Eins, zwei: Freddy kommt vorbei – so beginnt er, der berühmteste Kinderreim der Filmgeschichte. Jeder kennt Freddy Krueger, den vernarbten Traummörder aus der Elm Street mit seinem Ringelpulli und dem berüchtigten Klingenhandschuh. Freddy, das ist einer der wenigen wirklichen Stars des zeitgenössischen Horrorkinos, eine feste Größe in der Popkultur und der mit Abstand erfolgreichste Serienmörder, den der Slasherfilm in seiner Blütezeit hervorgebracht hat.
Bis heute hat die Figur in acht Kinofilmen, einer Fernsehserie, unzähligen Comics, Videospielen und sogar einer Hörspielreihe nichts von ihrer Faszination verloren. Anlässlich des jüngsten sinnfreien Franchise-Neustarts werfen wir einen Blick zurück auf das „Nightmare On Elm Street“-Phänomen und die letzte große Ikone des Genres.
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Als Wes Craven, der viele seiner Filmideen und Inspirationen stets aus seinen (Alp)Träumen ableitete, zu Beginn der 80er Jahre bei zahllosen Studios nach einer Finanzierung für sein kommendes Projekt suchte, stieß er auf flächendeckende Ablehnung. Sein Drehbuch über einen von aufgebrachten Eltern gelynchten Kindermörder, der sich nach seinem Tod in einen Traumdämon verwandelt und unschuldige Teenager im Schlaf heimsucht, mochte sich dem allgemeinen Trend der Zeit nicht fügen. Das Zielpublikum, so fürchteten die Studios, wolle reine Slasherfilme sehen, ohne übernatürliche Elemente und vermutlich auch ohne einen derart komplexen Unterbau – schließlich war Cravens Geschichte auch eine böse Abrechnung mit Suburbia und den Schrecken inmitten der amerikanischen Mittelschicht.
Freddy und Serienveteranin Heather Langenkamp im Clinch.Erst Robert Shayes Independent-Schmiede New Line Cinema, die sich später zu einem der größten unabhängigen Studios entwickeln sollte, gab dem Regisseur nach dreijähriger Suche grünes Licht und stellte ihm ein Budget von 1,8 Millionen US-Dollar zur Verfügung, um „A Nightmare On Elm Street“ in nur 30 Tagen drehen zu können. Der Film spielte bei seiner Kinoauswertung allein in Amerika das 15fache der Kosten ein und begründete die erfolgreichste Horrorserie der 80er Jahre. Craven konnte nicht ahnen, dass ein so kleiner Genrefilm ein solches Kultpotential entwickeln würde, und sicher noch weniger, dass der ursprünglich Furcht einflößende Freddy Krueger zum neuen Star am Horrorhimmel und damit zu einer Art sympathischem Stand-Up-Killer avancieren sollte.
„Nightmare – Mörderische Träume“, so der deutsche Titel, ist noch immer einer der faszinierendsten Horrorfilme überhaupt. Er hat mit den Konventionen des damals so populären Teen-Horrors gebrochen, weil er seine Geschichte ausschließlich auf Augenhöhe der jugendlichen Helden erzählte, sie ernst nahm und nicht gemäß den Regeln des Slasherfilms für ihre Sünden bestrafte. Vielmehr noch hat Craven die Teenager des Films zu unschuldigen Opfern erklärt, die für die rechtswidrigen Vergehen ihrer Eltern bestraft werden.
Richtig gesehen: Johnny Depp hatte in "Nightmares" seinen ersten Leinwandauftritt.Sein Entwurf verstand sich als Abkehr vom Bild des dümmlichen promisken Jugendlichen, seine Teenager sind kluge und selbstbewusste Kämpfer, die sich gegen die Erwachsenen geradezu auflehnen müssen, weil auf ihnen der Fluch einer vererbten Schuld lastet. Die Gestalt Freddy Krueger hatte im ersten „Nightmare“-Film demnach eher noch symbolischen Charakter, in ihm bündelten sich verdrängte Schuld und die Schattenseiten des gutbürgerlichen Vorortlebens – als grauenvoller Kindermörder ist er die Personifizierung all des Schreckens, der sich hinter den Fassaden der braven Mitteklassewelt verbirgt.
Nicht zuletzt wurden mit seiner Ermordung die verborgenen negativen Kräfte des Bürgertums zumindest für einen Moment freigesetzt, und die Folgen der elterlichen Selbstjustiz mussten nun die Kinder tragen. Damit hat sich Craven von den eher einfältig gestrickten Teenager-Genrefilmen seiner Zeit weit entfernt. Und so unterschiedlich die zahlreichen Fortsetzungen auch ausfielen, blieben sie dieser Idee stets treu. Zum effektivsten Wesensmerkmal des Films und der Serie im Allgemeinen gehört die Verlagerung der Bedrohung und ihres Schreckens in einen zutiefst empfindsamen Bereich des Menschen – seiner Träume.
Verstörend: Der erste Mord in "Nightmares 1" flöst heute noch Angst ein.Dass Freddy als Reinkarnation des Boogey Man wider der Tradition des Slasherkinos seine Opfer im Schlaf heimsucht, sich in ihre Träume einschleicht und dort zu Gefangenen seiner fantasievollen Perversitäten erklärt, macht ihn zu einer wesentlich konkreteren Gefahrenquelle als seine Genrekollegen: Wir alle müssen schlafen und wir allen haben Träume, die wir nicht kontrollieren können. Da genügen keine einfachen Verteidigungsmuster: Um Freddy entkommen zu wollen, muss man kreativ und willensstark sein.
Regie: Samuel BayerGenre:HorrorFilmstart: Spieldauer: 95 minDarsteller:Jackie Earle Haley
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Teil 1 und 3 sind super und passen auch gut hintereinander, Teil 2 fällt voll aus der Reihe und 4 und 5 sind auch nicht so der brüller.