Eine antike Geschichte, actiongeladene Kämpfe, meisterliche Spezialeffekte, bis ins kleinste Detail definierte, immens muskulöse Körper und Blut – überall Blut. „300“ ist zurück! Nach dem Kampf bei den Thermopylen geht es diesmal hinaus aufs tosende Meer, wo Xerxes‘ Flotte von einer brutalen Frau angeführt wird. Wieder als Actionfeuerwerk inszeniert, begeistert „300 – Rise of an Empire“ diesmal sogar mit spektakulärem 3D-Effekt die Kinobesucher.

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Dass diese Kinobesucher hauptsächlichen zum männlichen Geschlecht zählen, dürfte nach dem ersten Film klar sein, der vor allem Männerrunden ins Kino und später vor den Fernseher lockte. Gerne wird bei „300“ mitgefiebert, mitgegröhlt und die 300 Mann starke Armee lauthals angefeuert. Wer daran seine Freude hatte, wird von der Fortsetzung, die nun sieben Jahre später die Leinwand erobert, ebenso begeistert sein.

300: Rise of an Empire - 302: THIS – IS – ATHENS!

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Eva Green als Artemisia.
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Wieder handelt es sich hierbei um eine Comicverfilmung, diesmal zu Frank Millers kommender „300“-Fortsetzung „Xerxes“. Richtig gelesen: Der Comic, zu dem der Film gedreht wurde, ist bislang noch gar nicht erschienen! Und er wird es auch nicht mehr pünktlich zum Release des Filmes schaffen. Miller hat den Comic zwar schon vor etwa drei Jahren begonnen, doch die Arbeiten an zwei Filmen hielten ihn auf: „Sin City 2 – A Dame to Kill For“ und eben „300 – Rise of an Empire“.

Wiedersehen mit bekannten Charakteren

Letzterer schließt nahtlos an dem erfolgreichen Vorgänger an. Genauer gesagt: Er spielt vor, während und nach der Handlung von „300“, was ein sehr interessanter Schachzug von Miller ist. So überschneiden sich Handlungsstränge teilweise und Fans des ersten Teils dürfen sich auf einige Gast-Auftritte von Figuren aus „300“ freuen. Wieder mit dabei sind zum Beispiel Peter „This is madness!“ Mensah, der entstellte Ephialtes (Andrew Tiernan), Lena Headey als Königin Gorgo und der einzige überlebende der 300: Dilios (David Wenham).

Diesmal dreht sich die Handlung allerdings nicht in erster Linie um die Spartaner, sondern um den attischen General Themistokles (Sullivan Stapleton), der versucht ganz Griechenland im Kampf gegen die Perser zu vereinen. Die Spartaner haben allerdings zu Beginn kein Interesse daran, sich seiner Flotte anzuschließen, wie Themistokles im Gespräch mit Königin Gorgo erfährt. Ihr Mann König Leonidas befindet sich gerade nämlich beim Orakel – womit wir bei einer von vielen Handlungsüberschneidungen wären, die jedoch nur Zuschauern auffällt, die den ersten Teil gesehen haben.

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Sullivan Stapleton als General Themistocles.
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Ansonsten funktioniert „300 – Rise of an Empire“ jedoch als vollkommen eigenständiger Teil, da die Geschehnisse aus dem Vorgänger ja immer wieder zwischengeschaltet werden, zum Beispiel wenn die 300 glorreichen Spartaner am Ende besiegt werden und Xerxes das Schlachtfeld betritt, um den toten Leonidas zu begutachten.

THIS IS … ATHENS! Anstatt diese Kritik zu lesen, sollten Fans von „300“ lieber direkt ins Kino gehen!Fazit lesen

Gamonas kleine Geschichtsstunde

Währenddessen tobt am Kap Artemision ein erbitterter Krieg zwischen der persischen und der griechischen Flotte, wobei letztere vom Athener Themistokles angeführt wird. Die Schlacht bei Artemision fand auch geschichtlich zeitgleich mit der Schlacht bei den Thermopylen statt, nämlich im August 480 v. Chr., sodass „300 – Rise of an Empire“ auf die wahren geschichtlichen Ereignisse immer wieder Bezug nimmt.

