Peter OsteriedDie Spieleverfilmung „Ace Attorney“ läuft auf dem diesjährigen Fantasy Film Fest. Wer nicht die Gelegenheit hat, Takashi Miikes surrealen Gerichtsfilm auf der großen Leinwand zu sehen, für den gibt es zumindest einen kleinen Trost. Koch Media hat sich die Rechte an dem Werk gesichert und plant einen DVD- und Blu-ray-Start im ersten Quartal 2013.
Nicht nur für Fans der Games. Takashi Miike hat einen spannenden, witzigen, überraschenden, prächtigen, surrealen Film abgeliefert, der voll reinhaut!FazitNach dem Mord an seiner Kollegin und Mentorin Mia vertritt Anwalt Phoenix Wright deren Schwester Maya, die man der Tat bezichtigt. Als sein Gegner tritt sein ehemaliger Freund Miles Edgeworth auf. Das Pikante: Die Justiz hat sich gewandelt, der Angeklagte muss seine Unschuld beweisen und jeder Fall wird höchstens drei Tage vor Gericht verhandelt.
Es gelingt Phoenix, die Unschuld von Maya zu beweisen. Ein großer Sieg für den jungen Anwalt, aber seine größte Aufgabe wartet noch auf ihn. Denn sein nächster Fall hat Brisanz: Diesmal ist es Miles Edgeworth selbst, der wegen eines Mordes angeklagt wird. Niemand will Miles vertreten, nur Phoenix ist dazu bereit. Er steht vor einer gewaltigen Herausforderung, denn sein Gegner ist niemand anderes als Staatsanwalt Manfred von Karma, der seit 40 Jahren keinen Fall verloren hat…
Takashi Miike ist sowohl einer der produktivsten als auch polarisierendsten Filmemacher unserer Zeit. Die einen lieben seine Filme, die anderen hassen sie. „Ace Attorney“ könnte vielleicht das erste seiner Werke sein, das uneingeschränkt jedem zu empfehlen ist – zumindest, wenn man ein Faible für das Surreale hat.
"Einspruch!" Kurios: Die Charaktere sind bestmöglich denen aus dem Spiel nachempfunden.Denn Miike reichert seinen Film mit einer Vielzahl ungewöhnlicher und unerwarteter Elemente an (z.B. das blaue Maskottchen der Polizei) und lässt seine Figuren plötzlich losschreien, auch wenn es gar nicht passt. Aber genau damit provoziert er auch die Lacher, denn was er mit „Ace Attorney“ abgeliefert hat, ist mehr als nur ein Gerichtsfilm – es ist ein wahrgewordenes Videospiel, visuell ganz nach dem Muster erfolgreicher Anime gestrickt. Schon die wilden, in alle Richtungen abstehenden Frisuren der Protagonisten sorgen für ein konstantes Schmunzeln.
In japanischen Filmen agieren die Mimen oft äußerst zurückhaltend (ganz im Gegensatz zur Konkurrenz aus China), hier werden die Schauspieler jedoch angespornt, wild wie ein Derwisch zu agieren. Das zeigt sich in total übersteigerter, aber enorm cooler Theatralik (sehr schön beim Finale mit Manfred von Karma zu sehen), aber auch in den Momenten, in denen Phoenix krampfhaft versucht, vor Gericht Zeit zu erkaufen und einen neuen Beweis zu finden.
Es mag sein, dass diese Form der Übertreibung nicht jedermanns Sache ist, aber zweifelsohne ist sie für diesen Film perfekt.
Regie: Takashi MiikeGenre: Krimi, DramaFilmstart:
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Sehr schön, Original-Tonspur raufzupacken, ist immer löblich. Aber Koch Media gehört ja auch zu den ambitionierteren Video-Klitschen.
Miike scheint ja ein Händchen für VG-Verfilmungen zu entwickel, "Like a Dragon" (nach der "Yakuza"-Spielereihe) fand ich, obwohl etwas wirr & übermäßig abgedreht, schon sehr unterhaltsam...
www.majusarts.de/.../phoenix_finalevidence.html
Naja doch davon gibt es mehr: Guckt mal Velayutham.
Im Westen (meines Wissens nach) besser bekannt als "Phoenix Wright"!
Dann hast Du eindeutig zuviel von dieser Brainsucker Scheisse geguckt, wenn Du den vergleich ernst meinst oO
das hollywood und andere (zb. Boll aber bei dem ists absicht) das nicht wirklich können sieht man ja immer wieder da ist bis heute für mich nur Silent Hill gut gelungen weil gut umgesetzt
Koch Media wird sicherlich japanisches Original mit deutschen UT und deutscher Synchro bieten. Ich wage zu bezweifeln, dass man in USA/UK eine englischsprachige Synchro erstellen wird.
... hm oder vielleicht auch nicht *phew*