„21 & Over“ ist die neue Komödie des „Hangover“-Autorenteams Jon Lucas und Scott Moore, die hiermit auch gleich ihr Regiedebüt gegeben haben. Wo „Hangover“ erzählt, was am Morgen nach einem mordsmäßigen Besäufnis passiert, konzentriert sich „21 & Over“ auf das Ereignis selbst – eine Nacht des Exzesses und der Abenteuer.

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Das ist nicht besonders originell und auch nicht besonders smart, aber wenn man dieser Art Film etwas abgewinnen kann, dann sind vergnügliche 90 Minuten garantiert.

Miller (Miles Teller) und Casey (Skylar Astin) besuchen ihren alten High-School-Kumpel Jeff Chang (Justin Chon) am College. Die Freunde sehen sich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder, bereit, Jeff Changs 21. Geburtstag gebührend zu feiern. Der wiederum hat am nächsten Morgen ein wichtiges Meeting, was seine berufliche Zukunft betrifft. Es wurde von seinem Vater eingefädelt.

21 and Over - Sex, Bier und gute Laune: Der neue Streich der Hangover-Macher

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21 And Over ist eine Mischung aus Hangover und American Pie - nur nicht so gut.
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Jeff Chang lässt sich jedoch schnell von seinen Kumpels überreden, ein bisschen feiern zu gehen. Der Vorsatz, nur ein Bier zu trinken, wird schon in der ersten Kneipe in Schnaps ersäuft. Man wird schließlich nur einmal 21 und darf endlich legal Alkohol trinken. Das Trio zieht von Bar zu Bar, bis Jeff Chang vollkommen stramm ist und kaum noch reden kann. Miller und Casey beschließen, ihn nach Hause zu bringen, damit er sich für den nächsten Morgen ausnüchtern kann.

Das Problem: Weder Miller noch Casey haben sich gemerkt, wo Jeff Chang wohnt. Was folgt, ist eine Odyssee durch die Nacht, immer auf der Suche nach jemandem, der Jeff Chang kennt und helfen könnte, ihn nach Hause zu bringen.

Ein Stifler für Arme?

Miller als College-Aussteiger, der nur Partys im Sinn hat, vor Verantwortung zurückschreckt und nie um einen dummen Spruch verlegen ist, erinnert an Stifler aus „American Pie“, ohne jedoch jemals so amüsant wie dieser zu sein. Generell gilt, dass vieles an „21 & Over“ an andere Filme erinnert. Man könnte den Streifen als eine Melange aus „American Pie“ und „Hangover“ bezeichnen. Dabei ist er witzig, erreicht aber nie die Klasse dieser beiden Komödien.

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Was so ein bisschen Alkohol anrichten kann...
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Das liegt auch daran, dass das Autorenduo Lucas und Moore nicht wirklich mit der jungen Generation in Einklang ist. Ihr Film fühlt sich erstaunlich alt an – wie College-Komödien, die das Duo selbst gesehen hat, als es um die 20 Jahre alt war. Das zeigt sich teils in der Charakterisierung, vor allem aber in den Dialogen, die klischiert erscheinen. Das wahre Leben wird hier nicht abgebildet, aber wer braucht das bei einem Film wie diesem schon?

Noch eine Runde Slapstick

Filme wie „21 & Over“ leben davon, dass es keinen Leerlauf geben darf. Die Schwierigkeit dabei ist, die Geschwindigkeit aufrechtzuerhalten und immer wieder neue Probleme zu finden, die den Protagonisten zu schaffen machen. Das gelingt dem Film ziemlich gut. Immer dann, wenn man denkt, nun würde er Gefahr laufen, in Ideenlosigkeit zu verfallen, setzt er noch einen Stunt, noch einen dummen Spruch oder noch ein irrwitziges Ereignis obendrauf. So hangelt sich „21 & Over“ knapp 90 Minuten bis zum Ende, ohne je langweilig zu werden.

Die Nacht der Abenteuer. Sozusagen der Vor-Hangover, in dem das Chaos nicht am nächsten Morgen, sondern schon in der feuchtfröhlichen Nacht regiert.Fazit lesen

Selbst die wenigen Szenen, die zur Charakterbildung gedacht sind – Millers und Caseys offenes Gespräch im Golfwagen oder Caseys Versuche, Nicole näherzukommen – sind nicht ausgewalzt genug, um zum Showstopper zu werden. Sie integrieren sich ziemlich gut in das Gesamtwerk.

Was uns lachen lässt…

„21 & Over“ erzielt seine Lacher nicht mit den Dialogen. Es ist reine Situationskomik, die punkten muss. In den meisten Fällen gelingt das auch, weil Lucas und Moore sich ein paar richtig abstruse Probleme für die Protagonisten ausgedacht haben. Dabei werden Plotlöcher geflissentlich übersehen, weil sie die Geschichte im Keim ersticken würden. So gäbe es auf einem College-Campus durchaus andere Wege, den Wohnort eines Studenten herauszufinden. Dann wäre der Film aber nach ein paar Minuten vorbei. Stattdessen ist es eine Odyssee durch die Nacht, in der wilde Latinas, zornige männliche Cheerleader und ein unsympathischer Vater den „Helden“ hinterherjagen.

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Zum Schluss noch ein Foto von einer Blondine.
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Apropos Vater: Jeff Changs Vater ist – natürlich – Dr. Chang, gespielt von François Chau, der schon in „Lost“ einen Doktor mit gleichem Namen darstellte. Einer der subtileren Gags des Films. Ja, im Grunde sogar der einzige.

Kurios, wenn auch nicht wirklich witzig, ist Millers und Caseys Angewohnheit, Jeff Chang immer mit vollem Namen anzusprechen.