Selbst, dass eine Frau (Artemesia I.) die persische Flotte als Kommandeurin in der Schlacht bei Artemision anführte, hat – unvorstellbar aber wahr - geschichtlichen Bezug. Keine Angst, „300 – Rise of an Empire“ wird dadurch nicht zu einer Emanzen-Geschichte, sondern Eva Green ist als Artemisia bösartig, durchtrieben, tödlich und absolut sexy. So dürfen sich diejenigen, die für die französische Schauspielerin schwärmen, auf viel nackte Haut und eine rabiate Sexszene gefasst machen.

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Action satt und ein Wiedersehen mit dem Gottkönig Xerxes.
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Natürlich darf man nicht alles für bare Münze nehmen, Eva Greens Artemesia ist zwar ebenfalls die einzige weibliche Truppenführerin in der Schlacht um 480 v. Chr. und kämpft ebenso auf der Seite der Perser, wo die historische Persönlichkeit auch als Beraterin von Xerxes fungierte, doch sonst wurde Greens Figur eher an Artemesia I. angelehnt und erhält eine andere Hintergrundgeschichte.

Action, Action, Action!

Doch genug mit der Geschichtsstunde, denn „300 – Rise of an Empire“ ist natürlich kein Lehrfilm, sondern in erster Linie ein Action-Blockbuster. Und diese Action gelingt Regisseur Noam Murro nach dem Drehbuch von Zack Snyder und Kurt Johnstad (die beide auch das Skript zu „300“ schrieben) überaus gut. Genauso gut sogar, wie Zack Snyder, der beim umjubelten ersten Teil Regie führte.

Natürlich ist die Machart von 300 gleichgeblieben und somit nichts bahnbrechend Neues, doch der 3D-Effekt – der ja auch schon perfekt zum Vorgänger gepasst hätte – bringt einen ganz neuen Reiz. Hier und da spritzt Blut durch den Kinosaal, natürlich gibt es wieder die kurzen Zeitlupensequenzen und diesmal werden noch unbarmherziger und vermehrt Köpfe und Gliedmaßen abgetrennt, die dann munter durch die Gegend fliegen.

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Wiedersehen mit alten Bekannten ...
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An Brutalität hat die Fortsetzung sogar noch zugelegt, dafür erscheinen die Hintergründe zudem nicht ganz so eintönig wie in „300“. Natürlich ist weiterhin alles überzogen, überanimiert und übertrieben episch inszeniert, aber das bringt natürlich auch den Spaß am Ganzen.

Großangelegte Kriegssequenzen, die mit abwechslungsreichen und wilden Kampf-Choreographien ins Detail gehen und furchtlose, muskelbeladene Männer – deren Bauchmuskeln diesmal nicht (oder nicht ganz so auffällig) nachgemalt wurden – dominieren erneut den Film. Hinzu kommen bombastische Explosionen, die tolle Bilder liefern und eine Seeschlacht, die ihres gleichen sucht.

Dabei wurden die Charaktere exzellent besetzt, Eva Green überzeugt als durchtriebene Kommandeurin ebenso wie Themistokles und seine Gefolgschaft. Natürlich ist die Handlung recht simpel gehalten und auch die Handlungsmotive der Figuren sind sehr eindeutig, aber ganz ehrlich … wer erwartet eine tiefgründige Geschichte und durchpsychologisierte Charaktere bei 300? Bei dem Film erwartet man, dass eine große Tüte Popkorn und wilde Jubel-Rufe im Kinosaal, die das Geschehen anfeuern, wunderbar zur Atmosphäre passen. Und das bekommt man garantiert!