*Update*

Offensichtlich hatte Microsoft tatsächlich keine Kenntniss über Youtuber KSIs vergangene Ausrutscher auf der Eurogamer Expo.

"Auf dem 'Xbox One'-Launch in London in der vergangenen Nacht hat KSI einen Song mit drei weiteren Künstlern performt, der Teil eines zehnstündigen Events mit Main Stage Show, 'Xbox One'-Gameplay und einem Mitternachts-Launch für Hunderte von Fans war", so ein Sprecher von Microsoft. "Das repräsentiert nicht die Unterstützung Microsofts für KSIs persönliche Ansichten, wir haben nicht vor, in Zukunft noch einmal mit KSI zusammenzuarbeiten."

Auch Microsofts Corporate Vice President Phil Harrison hatte nicht den leisesten Schimmer, um wen es sich bei KSI handelte. So reagierte er bei einem Interview kurz vor dem Launch überrascht auf die Frage von GamesIndustry, ob Microsoft nicht wisse, welcher Ruf KSI vorauseile.

"Ich bin nicht vertraut mit den Angelegenheiten, die Sie genannt haben, daher würde ich gerne mehr darüber erfahren", so Harrison.

Bedenklich ist nur, dass es einem so großen Unternehmen wie Microsoft nicht gelungen ist, die Gäste und Mitarbeiter genauer unter die Lupe zu nehmen, um eben solch ein Fauxpas zu vermeiden. Wieder hat sich also Microsofts PR- und Marketing-Abteilung nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ein Fehler, der professionellen Mitarbeitern eigentlich nicht unterlaufen sollte.

KSIs Manager ließ indes wissen, dass die betreffenden Videos lange zurückliegen und Olajide Olatunji damals ein junger Mann war, dem niemand mitteilte, dass er sowas nicht tun könne. Das betreffende Video, das zur Sperre für alle zukünftigen 'Eurogamer Expo'-Events führte, ist auf Kotaku zu sehen.

Ursprüngliche Nachricht:

Das Launch-Event für die Xbox One war auf jeden Fall ein voller Erfolg für Microsoft. Wofür die Redmonder allerdings Kritik einstecken mussten, ist die Gästeliste, auf der sich auch Youtuber KSI befand.

Xbox One - Kritik an Microsoft wegen Einladung von Youtuber KSI zur Launch-Party *Update*

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Wie wichtig manche Youtuber mittlerweile geworden sind, zeigt sich allein am Beispiel von Steven Williams, den die meisten als Francis kennen dürften. Nicht nur, dass er von Sony eine PS4 mit massig Extras erhalten hat und nach New York zum Launch-Event eingeladen wurde, auch Microsoft stattete ihm einen Besuch ab und schenkte ihm eine Xbox One. Werbegeschenke, die sonst nur High-Profiles und VIPs erhalten würden.

Doch genau das sind einige Youtuber für die Spiele-Community. Und die Unternehmen wissen das für sich zu nutzen. Doch manchmal gehen sie dabei praktisch über Leichen, sprich, ihnen ist die Popularität einer Person wichtiger als die Reputation.

So wurde Microsoft nun dafür kritisiert, dass sie den Youtuber KSI für ihr Launch-Event für die Xbox One in London engagiert hatten. Dort trat KSI zusammen mit den Rappern Sway und Tigger the Author auf.

KSI, der auf Youtube eine Gefolgschaft von über vier Millionen Abonnenten hat, fiel 2012 auf der Eurogamer Expo negativ auf, als er auf der Messe weibliche Gäste und Hostessen mit intimen Fragen sexuell belästigte und sie auch sexuell anfasste. Ein Beweisvideo für so einen Vorfall seht ihr hier.

Daraufhin wurde KSI, der mit richtigem Namen Olajide Olatunji heißt, von Eurogamer für alle zukünftigen Events gesperrt. Daher ist die Entscheidung von Microsoft, ihn zum Launch-Event einzuladen, eine, die man in diesem Zusammenhang nur schwer nachvollziehen kann. Schließlich setzt Microsoft als großes Unternehmen damit womöglich ein Zeichen.

Doch Microsoft hatte bereits in der Vergangenheit mit ähnlichen Situationen zu kämpfen. So kam es während der 'Killer Instinct'-Präsentation auf der E3 zum sogenannten Rape-Joke, als ein Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin von Double Helix Games auf die Bühne kamen und sich einen Schlagabtausch lieferten. Als sie meinte, dass sie seine Schläge nicht einmal abwehren könne, da er zu schnell sei, meinte er lapidar: "Lass es einfach geschehen. Es ist bald vorbei."

Ein weiterer Vorfall geschah auf der diesjährigen Eurogamer Expo. Dort musste die transsexuelle Journalistin Laura Dale auf der 'Xbox One'-Bühne viel Häme über sich ergehen lassen, als der britische Schauspieler und Comedian Fraser Millward sich über ihr Geschlecht lustig machte und sie zweimal als "männlich", zweimal als "es" bezeichnete und dann meinte: "Wir brauchen noch eine Frau hier oben, irgendeine Frau hier drin?" Doch nicht genug, daraufhin wurde Dales Twitter-Account mit Hass-Kommentaren der Xbox-Fans zugeschüttet.

Nach all diesen Vorfällen erscheint es doch umso erstaunlicher, dass Microsoft KSI eingeladen hat. Entweder haben sie nicht um die Hintergründe gewusst oder aber tatsächlich nur auf die Werbegelegenheit geschielt und ihn daher eingeladen. Sexismus ist kein Kavaliersdelikt und selbst im entferntesten Sinne sollte es klar sein, dass man als großes Unternehmen Menschen, die auf derlei Art und Weise auffallen, nicht offiziell zu einem solchen Event einladen sollte.

Auch Videogamers Matt Lee hatte diese Thematik auf Youtube im Zusammenhang mit KSI angesprochen. Dieser ließ daraufhin das Video sperren. Lee teilte Kotaku daraufhin mit, er darüber geschockt gewesen sei. "Ich bin etwas geschockt darüber, dass er Youtubes Copyright-Funktion genutzt hat, um die Punkte, die ich anbringen wollte, zu zensieren. Und es ist definitiv besorgniserregend für die Zukunft", so Lee.

Besorgniserregend ist es insofern, dass dieser Schritt sich negativ auf die Möglichkeiten von Videogamer auswirken könnte, über Videos auf Youtube Geld zu verdienen. Wie bekannt ist, behält es sich Youtube vor, notwendige Schritte einzuleiten, wenn ein Youtube-Account den Status "Good Standing" verliert, um den Besitzer davon abzuhalten, Werbegelder einzustreichen. "Wenn das nicht wieder entfernt wird, nimmt er mir damit meine finanzielle Grundlage, was absolut uncool wäre", befürchtet Lee.

Eine Copyright-Safe-Version ist mittlerweile auf Youtube zu sehen:

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