*Update*

Microsofts Begründung für den Bann der frühzeitig gelieferten Xbox One von Twitter-Nutzer Moonlightswami lautete, dass man auf diese Weise verhindern wolle, dass sich die Sache zu einem PR-Desaster entwickelt. Ironischerweise ist genau das nun nahezu der Fall, denn nicht wenige im Internet können nicht nachvollziehen, warum man die Konsole eines Besitzers bannen sollte, der sie legal erworben, aber aufgrund eines Lieferfehlers schon zwei Wochen vor dem eigentlichen Launch erhalten hat.

Ein Xbox-Entwickler sagte zudem, dass die Konsole sich höchstwahrscheinlich im Beta-Zustand befinde und es daher zu Missdeutungen kommen könne. Doch Moonlightswamis Konsole ist eine von denen, die jeder Vorbesteller ab dem 22. November erhalten wird. Außerdem teilte er bereits mit, dass er den 500MB großen 'Day One'-Patch installiert habe. Hier dann noch von einer möglichen Beta-Version zu sprechen, käme einem Schuss ins eigene Bein gleich.

Microsoft scheint sich aber des drohenden PR-Desasters bewusst zu sein, weswegen Larry "Major Nelson" Hryb bereits in die Bresche sprang. So schrieb er Moonlightswami über Twitter an:

  • "Ich würde gerne mehr darüber erfahren, was mit deiner Konsole passiert ist. Kannst du mir folgen und mir eine Direct Message schicken, damit ich die Sache für dich klären kann? Danke."

Shuhei Yoshida, Sonys President of Worldwide Studios hat sich diese Steilvorlage aber nicht nehmen lassen und bereits auf Twitter kommentiert.

Ursprüngliche Nachricht:

Twitter-Nutzer Moonlightswami hat durch einen Fehler des Händlers Target seine Xbox One rund zwei Wochen früher erhalten, als alle anderen Kunden und nutzte die Gelegenheit, um Informationen zu teilen.

Xbox One - Kunde erhält die Xbox One durch einen Fehler zwei Wochen früher und teilt sein Wissen *Update*

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Durch einen Lieferfehler hat Twitter-Nutzer Moonlightswami aus den USA seine vorbestellte Xbox One rund zwei Wochen früher erhalten, als eigentlich geplant war, denn die Xbox One soll offiziell erst am 22. November in den Handel gehen. Damit dürfte Moonlightswami der (in-)offiziell allererste Xbox-Besitzer im Endverbraucher-Bereich sein.

Statt sich einfach nur zu freuen und darüber auf Twitter oder Facebook zu prahlen, hat Moonlightswami aber beschlossen, diese Gelegenheit dazu zu nutzen, über Twitter wertvolle Informationen an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Dazu hat er massiv Bilder vom User Interface gemacht, aber auch die Gamerpics auf Bildern gebannt. Zusätzlich hat er Details zu den Installationsgrößen einiger Spiele und allgemeine Infos zur Xbox One veröffentlicht, die natürlich auf seinen Einschätzungen und Meinungen basieren.

Infos:

  • Ein Kaltstart von Aus auf Betriebsbereit dauert 17 Sekunden (Mit Stoppuhr gemessen).
  • Das Dashboard hat drei Tabs: Pins, Home und Store.
  • Das Laden eines installierten Spiels dauert ca. 15 - 20 Sekunden (Gemessen anhand von Call of Duty: Ghosts)
  • Die Konsole sieht solide aus, fühlt sich schwer an, hat einen großartigen, leisen Lüfter und wirkt nicht so zerbrechlich wie die Xbox 360.
  • Der Controller ist sehr interessant. Die Trigger sind fester und geben nicht so schnell nach wie der Controller der Xbox 360. Die LB- und RB-Tasten sind größer und die Analogsticks haben mehr Grip.
  • Der Download des 'Day One'-Patches hat ca. 2 Minuten bei einer Internetverbindung von 65Mb/s und 500MB an Patch-Größe gedauert.
  • Das Update hat sich sofort nach dem Booten von selbst gestartet.
  • Das Aussehen und die Kleidung des eigenen Avatars lässt sich ohne Probleme direkt von der Xbox 360 übernehmen.
  • Sowohl die Konsole als auch das Netzteil arbeiten sehr leise.
  • Nach ein paar Stunden Betrieb war die Konsole nur ein wenig warm und noch immer leise.
  • Das Netzteil selbst war auch nach drei Stunden nur warm.
  • Die Installation von Call of Duty: Ghosts (39 GB) hat knapp 30 Minuten in Anspruch genommen.
  • Spiele lassen sich bei der Installation nach knapp 50 Prozent starten.
  • Die Installation eines Spiels startet sofort nach dem Einlegen von selbst.
  • Kinect Voice Commands funktionieren einwandfrei. Man musste die Befehle nur dann wiederholen, wenn man sie zu leise aussprach oder zuviel Lärm vorherrschte.
  • Selbst die Stimme eines Freundes, die über Skype am PC ausgegeben wurde, erkannte Kinect sofort.
  • Hält man die Xbox-Taste des Controllers gedrückt, erscheinen Optionen, um die Konsole oder den Controller zu deaktivieren.
  • Es gibt nur die Status-Anzeigen Online oder Offline. Weder Beschäftigt noch Nicht Anwesend sind verfügbar.
  • Music- und TV-Apps, die beim Start zur Verfügung stehen (teilweise nur US-Markt): Audio-CD-Player, Hulu, Skype, Blu-Ray-Player, Netflix, Skydrive, NFL.
  • Netzteil-Daten: Input 100V-127V 4.91 A, 50/60 GHz. Output 127V 17.9 A 5VSB 1.0A. (die 127V beim Output scheinen einen Tippfehler darzustellen).
  • Video-Optionen: Auflösung: 1080p oder 720p, HDMI oder DVI, Farbtiefe: 24, 30 oder 36 Bits/Pixel, TV RGB Limited oder PC RGB Full Range.
  • Audio-Optionen: HDMI: Stereo unkomprimiert, 5.1 unkomprimiert, 7.1 unkomprimiert, DTS Digital Surround. Optisch: Stereo unkomprimiert und DTS Digital Surround.
  • Das Kabel von Kinect ist 183cm lang, also knapp 2 Meter. Das HDMI-Kabel ist ist knapp 150cm lang. Auch das Stromkabel ist relativ lang.

