Rajko BurchardtWie aus dem Nichts prügelte, folterte und ballerte sich Liam Neeson durch den EuropaCorp-Kracher „96 Hours“ und startete im Alter von 56 Jahren ebenso unerwartet wie erfolgreich eine zweite Karriere als Actionstar. Die Fortsetzung des Vigilanten-Exploiters versucht sich an einer fahrplanmäßigen Wiederholung des Überraschungshits von 2008 und enttäuscht dabei leider auf ganzer Linie.
Rundherum enttäuschende Fortsetzung, die alle Zutaten des starken Vorgängers nur noch zu einem geschmacklosen Brei verrührt.FazitNicht in Paris, sondern in Istanbul muss der ehemalige CIA-Agent Bryan Mills diesmal seine Familie vor den Bösewichten der alten Welt schützen. Ein albanischer Familienclan möchte Vergeltung üben für Angehörige, die Mills im ersten Film auf seinem unerbittlichen Ein-Mann-Feldzug zur Strecke brachte. Und so versuchen die Orientschurken gleich die ganze Mills-Sippe samt Tochter (Maggie Grace) und Ex-Frau (Famke Janssen) während eines Türkeiurlaubs zu entführen.
„96 Hours – Taken 2“ ist im Wesentlichen ein Remake des ersten Films und erzählt dessen Rachegeschichte minimal modifiziert vor neuer Kulisse einfach noch mal. Er verlegt jedoch die Konzentration stärker auf das Familienband, sodass Papa, Mama und Tochter Mills hier mehr Interaktionsraum erhalten. Die bereits im Vorgänger zu unfreiwilliger Komik tendierenden Familienmomente gewinnen in der Fortsetzung sogleich ein überaus trashiges Eigenleben.
Zum diesbezüglich groteskesten Einfall gehört eine via Handy angeleitete Rettungsaktion, bei der Liam Neeson seine Filmtochter zu dessen Ortung bewegen möchte. Über ein ausgeklügelt schwachsinniges System zeichnet Maggie Grace mit Stift und Schnürsenkeln Kreise auf einer Stadtkarte und wirft Handgranaten durch Istanbul, deren Schall ihr Vater in eine Art Krawall-GPS übersetzt. Man muss es gesehen haben, um es zu glauben.
Liam Neeson ist einfach pappsatt.Abseits derlei heiterer Momente überrascht „96 Hours – Taken 2“ mit einer fahrigen Action-Inszenierung, argen Timing-Problemen und nicht zuletzt einem erstaunlich müden Liam Neeson in der Hauptrolle. Der gradlinigen Handlung des ersten steht eine umständlich entwickelte und kaum Tempo generierende Dramaturgie des zweiten Films gegenüber, und selbst um ein saftiges Finale bringt sich die planlos konzipierte Fortsetzung bedauerlicherweise.
Die handzahmen Actionszenen bleiben weit hinter den Erwartungen, umfassen lediglich einige Standard-Verfolgungsjagden und erstaunlich popelige Zweikämpfe. Die wenigen interessanten Momente sind vollkommen verschnitten (Strobe-cuts galore), regionale Räumlichkeiten und Schauplätze bleiben wiederum ungenutzt. Der zuvor durch eine überraschende körperliche Agilität und Härte brillierende Neeson wirkt träge und, ehrlich gesagt, nun doch auch ein wenig zu alt für die Rolle.
Regisseur Olivier Megaton („Colombiana“) gehört schlicht zu den weniger talentierten Handwerkern der EuropaCorp-Gemeinschaft. Seine Bilder wirken zwar abgerundeter als die des zur Schmucklosigkeit neigenden Pierre Morel, der den Vorgänger inszenierte, gleichzeitig jedoch geht seinen Arbeiten regelmäßig jede Wuchtigkeit und Größe verloren. „96 Hours – Taken 2“ ist leider der bisherige Tiefpunkt der sonst mit verlässlich soliden Actionbrettern erfreuenden Luc-Besson-Schmiede.
Regie: Olivier MegatonGenre: Thriller, ActionFilmstart:
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Die Frage ist Lohnt es sich den zweiten Teil zu gucken, der erste ist einfach überragend und der Zweite ein Flop!!! Also woher kommt die initative den zweiten vorher zu gucken? Die Kritik trifft es auf den Punkt!!!
Die Wertung spiegelt doch nur den Gesamteindruck wieder den der Autor vom jeweiligen Film hat.
Ich persönlich fand Piranha 2 sehr lustig und unterhaltsam. Der Film will ja garnicht ernstgenommen werden. Außerdem waren meine Erwartungen auch sehr gering, was wohl bei vielen der Fall war (Direct to DVD, anderer Regisseur, deutlich geringeres Budget).
Taken 2 allerdings muss sich an seinem Vorgänger messen, der sehr unterhaltsam war. Dabei sollte er ja eigentlich in den gleichen Bereichen wie Taken überzeugen. Tut er aber scheinbar nicht, wieso sollte also dann eine 3/10 ungerechtfertigt sein?
