Über zehn Jahre, nachdem die mit dem Fernseh- und Comedypreis ausgezeichnete SAT.1-Show „Was guckst du?!“ erstmals auf Sendung ging, ist Kaya Yanar nun bereits in seinem ersten Kinofilm zu sehen. Ein Bomben-Timing, dem die Bomben-Gags in „Agent Ranjid rettet die Welt“ absolut ebenbürtig sind. Vom Regisseur von „Erkan & Stefan – Der Tod kommt krass“ und dem Verleih von Zlatkos großem Giftschrank-Kinodebüt „Mr. Boogie“.

Er träumt von Aufträgen in geheimer Mission, von ihm zu Füßen liegenden indischen Frauen und von schmierigen Bösewichtern, denen er den Garaus machen kann. Doch Ranjid (Kaya Yanar) ist lediglich ein Putzmann, der um das Leben seiner Kuh bangt. Geld für deren kostspielige Operation verspricht ihm der Leiter des türkischen ASS (Ayran Secret Service), sofern Ranjid den holländischen Terroristen Freek van Dyk (Rutger Hauer! Himmel hilf!) ausschaltet.

Unterstützung bekommt er dabei von Hakan („bekannt“ als Türsteher aus Yanars Show, gespielt natürlich von ihm selbst), der sich mit van Dyks blonder Gehilfin – jetzt lachen! – Viagra van den Hupen (Birte Glang) herumschlagen muss. Das alles gipfelt dann im, äh, großen Finale auf einer Achterbahn im Movie Park Bottrop-Kirchhellen, ehe Rutger Hauer, Mutter Ranjid und die doofe Kuh noch eine Bollywood-Gesangseinlage aufs Windmühlenparkett schmeißen dürfen.

„Agent Ranjid rettet die Welt“ ist exakt das, was man sich darunter vorstellt. Die x-te doofe Agentenfilm-Klamotte, diesmal über den Multikulti-Ulk von Kaya Yanar aufgezogen. Der Frankfurter Comedian witzelt sich in Mehrfachrollen durch verbrannte Gags seiner einstigen Erfolgsshow, inflationäre Doppelt- und Dreifachwiederholungen der öden „Was guckst du?“- und „Du komms’ hier nisch’ rein!“-Verbalzoten selbstredend inklusive.

Agent Ranjid rettet die Welt - Die Welt ist nicht genug

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Ehne, mehne, Muh, und raus bist du, Kuh.
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Mag Yanars Humor, so einfältig, handzahm und sowieso vollkommen abgestanden er auch ist, noch Geschmackssache sein, so ist Regisseur Michael Karens Inszenierung des wahllosen Blödsinns einzig purster Dilettantismus. Karens planlose, schlicht billige Regie verhaut selbst noch den kleinsten Anflug eines (wenn schon nicht Drehbuch-, dann zumindest visuellen) Witzes, vom konsequenten Mangel an Bild- oder Inszenierungseinfällen gar nicht zu sprechen.

Die Lahmarschig- wie Offensichtlichkeit der Schmalspur-Jokes drückt umso stärker auf die – trotz der 82 Minuten – quälend zähe Laufzeit, wenn Yanar, Karen und Autor Dieter Tappert (alias Paul Panzer, auch so eine rätselhafte Erfolgsfigur im deutschen Comedy-Brachland) ihren Humor nicht ausschließlich geistlos, sondern auch als Multikulti-Versöhnungsdoofquatsch verstanden wissen wollen. Vergleiche mit Sacha Baron Cohen verbieten sich da selbstverständlich.

Agent Ranjid rettet die Welt - Die Welt ist nicht genug

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Rutger "Blade Runner" Hauer fragt sich wahrscheinlich immer noch, wie er in diesem Unsinn landen konnte.
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Bleibt einzig die Frage, ob „Agent Ranjid rettet die Welt“ gemäß deutscher Tradition an die spektakulären Erfolge vergangener Vom-TV-zum-Kino-Comedian-Blödeleien wie „Morgen, ihr Luschen! Der Ausbilder-Schmidt-Film“ (sage und schreibe 5.000 Kinobesucher) oder Atze Schröders „U-900“ wird anknüpfen können. Yanars Publikum dürfte schließlich bereits längst zum ähnlich gelagerten Migrations-Ulk eines Bülent Ceylan konvertiert sein.