Die vergangene Woche war keine gute für die Schauspielwelt. Nachdem in der Nacht zum Samstag bereits der frühere Kinderstar Gary Coleman einer Hirnblutung erlag, zog gestern nun auch der große Dennis Hopper für immer seinen Hut. Der 74-jährige musste sich dem langen, schweren Kampf gegen ein Krebsleiden geschlagen geben.

Erst vor zwei Monaten wurde ihm auf dem legendären "Walk of Fame" in Hollywood ein Stern verliehen, der Ehrungszeremonie wohnte der angeschlagene Star noch bei. Knapp 50 Kilo soll er damals nur noch gewogen haben, dennoch gab er sich souverän, ganz Showmaster. "Alles was ich im Leben erreicht habe, habe ich von euch erlernt", bedankte er sich bei seinen Freunden und zahlreichen Filmkollegen damals.

Als vor einigen Jahren Prostatakrebs bei Hopper diagnostiziert wurde, zog sich der Darsteller aus dem Filmgeschäft zurück - nach 50 Jahren vor der Kamera. Schon 1954 trat er in kleineren Rollen auf, vorwiegend in TV-Shows. Der Durchbruch sollte erst 15 Jahre später kommen, als er 1969 im legendären Aussteiger-Road Movie "Easy Rider" Regie führte und an der Seite von Peter Fonda auftrat.

Hopper festigte seine Stellung im folgenden durch kleine, aber wichtige Auftritte, etwa in Francis Ford Coppolas "Apocalypse Now", Wim Wenders "Der amerikanische Freund" oder David Lynchs "Blue Velvet". Doch mindestens genauso oft leistete sich Hopper herbe Fehlentscheidungen bei der Rollenwahl: "Texas Chainsaw Massacre 2" oder der grausame "Super Mario Brothers" zum Beispiel. Hinzu kamen private Eskapaden und Drogenexzesse, die ihm in Hollywoods glattgebügelter Welt aus Glanz und Glamour für immer den Aufstieg in die A-Riege verwehrte.

Trotzdem lassen sich heute zahlreiche große Hopper-Momente aufzählen: Mit "Speed", "Waterworld" und "Land of Dead" etablierte er sich in den Neunzigern und Nullerjahren als veritabler Bösewicht, seinen wohl besten Auftritt hatte er 1993 in Tony Scotts "True Romance" - die unvergessliche Verhörsequenz, die er gemeinsam mit (dem ebenfalls wunderbaren) Christopher Walken spielt, gehört für viele Kritiker zu den besten Szenen der jüngeren Filmgeschichte.

Zwei Mal wurde Hopper für den wichtigsten Filmpreis der Branche nominiert: Als Drehbuchautor für "Easy Rider" und als bester Nebendarsteller in "Freuwurf" hätte es beinahe den Oscar gegeben. Gewonnen hat er unter anderem in Cannes (Easy Rider), bei den MTV Movie Awards (Speed) und dem Filmkritiker-Preis (Blue Velvet). Allerdings "zierte" auch eine Goldene Himbeere seinen Schrank - sein Auftritt in Kevin Costerns Planschbecken-Dystopie "Waterworld" gefiel scheinbar nicht allen.

Seine letzten Jahre waren vor allem durch private Probleme geprägt: Ein zermürbender Rechtsstreit mit seiner fünften Ehefrau um das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter kostete ihn viel Kraft. Scheinbar zu viel. Vorgestern Morgen verstarb er im Kreise seiner Angehörigen in seinem Haus in Kalifornien. Du wirst uns fehlen, Dennis...

Übrigens: Zum letzten Mal können ihn seine Fans im Animationsfilm "Alpha und Omega" (startet in Deutschland wahrscheinlich Anfang 2011) erleben - als Sprecher vertont er dort den Wolf Tony.

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