang nicht weiter verwundern, dass Luke Cage seinen Lieblingscharakter darstellt.

Ein junger Tarantino, der gerade erst mit Reservoir Dogs für Furore sorgte, wollte Anfang der 90er Jahre noch vor Pulp Fiction einen Luke Cage-Film inszenieren. Man muss bedenken, dass es zu der Zeit gerade mal eine Handvoll Superhelden auf der Leinwand gab, darunter Tim Burtons Batman und Warner Bros.' Superman-Filme. Andere Superhelden wie Hulk, The Flash und Spider-Man gab es höchstens im Fernsehen und obskure Gestalten wie Howard the Duck floppten gnadenlos in den Kinos. Wegweisende Filme wie Blade und X-Men waren noch Jahre entfernt und Comics waren noch eine absolute Nerd-Einöde.

"Eine der Dinge, die ich in gewisser Weise noch vor Pulp Fiction machen wollte, eine der anderen Projekte, die ich in Betracht zog war es, einen Luke Cage-Film zu machen", so Tarantino.

"Alle meine Geek-Freunde rieten mir davon ab"

Doch warum wurde daraus dann nichts? Mal abgesehen davon, dass ein Tarantino lieber eigene Ideen verfilmt. "Im Fall von Luke Cage waren es meine Geek-Freunde, die mir davon abgeraten haben, weil ich damals dachte. Laurence Fishburne würde einen großartigen Luke Cage abgeben, während sie aber über Wesley Snipes sprachen. Ich konnte sie mir beide darin vorstellen, aber ich dachte, 'Fishburne wäre doch besser.' Und sie sagten, 'Ja, er könnte trainieren und so, aber er hat nicht den Körper, den Wesley Snipes hat und Luke Cage braucht einen durchtrainierten Körper.'"

Das habe ihn so genervt, dass er sich sagte, dass, wenn er jemals eine Comicverfilmung inszenieren würde, es ein originaler Charakter sein müsste. Ein Charakter, den er selbst kreiert und keine Vorlage besitzt.

Luke Cage ist nun auch ohne Tarantinos Hilfe zum Leben erweckt worden - in der Netflix-Serie Jessica Jones, dargestellt von Mike Colter, der ihn auch in seiner eigenen Soloserie spielen wird.

Und Tarantino? Der ist demnächst mit seinem neuen Western The Hateful 8 in den Kinos zu sehen. Der Film startet bei uns am 28. Januar 2016.

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