Ringelpulli in Serie
Bei Produktionskosten von nur 3 Millionen US-Dollar übertraf der zweite Freddy-Auftritt den Erfolg des ersten noch deutlich und setzte umgehend die Vorbereitungen für eine weitere Fortsetzung in Gang. Trotz des zwiespältigen Verhältnisses zwischen Wes Craven und Produzent Robert Shaye kehrte der Freddy-Schöpfer für „Nightmare 3 – Freddy Krueger lebt“ (A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors) als Produzent und Autor zur Serie zurück. Sein ursprünglicher Drehbuchentwurf blieb im fertigen Film jedoch bestenfalls zu erahnen, da Regisseur Chuck Russell („Der Blob“) und Co-Autor Frank Darabont („The Green Mile“) das Script kräftig umschrieben.
Teil drei wagt bereits in Ausfallschritt in Richtung Comic-Happening.Letztlich musste Craven erkennen, dass er keinerlei künstlerischen Einfluss besaß und nur seinen Namen für die Vermarktung herhalten durfte. Ein weiteres Mal wurde die Geschichte aus einer neuen Perspektive erzählt und deutlich ergänzt. Freddy Krueger terrorisiert im dritten Film weiterhin die hilflosen Kids der Elm Street (u.a. eine blutjunge Patricia Arquette), die er reihenweise in eine psychiatrische Anstalt treibt. Dort verbünden sich die Teenager unter Mithilfe von Nancy, jener Heldin des ersten Films, zu Traumkriegern und stellen sich Freddy via Hypnose mit individuellen Fähigkeiten in den Weg.
Der spannende und fantasievolle Film setzt noch deutlicher auf comicartige Splatter- und Traummomente und entwickelt Freddy endgültig zum Sprüche klopfenden Moderator, der sich den Sympathien des Publikums sicher sein kann. Der Film verändert außerdem die Geschichte des Traumkillers und verpasst ihm einen deutlich ausformulierten und mystifizierenden Hintergrund: Freddy wird hier zum Sohn einer vergewaltigten Nonne erklärt, gezeugt von Tausenden Insassen einer Nervenheilanstalt.
Noch eine der einprägsameren Szenen: Freddy verschlingt Patricia Arquette.Damit bewegt sich die Serie auf ihren neuen Pfaden eher in den Bereich des Camps vor und überhöht den konkreten Horror, der vom vorstädtischen Kindermörder einst ausging, zum mystischen Popanz, der revueartig einem Zirkushappening gleichkommt. Die Auflösung der Geschichte mittels religiöser Beschwörungstaktiken widerspricht dem Tonfall des Originals dann geradezu vehement und lässt diesen dritten Freddy-Teil eher als etwas angestaubten Trash erscheinen.
























