Für Phil Spencer, Microsofts Corporate Vice President komme es bei einem Spiel nicht nur auf die Auflösung und die Framerate an, auch das Genre würde die Ausrichtung beeinflussen.

Xbox One - Phil Spencer: Auflösung und Framerate sind keine Kriterien für ein Spiel

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Rennspiele wie Forza Motorsport 5 würden von 60 FPS profitieren
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Viele Tech-Profis sind der Meinung, dass die PS4 der Xbox One einen halben Schritt voraus sei, was reine Leistung anbelangt. Phil Spencer sieht das nicht so. "Die 'Xbox One'-Architektur ist viel komplexer als irgendwelche spezifischen Features oder Komponenten. Der Beweis dafür liegt in dem, was die Spieler sehen und erleben, und mit der Vielfalt und Qualität der Spiele vom Launch - Spielen wie Ryse - Son of Rome und Forza Motorsport 5 - liefern wir Erlebnisse, die eine Leistung demonstrieren, die es so nur auf der Xbox One gibt", so Spencer.

"Das ist erst der Anfang, wenn die Entwickler mehr Zeit mit unseren Entwickler-Tools verbringen und die Leistung der Cloud-Berechnung anzapfen, sind wir uns sicher, dass die Xbox One das neue Zuhause für die besten Spiele sein wird, heute und auf Jahre hinaus."

Angesichts solcher Kontroversen wie der Debatte um die Auflösung und die Framerate einiger Multiplattformtitel wie Call of Duty: Ghosts, das auf der PS4 in Full-HD und mit 60 FPS läuft, während es auf der Xbox One zwar auch mit 60 FPS läuft, aber dafür nur in 720p, stellt sich hier natürlich die Frage, wie Microsoft die Xbox One zum neuen Zuhause für die besten Spiele machen will.

"Im Design-Prozess eines Spiels...von jedem Spiel, denkt man über Eingabegenauigkeit nach, wie gut die Eingabe erfolgt, was wirklich mehr eine Framerate-Frage darstellt, offensichtlich sogar mehr eine Frage der Frame Size", berichtigt Spencer. "Wenn man an ein Beat 'em Up denkt oder wenn man an ein Rennspiel denkt, sind 60 Frames pro Sekunde genau das, was man für präzise Spiele anpeilt, und das hat ganz sicher auch eine Auswirkung auf die Auflösung und die Dichte der Szenen, die man entwickelt."

Auch wenn man möglichst realistische und kontraststarke Umgebungen hat, die mit viel Blätterwerk und anderen Dingen ausgestattet sind, sei es dann wichtig, auf Dinge wie starkes Lighting und Anti-Aliasing-Techniken zu schauen, die natürlich negative Auswirkungen auf die Framerate und die Auflösung haben. Es komme nun mal darauf an, den richtigen Mittelwert zu finden.

"Das Ganze in eine reine Matheübung wie, 'Wenn das nicht diese Framerate hat und auch nicht in dieser Auflösung abläuft, dann ist es irgendwie kein richtiges Spiel oder sogar weniger als ein Spiel' umzuwandeln, ich denke, das ist ein Problem."

Ryse - Son of Rome ist ein gutes Beispiel für so einen Mittelwert. Cryteks neuestes Spiel läuft mit einer Auflösung von 900p und 60 FPS. Doch man habe das Spiel auch schon mit 720p und sogar mit 1080p am Laufen gehabt, um herauszufinden, was die optimale Auflösung sei. "900p ist der Wert, der am besten zum Spiel passte."

Wichtiger sei in diesem Fall gewesen, dass die Framerate stabil laufe und es nicht etwa zu störenden Rucklern komme. Da müsse man einfach in Sachen Auflösung und Framerate gewisse Kompromisse eingehen. "Wir können niemanden mit einer Framerate von unter 30 FPS unterhalten. Wir sehen das eher als einen Bug und etwas, das wir reparieren müssen. Dinge wie Screen-Tearing, denke ich, sind einfach Bugs, wenn dadurch die Framerate asynchron verläuft...das sind die Art an Anomalien, die das Erlebnis und die Immersion der Spieler zerbrechen", so Spencer. "Das Tolle daran, ein großartiges Spiel mit großartiger Grafik zu spielen, ist, dass man sich in den Szenen verlieren kann. Und wenn dann Dinge passieren, Dinge, die sich so anormal in den Szenen verhalten, ich denke, das reißt die Leute dann [aus dem Spielfluss] raus. Also schauen wir immer danach, eben solche Dinge auszumerzen."