Fast 20 Jahre ist es her, dass Helge Schneider als 00 Schneider für Recht und Gerechtigkeit sorgte. Naja, zumindest so tat, in seiner typisch übertriebenen Art, die aber so vielen gefällt. Mit „00 Schneider: Im Zeichen der Eidechse“ legt Helge nun seinen neuesten Film vor, an dem er nicht nur mitgeschrieben, sondern auch die durchaus enervierende Musik gestaltet hat. Aber der Reihe nach, sehen wir uns erst mal die Geschichte an.

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Das heißt, wenn es denn eine gäbe, denn auch nach gut 30 Minuten Laufzeit ist eine solche nicht in Sicht. Stattdessen gibt es Vignetten, eine Art Aneinanderreihung von mehr oder minder abstrusen Sketchen.

00 Schneider sinniert mal darüber, ob es alle paar hundert Jahre einen Eidechsenmenschen geben könnte. Und wenn ja, ob ein solcher auch überlebensfähig ist. Das ist schon fast tiefsinnig, aber eben nur fast, denn als Schurke taugt Jean-Claude Pillemann nicht unbedingt. Der ist aus dem Gefängnis entflohen und – so vermuten wir es – ein Eidechsenmensch. Weil: Er hat komische Anfälle und bespuckt die Leute mit grausigem, gelblichem Schleim.

Diesen Verbrecher also jagt 00 Schneider, erlebt aber auch noch allerhand anderes. So kommt die Tante aus den USA zu Besuch, sein Spitz verschwindet, er spielt Lotto, trinkt Kaffee mit ein bis zwei Dutzend Stück Zucker und macht einem Staubsaugervertreter das Leben schwer.

Eine unwirkliche Welt

Bei „00 Schneider“ soll alles so chaotisch wie möglich sein. Darum fahren die Leute in Autos herum, wie man sie in den 50er Jahren hatte, bei der Polizei tummeln sich Beamte aus aller Herren Ländern, der Transport von Waschmaschinen führt über den Himalaya (oder ähnliche Bergregionen), die meisten Damen sind Transvestiten und die Utensilien, derer sich die Protagonisten bedienen, sind auch schon uralt. Weder zeitlich noch örtlich kann man „00 Schneider“ einordnen. Der Film findet in seiner eigenen Welt statt. Helge-Welt, wenn man so will.

00 Schneider 2 - Im Wendekreis der Eidechse - Helge ist wieder da – gehört der Film ins Katzenklo?

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Helge Schneider: Das Chaos ist hier die Methode.
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Er ist der unumstrittene Star dieser One-Man-Show, in der er grimassiert, spasmische Bewegungen absolviert und es tatsächlich schafft, das Publikum auch dann zum Lachen zu bringen, wenn er gar nichts macht. So etwa bei einer Szene, in der er am Schreibtisch sitzt, ein bisschen in die Tasten seiner Schreibmaschine haut, aber sonst nichts tut. Das Publikum quittierte dies mit einigem Gelächter.

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Geballter Schwachsinn

Angesichts der immensen Häufung an abstrusen Sequenzen kann man irgendwann gar nicht mehr anders, als einfach mitzulachen. Man schüttelt zwar unentwegt den Kopf, kapituliert aber irgendwann und schmunzelt bisweilen doch, selbst dann, wenn man mit Helge Schneider noch nie etwas anfangen konnte. Es hat aber schon eine gewisse Coolness, mit welcher Unverfrorenheit hier ein Film gemacht wurde.

Die Geschichte ein Nichts zu nennen, wäre noch schmeichelhaft. Einen durchgehenden roten Faden gibt es nicht. Stattdessen scheint es so, dass Schneider und seiner Ko-Autorin Andrea Schuhmacher Episödchen einfielen, die allesamt in den Film mussten, auch wenn man keine Ahnung hatte, wie man das alles in eine stringente Struktur pressen sollte. Man macht es also gar nicht, sondern lässt den Film einfach mäandern.

Wer Helge Schneider mag, wird bei dieser Nummernrevue viel zu lachen haben. Eine etwas klarere Geschichte wäre aber schon schön gewesen.Fazit lesen

Es geht vom Hundertsten ins Tausendste, wobei sich „00 Schneider: Im Wendekreis der Eidechse“ für keine Schandtat zu schade ist. So gibt es eine richtig alberne Szene, in der ein aus dem Zoo entflohener Gorilla in einem Restaurant vorbeischaut. Man kann es sich ja denken: Das Kostüm des Gorillas wäre selbst bei einer Faschingsveranstaltung peinlich!

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00 Schneider macht Jagd auf den Eidechsenmenschen.
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Der Krone die Zacken ausschlagen

Zugute halten kann man „00 Schneider“, dass er einerseits unvorhersehbar, andererseits überraschend ist. Aufgrund der fehlenden Struktur kann eben auch alles passieren, egal, wie bescheuert es auch sein mag. Dass die schwarze Tante – von einem Mann gespielt – in Schneiders Bude auftaucht, ist da fast noch eine der normaleren Ideen des Films. Dagegen nehmen sich die schottischen Journalisten, die eine Homestory über den Kommissar machen, völlig abstrus aus.