Nachdem am vergangenen Wochenende gleich zwei VIPs Negatives über Superhelden-Streifen von sich gaben, fühlte sich Guardians of the Galaxy-Regisseur James Gunn wohl direkt angesprochen, und verteidigte das Subgenre mit einem ausführlichen Eintrag auf Facebook.

Aktuelles - Guardians of the Galaxy-Regisseur verteidigt Superhelden-Streifen

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Regisseur James Gunn spricht Klartext
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Was Hollywoods Oscar-Elite von Superhelden-Streifen hält, das zeigte sich gleich zu Beginn der Verleihung, als sie mit einer Musical-Nummer eröffnet wurde. Ausgerechnet Comedian und Geek Jack Black sang den Part, in dem die Superhelden-Streifen und ihre ewigen Sequels und Prequels durch den Kakao gezogen wurden. Gleichwohl es sich dabei nur um eine humorvolle Einlage handelte, steckt in jedem Scherz doch auch immer ein Fünkchen Wahrheit. Viel direkter war dagegen Nightcrawler-Regisseur Dan Gilroys Dankesrede bei den Independent Spirit Awards. "Der Independent Film, die Stiftung, und alle hier sind, wie ich finde, ein Widerstand gegen einen Tsunami an Superhelden-Streifen, der über diese Industrie hereingebrochen ist. Wir haben überlebt, und wir sind gewachsen, und ich finde, das ist der wahre Geist", so Gilroy.

Bei soviel Kritik vonseiten der eigenen Kollegen vermochte James Gunn nicht mehr stillzuhalten, und postete ein Statement auf Facebook. Gunn ist der Regisseur des letztjährigen Kinohits Guardians of the Galaxy. Während er Jack Blacks Gesangseinlage noch als humorvollen Seitenhieb verstand, und es allgemein darauf schiebt, dass die diesjährigen Oscars keine besonders ausgereiften Texte hatten, geht er mit Dan Gilroy ungleich härter ins Gericht.

"Was Dan Gilroy betrifft, der sagte, dass die Anwesenden der Independent Spirit Awards einen 'Tsunami an Superhelden-Streifen' überlebt haben - Nun, es erscheint ein wenig seltsam, dass sowas von einem Kerl kommt, dessen Ehefrau in zwei Thor-Filmen mitgespielt hat - wahrlich, es scheint, als seist du grausam in diesem Tsunami ertrunken. Aber ich weiß, dass auch ich mir auf solchen Award-Shows einfach irgendwas zusammenreime, also im Zweifel für den Angeklagten."

Welch charmanter Konter von Gunn. Damit unterstellt er Gilroy praktisch nicht nur Scheinheiligkeit, sondern auch keine Ahnung zu haben, wovon er spricht. Kein Freigeist also. Und als solchen sieht sich die Independent-Elite ja gern, während sie den Blockbuster-Filmemachern jenen gern absprechen.

Es nerve ihn, dass in Big Budget-Blockbustern weniger Herz stecken sollen, als in kleinen Autorenfilmen. Er selbst habe schon alle möglichen Filme gedreht. Von B-Movies über Kinderfilme bis hin zu besagten Blockbustern habe er bereits alles geschrieben und gedreht. Es komme weniger auf das Genre an als auf die einzelnen Leute, ob etwas mit Hingabe gemacht werde.

"Wenn ihr denkt, dass Leute, die Superhelden-Streifen drehen, dumm sind, dann tretet vor und sagt, dass wir dumm sind. Aber wenn ihr als Independent-Filmemacher oder als 'ernsthafte' Filmemacher denkt, ihr steckt mehr Liebe in eure Charaktere als die Russo-Brüder in Captain America, oder Joss Whedon in den Hulk, oder ich in den sprechenden Waschbären, dann liegt ihr falsch."

In der Tat punktete gerade Gunns Guardians of the Galaxy zwar auch mit seinen Effekten, doch in erster Linie durch die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere und ihr Miteinander. Wie seht ihr das? Seid ihr seiner Meinung, oder teilt ihr eher die Meinung von Gilroy? Und meint Gunn mit Blockbuster-Regisseuren nun auch Michael Bay?