Vor kurzem warnten Hollywoods Filmgrößen Steven Spielberg und George Lucas während der Eröffnung der neuen USC School of Cinematic Arts in Los Angeles vor einem Kollaps der Filmindustrie. Auch Kultregisseur David Lynch stimmte mit ein und bezeichnete den Zustand der Industrie als deprimierend. Nun teilte auch Gore Verbinski anlässlich des Kinostarts seines neuesten Filmes Lone Ranger mit, dass sich Hollywood kurz vor der Ausrottung befinde.

Aktuelles - Gore Verbinski sieht Hollywood kurz vor der Ausrottung

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Verbinskis Lone Ranger ist gerade in den USA gestartet
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David Lynchs Aussage nach, gebe es abseits vom Mainstream keine Chance mehr für großartige Ideen im Kino. Geld regiere nun mal die Welt und daher würden die Studios lieber auf massentaugliche Filme setzen, statt auf neue Ideen.

Steven Spielberg und George Lucas warnten eben davor, dass diese Konzentration auf wenige, massentaugliche Blockbuster zu einer Implosion führen könne, da es nur einige wenige Flops bedürfe, um die Studios in die Knie zu zwingen.

Der Grund liege darin, dass die Leute einfach nicht mehr bereit seien, ins Kino zu gehen und dafür auch gar keine Zeit mehr übrig hätten.

Gore Verbinski, ein Mann, der ganz besonders für sündhaft teure Hollywood-Blockbuster bekannt ist, hat sich in einem Interview anlässlich des Kinostarts seines neuesten Filmes Lone Ranger, der geschätzte 250 Millionen Dollar gekostet haben soll, ebenfalls zur Zukunft Hollywoods geäußert.

Angesprochen auf Spielbergs und Lucas' Warnung vor einer Implosion, antwortet er: "Ich denke, dass, wenn sich nichts radikal ändert, wir traurigerweise denselben Weg wie die Musikindustrie gehen werden."

Dann spricht er das an, was auch schon David Lynch, Steven Spielberg und George Lucas angesprochen haben: dass die Zukunft im Fernsehen liege. Ironischerweise hieß es bereits in den 50er Jahren, als sich das Fernsehen im Aufkommen befand, dass es das Ende des Kinos einläuten würde. Tatsächlich sanken die Ticketverkäufe drastisch ab den 30ern und erreichten in den 70ern einen Allzeit-Tief.

Hollywoods damalige Antwort könnte auch auch heute funktionieren: Neue technische Möglichkeiten und das Risiko, riskante und neue Ideen umzusetzen. Etwas, was das Fernsehen seit Jahren mit Serien wie Mad Men oder Breaking Bad erfolgreich umsetzt.

"Ich denke, es gibt momentan so viele gute Fernsehproduktionen, dass es schwer ist, die Leute ins Kino zu holen, wenn man daraus nicht gleich ein großes Event macht," so Verbinski. "Ich denke, die Studios arbeiten sich von hinten nach vorne durch, seit sie ihre DVD-Verkäufe verloren haben, 'Wie bekommen wir einen Freizeitpark und eine Achterbahn und dies und das...'"

Es sei einfacher, 150 Millionen Dollar für einen Film mit Robotern zu erhalten, als 40 Millionen für ein Drama. Heutzutage müsse man schon einen Harry Potter drehen oder etwas Vergleichbares, aus dem man Vorteile ziehen könne.

"Ich könnte einen Film für 10 oder 150 Millionen Dollar drehen, aber dann bekommt man kein Lawrence von Arabien. Das kriegt man nicht mehr hin. Selbst Steven (Spielberg) würde es nicht hinbekommen. Der Englische Patient könnte man heute so nicht mehr drehen. Es ist wahr, alles was sie sagen. Ich bin mir zwar nicht sicher, was den Teil mit dem Broadway betrifft, ich stimme da nicht unbedingt mit ein, aber ich denke, dass es traurig ist. Ich weiß nicht, wie man die Leute dazu bringen könnte, aufzustehen und sich einen Film anzusehen, den ich in den 70ern geliebt habe, als ich ins Kino ging und Die Freunde von Eddie Coyle (ein Thriller mit Robert Mitchum) ansah. Heute ist das eine Episode aus Breaking Bad und jeder hat einen Widescreen-TV. Also da ist so eine Art...'nichts Gutes wird sich daraus entwickeln', wir sind auf einem verrückten Weg zur Ausrottung."

Und der Mann könnte recht haben, denn sein sündhaft teurer Film Lone Ranger startete sehr enttäuschend mit gerade mal 15 Millionen Dollar Einspiel und landete hinter Ich - Einfach unverbesserlich 2 auf dem zweiten Platz. Neben ebenso enttäuschenden Reviews, steht die Frage im Raum, ob Lone Ranger überhaupt seine Kosten wieder einspielen wird. Der Anfang vom Ende?