Das heutige Kino mit all seinen Event-Filmen und Superheldenstreifen spaltet nicht nur das Publikum. Auch die Filmemacher sind nicht unbedingt alle glücklich mit der Entwicklung. Nun meldete sich Exorzist-Regisseur William Friedkin zu Wort und sprach vom Niedergang anspruchsvoller Unterhaltung.

Aktuelles - Exorzist-Regisseur William Friedkin: Superheldenstreifen ruinieren das Kino

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Interessiert sich nicht für das aktuelle Kino - Altmeister William Friedkin
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Einst war er der angesagteste Regisseur Hollywoods. Der Name William Friedkin stand für Unterhaltung der besten Güteklasse. Brennpunkt Brooklyn, Der Exorzist, Atemlos vor Angst. Friedkin lieferte Filme, an die man sich selbst heute noch erinnert, die in die Filmgeschichte eingegangen sind. Doch der Anfang vom Ende nahm bereits in den Siebzigern seinen Lauf. George Lucas' Star Wars und Richard Donners Superman begannen einen Trend, der sich im Laufe der Jahrzehnte durchsetzte und das Kino für sich einnahmen - Eventfilme, große Blockbuster, die zumindest heute meist auf Schauwerte setzen. Nichts, was Friedkin interessiert.

"Filme waren mal in der Realität verwurzelt", so der desillusionierte Filmemacher der alten Schule Champs-Elysees Film Festival in Paris. "Sie handelten von echten Menschen, die echte Dinge tun." Das sei heute nicht mehr der Fall. "Das amerikanische Kino dreht sich nur noch um Batman, Superman, Iron Man, Avengers, Hunger Games. Alles Dinge, bei denen ich keinerlei Interesse verspüre, sie mir anzusehen."

Diese Entwicklung habe er persönlich miterlebt, als er 1977 seinen, seiner Meinung nach besten Film Sorcerer - Atemlos vor Angst inszenierte. Der Film verlor das Duell gegen Lucas' Star Wars. Das sei der Moment gewesen, ab dem das Interesse an seinen Filmen schwand.

Wer heutzutage tatsächlich noch vorhabe, gute Filme mit Charakter und Story zu entwickeln, der sei beim Fernsehen besser aufgehoben, so Friedkin. "Man entwickelt Charaktere mit mehr Tiefe und die Story ist komplexer und tiefer als beim Kino."

Serien wie True Detective und House of Cards repräsentieren "den neuen Zeitgeist". Und so arbeitet auch Friedkin an einem Drehbuch über Mae West für HBO. Friedkin will auch seinen 1985er Thriller Leben und Sterben in LA in eine TV-Serie verwandeln.

Bleibt nur die Frage, wieviele von euch Unter-18-Jährigen kennen Friedkin und seine Arbeit überhaupt?

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