Ihr habt die Bonus-Zähler
Ihr habt die Bonus-Zähler für den großen Iren vergessen!
Die 3 Punkte sind wohl schon der Liam Neeson - Bonus :)
Ich habe ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass man eher auf Autoren als Wertungen achten sollte. Bei Gamona gibt es durchaus den einen oder anderen, mit dem ich eine große Schnittmenge teile.
So trifft Peter Osteried beispielsweise sehr häufig bei mir voll ins Schwarze, während Kim (Nachname vergessen) eine sehr hohe Abweichung zu meinem Geschmack aufweist (Beispiel: 10/10 Punkten bei M:I 5).
Deswegen frage ich auch gerne in den Kommentaren mal nach, wie die anderen Schreiber einen Film empfunden haben.
Es gibt da einen großen Unterschied zwischen Naturwissenschaften und Kunstformen wie Filme. Da geht es meist höchst subjektiv zu. Ich hab mal den Metascoreanriss bei Moviepilot (da treibt sich der Rajko von oben auch rum) angesehen. Da gehen die Wertungen der sogenannten Kritiker von 2,5 bis 8,0. Man muss sich einfach in das Phänomen "Filmkritik" reinlesen und dann findet man schnell welche, die einen ähnlichen Geschmack haben.
Ihr habt die Bonus-Zähler für den großen Iren vergessen!
Mir ist es ehrlich gesagt Wurst wie Ihr diesen Film bewertet, allerdings bedeutet Objektivität das ein Sachverhalt vom Beobachter erklärt wird und entsprechend gegenüber gestellt. Dies passiert hier ganz und gar nicht, hier wird gesagt dieser Film ist nach eurer Meinung schlechter als so ziemlicher jeder schnöde C Movie aus Hollywood in den 80ern. Und vor allem nur halb so gut wie ein billiger Titten Trash-Movie.
Auch die aussage, das man verschiedene Genre nicht miteinander Vergleichen kann ist totaler Quak. Sicherlich macht es wenig Sinn die einzelnen Storys gegenüber zustellen, allerdings macht es schon viel mehr Sinn die Bildwirkung, schauspielerische Leistung etc gegenüber zustellen und daraus eine objektive Bewertung zu ziehen. Eine bewertung vor allem wenn sie ein standardisiertes Bewertungssystem haben wie Ihr, sollten dann doch wenigstens im großen Kontext gesehen werden.
Mir geht bspw nicht durch den Kopf wie ein Schauspieler alá Liam Neeson angeblich wesentlich schlechter schauspielern soll als ein David Hasselhoff oder Christopher Loyd.
Das hat also nichts mit meinem subjektivem Empfinden zutun. Wie Ich schon sagte, fande Ich die reviews damals von Olli und David besser, auch wenn sie viel Klamauk gemacht haben. Da diese meiner Meinung nach differnzierter waren.
@Blutonos: Wie unhöflich von dir mich einfach zu beleidigen! Sehe Ich höflich wie Ich bin mal drüber weg, vor allem weil du zum Teil recht hast. Objektivität ist ein schwammiger Begriff, aber er existiert, würde Objektivität nicht existieren würden wissenschaftliche Methoden nicht existieren, diese beruhen auf reiner objektiven Beobachtung. Und diese sind auch nicht vom subjektivem Empfinden abhängig, wie man die Werte und Ergebnisse auslegt sind dann wiederum andere paar Schuhe, die Daten die der LHC beim Hiccs Bossom ausgespuckt hat, wurde nicht empfunden sondern gemessen.
Dann könnte man ja auch gut einem Uwe Boll Film 10/10 geben, da er im Genre "Trash" ist, richtig schlecht sein will und das auch erreicht :D
Hatte mir schon gedacht, dass der zweite Teil nichts wird. Der erste war gute, kurze Unterhaltung.
Piranha
Piranha bekommt 6/10, Taken 2 3/10, was faktisch bedeutet Piranha 2 ist doppelt so gut wie Taken 2.
Ich denke Objektivität wird bei Gamona nicht mehr wirklich ernst genommen. Schade, mit David und Olli war Ich deutlich häufiger einer Meinung.
Mann kann nicht jeden Film miteinander vergleichen. Die Frage ist, wie ein Film innerhalb seines Genres ist, was er zu erreichen versucht und was letztlich rauskommt. Das, mein LIeber, ist echte Objektivität. Du hingegen möchtest offenbar, dass deinem subjektiven Geschmack entsprochen wird ;)
Piranha bekommt 6/10, Taken 2 3/10, was faktisch bedeutet Piranha 2 ist doppelt so gut wie Taken 2.
Ich denke Objektivität wird bei Gamona nicht mehr wirklich ernst genommen. Schade, mit David und Olli war Ich deutlich häufiger einer Meinung.