Installationsgrößen:

Unglücklicherweise kann Moonlightswama keine weiteren Details mitteilen, da Microsoft recht schnell reagiert und seine Konsole gebannt hat. So schrieb er auf Twitter:

  • "Und jetzt ist meine Konsole gebannt. Interessant. Legal erworbenes Spiel und System. @Microsoft, da habt ihr aber etwas zu erklären."
  • "So wie es den Anschein macht, sorgen Glück, hart verdientes Geld und der legale Erwerb dafür, dass man gebannt wird. Interessant."

Ein Xbox-Entwickler teilte daraufhin mit, dass der Bann notwendig sei, um Falschinformation und ein mögliches PR-Desaster zu verhindern. Microsoft behalte sich auch das Recht vor, unveröffentlichte und Beta-Konsolen jederzeit zu bannen.

"Er hat ein Produkt gekauft, ein Produkt, das nicht vor dem 22. November veröffentlicht werden soll. Das Produkt wurde fälschlicherweise zugestellt, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es sich dabei um ein unveröffentlichtes Produkt handelt und höchstwahrscheinlich als Beta-Produkt klassifiziert ist. Microsoft behält sich das Recht vor, diese Konsole den AGBs entsprechend zu bannen", so der Xbox-Entwickler. "Das vorweg. Ich bin auch etwas zwiegespalten bei den Leaks, die wir heute gesehen haben. Leaks sind selten gut für ein Entwicklungsteam, selbst wenn sie positiver Natur sind. Sie repräsentieren Tausende von Stunden an Arbeit, die sich wahrscheinlich in einem unfertigen Zustand befinden könnten. Alles, was es braucht, ist eine Instanz, die falsch kommuniziert oder missgedeutet wurde, um die Internetmaschine anzuwerfen und dann hat man ein PR-Desaster."

Es sei aber auch sehr erfrischend und ermutigend, zu sehen, dass die eigene Entwicklung so gut ankomme. Er sei auch gerührt darüber gewesen, dass es zahlreiche Zustimmung zur gestrigen Demo (Video unten zu sehen) von Marc Whitten und Yusuf Mehdi gab. Er sei der Meinung, dass er und viele aus seinem Team nicht mehr die nötige Distanz zum Produkt hätten, um die Konsole als Ganzes zu betrachten, da sie nur noch die Dinge und all die Bugs sähen, an denen man noch arbeiten müsste.

Dann sprach der Xbox-Entwickler noch etwas über die Gestensteuerung. Auch wenn die Xbox One über Gestensteuerung verfüge, werde es kein Wischen wie bei Smartphones und Tablets geben. "Das ist etwas, das ich noch nicht bei unseren Demos gesehen habe. Es gibt kein Wischen für unsere UI-Navigation wie es noch bei der Enthüllung gezeigt wurde."

"Man startet mit einer offenen Handfläche auf Brusthöhe, Winken ist nicht mehr dabei. Um nach links oder nach rechts zu scrollen, greift man das virtuelle Dashboard und formt eine Faust. Dann bewegt man seine Faust nach links oder nach rechts. Ziemlich ähnlich wie bei Maps. Die Auswahl wird über das Drücken betätigt."

Microsoft hat also die Konsole von Moonlightswami höchstwahrscheinlich nur temporär gebannt, um ihn davon abzuhalten, weiterhin Informationen herauszurücken, die noch unter Verschluss bleiben sollten. Man kann oder sollte also davon ausgehen, dass seine Konsole zum Launch wieder entsperrt wird.

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